Mittwoch, 11. Juni 2014

♂ Gone 3 - Lügen (Michael Grant) [Rezension]

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„Die Angst hatte sich ausgebreitet wie eine ansteckende Krankheit. Sie saßen im Dunkeln und hatten Angst. Unentwegt Angst.“
(S.9)

„Bloß kannte die Liebe keine Vernunft. Und sie musste auch keinen Sinn ergeben. Genauso wenig wie die Hoffnung.“
(S.34)

„Die Vorstellung, dass die ganze Welt ihm womöglich zusah und jede seiner Taten wahrnahm, jede panische Aktion und jeden verzweifelten Moment, war gelinde gesagt bestürzend.“
(S.71)
In Perdido Beach werden die Gräben zwischen Freaks und normalen Kids immer größer. Zil nutzt die Situation und heizt diese Kämpfe an. Die Gewalt nimmt zu, Grenzen werden überschritten.
Obwohl man den Hunger einigermaßen in den Griff bekommen hat, entstehen nun erste Risse zwischen Astrid und Sam. Denn Sam soll sich dem Willen des neu gegründeten Rates beugen.

In Coates gibt es andere Probleme. Die Kinder rund um Caine leiden unter dem Hunger. Ab jetzt werden auch Tabus gebrochen. Niemandem gefällt es, doch der Überlebenswille ist groß. Caine hat eine Idee, wie er zumindest kurzfristig das Überleben der Gruppe retten kann. Und dazu braucht er Hilfe aus Perdido Beach. Ein perfider Plan nimmt Gestalt an und gefährdet das Leben vieler Kinder.
Perdido Beach übt eine unglaubliche Spannung auf mich aus. Ich konnte es kaum erwarten, endlich mit dem dritten Teil fortzufahren und tauchte auch gleich nach den ersten Seiten wieder in diese unglaubliche Welt ein.

Vieles von dem, was ich hier erfahren durfte, war einmal mehr atemberaubend. Michael Grant schafft es mit präzisen Worten, eine Spannung herzustellen, die mir einerseits die Nackenhaare hochstellte, mich andererseits jedoch auch oft nachdenklich machte. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Nüchtern beschreibt er seine Szenerie, berücksichtigt dabei nie gedankliche Hemmschwellen. Der Autor steuert seine Charaktere konsequent und mitunter gnadenlos durch die Handlung. Was habe ich nur mit den handelnden Personen gelitten…

Sam, der bisher immer der rettende Anker war, soll sich nun dem Willen anderer, oder besser gesagt dem neu gegründeten Rat, beugen. Genau das macht ihm natürlich sehr zu schaffen, weil sein Gerechtigkeitssinn ihm eine andere Richtung vorgibt. Dennoch überschreitet er die ihm gesetzten Grenzen, zumindest vorerst, nicht. Vielleicht hätte die Stadt vor einigem Wahnsinn bewahrt werden können, hätte er sich anders entschieden. Doch so sucht er fortlaufend die Einsamkeit, muss eins werden mit seinen Gedanken und über die nächsten Schritte nachdenken. Ob er wohl zu alter Stärke zurückfindet?

Bei Astrid kann man zu der Überzeugung gelangen, dass sie manche Mitmenschen einfach nur benutzt hat. Doch ihr bisheriges Leben ließ einfach kein anderes Denken zu. Außerdem ist sie in großer Sorge wegen Pete, ihrem kleinen autistischen Bruder. Welchen Einfluss gerade er für die FAYZ hat, ahnt jedoch kaum jemand. Genau dies wissen auch nur wenige Leute in der abgeriegelten Zone. Ob Pete selbst von seiner Kraft weiß, ist für alle Beteiligten Spekulation. Niemand kann wirklich Einfluss auf ihn nehmen.

Über der gesamten neuen Ordnung schwebt eindeutig ein Damoklesschwert. Ich setzte mich mit rassistischen Strukturen auseinander, ließ Kritik an sexuellen Orientierungen an mir abprallen, wie es viele Bewohner der FAYZ auch taten. Man musste wirklich befürchten, dass alles in einem unendlichen Chaos versinken würde. Aber ich hatte immer noch Hoffnung. Ob diese auch berechtigt war, müsst ihr jedoch selbst herausfinden.

Michael Grant nutzt für seine Erzählung wiederum die Vergangenheitsform und lässt wechselnde Perspektiven zu. Durch die eine oder andere Information wird aus meiner Sicht der aufgebaute Spannungsbogen ein wenig unterbrochen, nimmt kurze Zeit später jedoch wieder an Fahrt auf. Auch die schiere Masse an handelnden Personen machte es mir zwischenzeitlich schwer, der Geschichte vollends zu folgen. Zum Glück hat sich dieser Eindruck meist nach wenigen Seiten wieder gegeben.

Das Finale selbst war unzweifelhaft spektakulär und lässt mich neugierig auf die weiteren Begebenheiten in Perdido Beach zurück. 
„Gone – Lügen“ kann mit den Vorgängern nicht ganz mithalten. Überraschende Wendungen und die letztendlich durchgehend vorhandene Spannung sind mir dennoch knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die erschreckend realistische Szenarien genießen können, den Charakteren auch Schwächen zugestehen und einfach von einer besonderen Atmosphäre ergriffen werden können. Jeder, der die Vorbände bereits liebt, MUSS diese Fortsetzung lesen. 
1. Verloren (Rezension)
2. Hunger (Rezension)
3. Lügen
4. Rache
5. Angst
6. Licht



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Liebe Grüße

Steffi & Kay