Dienstag, 13. Mai 2014

♂ Gone 2 - Hunger (Michael Grant) [Rezension]

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„Der Tag, an dem sie den Stollen entdeckt hatte, war in ihr Gedächtnis eingebrannt wie ein Albtraum der schlimmsten Sorte.“
(S.29)

„Die Furcht griff mit eiskalten Krallen nach seinem Herzen. Er war lebendig begraben.“
(S.51)

Sie war eine andere geworden. Eine Gefangene dieser Stadt und dieses Lebens.“
(S.101)
Die Nahrungsmittelvorräte in Perdido Beach gehen zur Neige. Auf der Suche nach Lebensmitteln erleben die Eingeschlossenen furchtbare Rückschläge. Die erste Euphorie wegen des Sieges über Caine scheint zu versiegen. Die Verzweiflung in Perdido Beach wächst. Doch niemand scheint daran interessiert zu sein, für Nahrungsmittel zu arbeiten. Die Situation eskaliert. Sam verzweifelt mehr und mehr.

Auch die Kids rund um Caine leiden in Coates furchtbaren Hunger. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Der Überfall auf Ralphs Laden kann nur eine Zwischenlösung sein. Doch dann hat Caine die Idee, das Kraftwerk zu besetzen.

Die Kids sind nicht allein in der FAYZ. Da gibt es noch etwas in diesem dunklen Stollen. Und es ist hungrig. Sehr hungrig. Und mächtig…
Nachdem ich den ersten Teil der „Gone“-Reihe ja förmlich verschlungen hatte, konnte der Folgeband natürlich nicht allzu lange warten, von mir gelesen zu werden. Zum Glück hatte ich bereits vorgesorgt und die Fortsetzung griffbereit bei mir im Regal. Also konnte ich mich nun gleich in die Seiten stürzen, um die neuesten Entwicklungen in Perdido Beach mitzuerleben.

Schon nach wenigen Seiten wurde ich von der Atmosphäre in Perdido Beach wieder eingeholt. Ich fühlte mich unmittelbar in die Handlung aus dem ersten Teil eingebunden. Geschickt hat der Autor diverse Rückblenden eingebaut, so dass keine Wissenslücken bei mir aufkamen. Aber was ich gleich verspüren konnte, waren die zwischenzeitlich immer größer werdenden Probleme. Dachte ich mir im ersten Teil noch an so mancher Stelle, dass die Kids irgendwie in den Tag hineinleben, bestätigte sich meine Befürchtung in der Fortsetzung ziemlich schnell. Denn schleichend näherte er sich – der Hunger.

Eine Einigkeit unter den Kids besteht nicht. Nein, es kommt noch schlimmer. Rassistische Tendenzen, hier zwischen Freaks und Normalen, nehmen immer mehr Raum ein. Denn der Neid ist grenzenlos. Jeder traut dem anderen das Schlimmste zu. Und so spitzt sich die Lage unaufhaltsam zu.

Sam ist nach dem Sieg über Caine der unbestrittene Anführer. Doch auch wenn seine Gabe unendlich stark erscheint, seine Kräfte schwinden zusehends. Nun muss er sich um alltägliche Probleme der Heranwachsenden kümmern. Das eigentlich Wichtige gerät immer mehr aus dem Fokus. Und niemand scheint die Gefahr zu erkennen. Niemand will es wahr haben, was passiert ist. Doch eine Rückkehr in das gewohnte Leben wird es nicht geben. Die Realität hat die Eingeschlossenen eingeholt. Die Hoffnung, dass Sam alles im Griff behält, besteht permanent. Nur schwindet diese Hoffnung langsam aber stetig…

Bei allen Charakteren konnte man eine Entwicklung feststellen. Egal, ob in die gute oder böse Richtung. Der verhassteste Charakter von allen ist eindeutig Drake. In Teil Eins noch mehr oder weniger zum Handlanger degradiert, verspürt man zunehmend seine eigentliche Passion. Er ist der geborene Sadist, auf nichts und niemanden nimmt er Rücksicht. Vielleicht strebt er auch danach, die Führung zu übernehmen?

Auch die Fortsetzung präsentiert Michael Grant in Vergangenheitsform. Verschiedene Sichten trugen dazu bei, mir ein Gesamtbild zu vermitteln. Mitunter verlor ich aufgrund der Vielzahl der Charaktere jedoch bei allem Willen ein wenig den Überblick. Natürlich konnte ich mich immer wieder in die Geschichte hineinfinden; ein bisschen Anlaufzeit habe ich dann doch jeweils benötigt.
Aufgrund eines aufkeimenden Science-Fiction-Gedankens war ich zwischendrin ein wenig skeptisch, konnte dieses Gefühl jedoch zur Seite schieben, weil die Handlung hiervon kaum berührt wurde.

Den zweiten Teil der „Gone“-Reihe hat Michael Grant mit einem kleinen Cliffhanger, der definitiv Lust auf das Weiterlesen verbreitet, abgeschlossen. Dachte man, dass sich nun alles beruhigt hat und man still und gemütlich warten kann, den dritten Teil zu lesen, lässt das Ende diesen Gedanken nun nicht mehr zu. Vor allem, wenn es sich um lieb gewordene Charaktere dreht.
„Gone – Hunger“ führt die Handlung des ersten Bandes konsequent fort. Ich war gefesselt und litt mit den Charakteren. Kleine Abstriche im Vergleich zum Vorgänger nahm ich gern hin und ließ mich in die Geschichte saugen. Diese schönen Lesestunden sind mir deshalb sehr, sehr gute 4 Bücher wert.

Alle, die Herausforderungen lieben, mit Charakteren leiden können und dennoch nie aufgeben, sollten dieses Buch lesen. Für alle, denen bereits der erste Teil gefallen hat, ist „Gone – Hunger“ ein absolutes Must-Read!
1. Verloren (Rezension)
2. Hunger
3. Lügen
4. Rache
5. Angst
6. Licht



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Liebe Grüße

Steffi & Kay