Samstag, 2. August 2014

♀ Wo ein bisschen Zeit ist... (Emil Ostrovski) [Kurzrezension]

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„Wo ein bisschen Zeit ist…“ hat überraschend den Weg zu mir gefunden und obwohl mir „unfantastische“ Geschichten nur selten liegen, wurde ich neugierig.

Im Prolog wurde ich mit dem Heute konfrontiert. Eine Rahmenhandlung, die mir zeigte, dass alles ein nicht ganz so schlechtes Ende nehmen konnte. Erst danach erfuhr ich, wie es Protagonist Jack damals ergangen ist.

Jack ist kurz davor, sich fast umzubringen, um Aufmerksamkeit zu erregen, als seine Ex-Freundin Jess anruft und ihm mitteilt, dass sie soeben seinen Sohn zur Welt bringt.

Anstatt seinen trübsinnigen Gedanken zu folgen, fährt Jack ins Krankenhaus und schließt seinen Sohn sofort ins Herz. Um noch ein wenig Abschied nehmen zu können, bevor er von den Adoptiveltern mitgenommen wird, entführt er den Kleinen und setzt sich in den Kopf, gemeinsam mit ihm seine senile Großmutter zu besuchen.
Kurzerhand begleiten ihn auch sein bester Freund Tommy und die Kindsmama Jess. Zu seinem Sohn, den er für sich Sokrates nennt, baut Jack eine ganz besondere Beziehung auf, indem er mit ihm „redet“ und philosophische Fragen über das Sein ausdiskutiert. Ihm ist bewusst, dass lediglich sein Unterbewusstsein diese Diskussion führt – er ist ja schließlich nicht verrückt – dennoch gefällt es ihm, mit seinem Sohn derartiges zu bereden, ihn auf die Zukunft vorzubereiten.

Ich muss gestehen, dass gerade diese Diskussionen für mich fehl am Platz waren. Der „lockere Roadtrip“ wird für jene Passagen definitiv durchbrochen und man läuft Gefahr, etwas Existentielles zu verpassen. Die Situationskomik war wesentlich mehr nach meinem Geschmack. Durch den Umgang der Jugendlichen mit einem Neugeborenen (das erstaunlich gut mitmacht für ein Neugeborenes – und hier rede ich nicht von den philosophischen Gesprächen) kommt es zu komischen Situationen, auch die vielen seitenfüllenden Dialoge bieten mehr als Umgangssprache und brachten mich teilweise zum Auflachen.

Wirkliche Spannung besteht trotz der stetigen Verfolgungsjagden und der „Bedrohung“ durch die Polizei nie wirklich, viel zu einfach entkommen die Jugendlichen den Gesetzeshütern, ganz gleich, wie nah dran diese sind und so stellte ich niemals infrage, wie es ausgehen wird (es steht ja auch auf dem Schutzumschlag des Buches). Mit dem Ende rundet Emil Ostrovski seinen besonderen Roadtrip dann perfekt ab – auf emotionale und philosophische Art.
„Wo ein bisschen Zeit ist…“ ist ein philosophischer Roadtrip der mit seinen humorvollen Einschlägen Leserherzen begeistern wird. Mir liegt das „unfantastische“ Genre nicht und ich hatte mit dem flachen Spannungsbogen und den platten Jugend-Dialogen zu kämpfen. Die Erörterungen der vielen großen Fragen der Menschheit und der oftmals daraus resultierenden Situationskomik genoss ich jedoch und so war der Ausflug über meinen Tellerrand doch nicht ganz so falsch. 3 Bücher für „Wo ein bisschen Zeit ist…“



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Kommentare:

  1. So, dann ist meine Rezi auch mal online :)
    Ich habe das Buch auch mit 3 Herzen bewertet und ähnliche Punkte wie du aufgeführt. Etwas schade, ich hatte mir von dem Buch mehr versprochen. Allerdings konnte der Autor mich nicht wirklich "abholen".

    Liebste Grüße,
    SaCre

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    1. Ja, irgendwas hat einfach gefehlt.
      Und ich dachte das geht nur mir so, weil ich ja ganz selten zu dem Genre greife...

      Liebe Grüße

      Steffi

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Steffi & Kay