Dienstag, 16. September 2014

♀ Rho Agenda - Das zweite Schiff (Richard Phillips) [Rezension]

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Seit 1948 liegt das zigarrenförmige Schiff nun schon im Los Alamos National Laboratory. Verschlossen, unbeschadet, weil niemand es zu öffnen vermochte. Erst durch einen neuartigen Versuch gelang es einem jungen Forscher, das Raumschiff zugänglich zu machen.

Nachdem das „Rho-Schiff“ öffentlich gemacht wurde, stoßen Heather und ihre Freunde Jennifer und Mark auf ein anderes Raumschiff in Donutform. Sie gehen an Bord und testen die seltsamen Kopfhörer aus. Sofort sind sie sich der Geschichte des Raumschiffs bewusst, wissen, dass es den Planeten vor dem zigarrenförmigen warnen wollte, einem Weltenzerstörer.

Der Kontakt mit den außerirdischen Kopfhörern verändert die Jugendlichen. Sie entwickeln besondere Fähigkeiten, haben ein fotografisches Gedächtnis, sehen und tun Dinge, die weit über die Grenzen der normalen Menschen hinausgehen – und stoßen dabei auf Entwicklungen, die es aufzuhalten gilt.
Nur wie, ohne das „zweite Schiff“ an die Geheimdienste oder den zwielichtigen Forscher des Rho-Schiffes auszuliefern?
Der Klappentext machte mich so neugierig, dass ich mir die Story rund um die Raumschiffe nicht entgehen lassen konnte.
Mit kurzen einleitenden Worten, die die wohl bekannteste „Ufo-Landung“ der Welt beinhaltete (übrigens dem Geburtsort des Autors!) – die perfekte Tarnung für die echte Landung ein Jahr später, springt Richard Phillips in die heutige Zeit. Genauer gesagt zu der Veröffentlichung der Informationen eines lange gehegten Geheimnisses: dem Rho-Raumschiff.
Durch Zufall entdecken die drei Jugendlichen Jennifer, Mark und Heather, deren Väter im National Labortory arbeiten, eine geheime Höhle, die ein zweites Raumschiff beherbergt. Von diesem Moment an ist für die Jugendlichen nichts mehr wie zuvor. Sie entwickeln spezielle Talente, bringen ihre natürlichen Begabungen auf Spitzenleistung und forschen auf eigene Faust am Raumschiff. Dabei stoßen sie auf Zweifel an der Intension des Rho-Forschungsleiters.

Das Ziel ist klar: Sie müssen die NSA informieren. Hierfür nutzen sie ihre speziellen neuen Talente, die jedes lebende Genie in den Schatten stellen würde. Dennoch kommen ihnen die Agenten auf die Spur – oder zumindest gewaltig nahe. Aber die Sache ist zu wichtig, um aufzugeben und schon stecken die drei in einem gewaltigen Komplott, stoßen auf Intrigen auf höchster Ebene und grausamen Machenschaften.

Nach einem leichten Einstieg machte es mir der Autor zunehmend schwieriger, der Geschichte, speziell seiner wissenschaftlichen Seite, zu folgen. Durch ihre Begabungen setzen insbesondere die beiden Mädchen Dinge um, die nach aktuellem Stand der Wissenschaft lediglich in Theorieform bestehen. Richard Phillips begnügte sich jedoch nicht nur mit deren Erwähnung, sondern setzte auf Erklärungen, die an die Grenzen meiner Vorstellungskraft gerieten und mir teilweise Gehirnknoten verursachten (Quantenzwillinge, QZ-Schalter, Subspace und so einiges mehr), versuchte dabei jedoch immer, die gängigen Thesen zugrunde zu legen.

Abgesehen von diesem wissenschaftlich-technischen Info-Overkill, den man einfach akzeptieren muss, fand ich in „Rho Agenda“ eine durchaus lesenswerte Geschichte. Die Lösung der anfänglichen Probleme zieht wie ein Rattenschwanz weitere hinter sich her. Doch mit der Kombination der Genies dürfte die Lösung doch kein Problem sein, oder? Die Problem-Lösung-Strategie des Handlungsstranges der Jugendlichen sorgte mit der Zeit für etwas Langeweile. Dadurch kamen mir die anderen Perspektiven, die Intrigen bis in höchste Instanzen aufzeigten, Geheimdienstaktivitäten begleiteten bis hin zum Leben von fanatischen und schlichtweg durchgeknallten Charakteren gerade recht. Durch sie gewann das Buch enorm an Spannung, auch weil der Autor die großen Geheimnisse sehr lange verbergen konnte und die wahren Hintergründe so vieler Charaktere erst sehr spät aufdeckte.

Der Schreibstil ist – passend zum wissenschaftlichen Thema – eher nüchtern und kühl. Emotionen werden nur sehr schwer transportiert, was vielleicht auch an dem personalen Stil mit auktorialen Ansätzen liegen könnte. Nichtsdestotrotz fieberte ich mit den jugendlichen Helden, die zwar immer die passende Lösung heraufbeschwören konnten, denen ihr Forscherdrang dennoch alles andere als gut tat – von außen betrachtet.

In den letzten Zügen mussten sie noch einmal alles geben und vieles durchleiden, ehe die Handlungsstränge zusammenflossen und zu einem vorerst beruhigenden Ende führten. Dennoch bin ich sehr gespannt auf „Rho Agenda – Immun“ – denn nach wie vor gibt es wichtige Menschen, die ein zu großes Interesse an den dunkelsten und zwielichtigsten Ergebnissen des Rho-Projekts haben.
„Rho Agenda – das zweite Schiff“ war für mich als Jugendbuchleserin alles andere als leichte Kost. Die wissenschaftlich-technische Seite war teilweise anstrengend und sorgte dafür, dass trotz der stets ansteigenden Spannung und den zahlreichen interessanten Perspektiven zähe Phasen entstanden. Dennoch war die Lektüre gut durchdacht und von unzähligen interessanten Wendungen durchzogen, dass ich knappe 4 Bücher vergeben kann.
1. Rho Agenda – Das zweite Schiff

2. Rho Agenda – Immun
3. Originaltitel: Wormhole




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Kommentare:

  1. Irgendwie klingt es gut, aber diese "Superkräfte" schrecken mich jetzt ab.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Superhirne >.<
      Ist eigentlich ja auch alles schön logisch erklärt nur für normale Menschen (und dann auch noch Jugendbuchleser!) schon fast "zu hoch" - aber die Idee und die ganzen Entwicklungen sind einfach genial!

      Liebe Grüße

      Steffi

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