Donnerstag, 24. April 2014

♀ Toter Sommer (Kat Rosenfield) [Kurzrezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Toter Sommer“ hat mich überraschend erreicht und machte mich neugierig, obwohl ich das Contemporary-Genre normalerweise meide. Aber das auf dem Klappentext zitierte „tote Mädchen“ hat mich dann überzeugt, zu dem Buch zu greifen.

Schon auf den ersten Seiten fällt die besondere Erzählform auf. Die Protagonistin Becca erzählt in Ich-Perspektive in Vergangenheitsform, greift jedoch (da sie die Geschichte rückblickend direkt erzählt), auf Wissen zurück, dass ansonsten nur ein auktorialer Erzähler haben kann.
So erwähnt sie oft den Namen des toten Mädchens, das in der Nacht starb, in der sie von ihrem Freund James auf böse Weise abserviert wurde. Doch bis kurz vor Ende der Geschichte ist das Mädchen eigentlich noch eine Unbekannte, eine Leiche ohne Identität.

Mir fällt es schwer, den Inhalt des Buches zusammenzufassen, weil eigentlich nicht wirklich viel passiert. Der größte Teil der Geschichte sind Rückblicke, Vergleiche mit alten Zeiten, Geschehnissen aus vorheriger Zeit, die die Menschen des kleinen Städtchens Bridgeton auf unterschiedlichste Art geprägt haben.
Es wird eine Leiche aufgefunden, keiner weiß, woher das Mädchen stammt und es wird schnell getratscht, wie es in einer Kleinstadt eben üblich ist. Während Becca mit ihren eigenen Problemen mit ihrem Noch-Freund James zu kämpfen hat – immerhin wird sie die Stadt nach dem Sommer endlich gen Uni verlassen – bauscht sich die Gerüchteküche auf, neue Verdächtige werden „gefunden“, die es getan haben müssen. Eben wie damals, als bereits der ein oder andere „Unfall“ in Bridgeton passierte.

Auf diese Weise lernen wir Bridgeton und seine Einwohner kennen. Ich fühlte mich schnell wohl in dem Städtchen, der angenehme (wenn auch durch die vielen Rückblicke etwas verwirrende) Stil von Kat Rosenfield machte es mir leicht, der Story zu folgen. Kurze Einblicke in das Leben der nun toten Amelia aus Sicht einer dritten Person spannen einen zweiten Handlungsstrang, der unaufhaltsam auf den von Becca zusteuerte.

In bester Krimi-Manier lockte mich die Autorin auf falsche Fährten und zog mich in den Klatsch und Tratsch der Kleinstadt. Ich glitt förmlich dahin und war stets dabei, wurde jedoch nie wirklich mitgerissen. Die Spannung hielt sich auf eher mittlerem Niveau, was vermutlich an dem nebenbei verlaufenden Beziehungsdrama von Becca und James lag. Dieser Contemporary-Anteil konnte mich einfach wenig fesseln. Die Dialoge zwischen den Charakteren kamen mir wenig authentisch vor und ermüdeten mich zunehmend.

Zum Ende hin stieg das Spannungsniveau immer weiter. Die Autorin konnte mich auf noch mehr falsche Fährten locken und ich fieberte mit Becca und gleichermaßen mit Amelia, dessen Schicksal ich ja eigentlich schon kannte.

Mit dem nicht ganz überraschenden Ende ließ Kat Rosenfield die Geschichte für mich ruhig und zufriedenstellend ausklingen.
„Toter Sommer“ lässt mich mit geteilter Meinung zurück. Die Grundidee fand ich sehr ansprechend, der „romantische“ Anteil der zu Ende gehenden Liebe langweilte mich eher. Das mag jedoch auch daran liegen, dass ich normalerweise nicht zum Contemporary-Genre greife (eben aus diesem Grund). In Summe erhält „Toter Sommer“ von mir 3 Bücher.

Ich bin mir jedoch sicher, dass es Fans des „unfantastischen“ Genres mehr überzeugen kann.




Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

Kommentare:

  1. Von dem Buch hab ich bisher noch nichts gehört, aber es klingt für mich echt gut :) Werde es sicher irgendwann mal lesen, auch, wenn du nicht ganz so überzeugt warst :)

    AntwortenLöschen
  2. Du liest ja auch im Contemporary-Bereich... Dir wird es garantiert besser gefallen wie mir.
    (Das Buch kam als Überraschung und es hat mich dann aber doch so weit neugierig gemacht, dass ich mich rangetraut habe).

    Liebe Grüße

    Steffi

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay