Montag, 24. März 2014

♂ Time Out (Andreas Eschbach) [Rezension]

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„Er sah in die Runde, in geweitete Augen, in Gesichter, die zu verlangen schienen, dass einer das Offensichtliche aussprach. Und da er gerade dabei war, warum nicht er?“
(S.91)

„Jeder Beobachter hätte sofort gemerkt, dass diese Männer etwas im Schilde führten. Nur gab es keine Beobachter.“
(S.121)

„Wozu musste es so etwas wie die Kohärenz geben? Wieso sah sie nicht, dass die Welt schön war, wie sie war? Denn das konnte sie unmöglich sehen, sonst wäre sie nicht so verbissen darauf gewesen, sie zu erobern!“
(S.342)
Der Plan von Jeremiah Jones scheint aufzugehen. Die Presse- und Medienkampagne gegen die Kohärenz wird in den nächsten Tagen starten. Doch die Kohärenz scheint etwas zu ahnen und holt zum Gegenschlag aus.

Christopher versucht mit Hilfe seiner Chips, in das Feld der Kohärenz einzudringen. Zu dringend benötigen sie Informationen. Aber Christopher wird unerwartet abgeblockt! War die Kohärenz tatsächlich vorgewarnt?

Und es kommt schlimmer als gedacht. Der Schachzug der Kohärenz ist ein taktisches Meisterwerk! Die Chancen der Gruppe um Jeremiah werden immer geringer. Denn eines steht fest: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die Kohärenz die ganze Welt beherrschen wird!
Die beiden ersten Bände dieser Trilogie „Black Out“ und „Hide Out“ fand ich bereits sehr interessant. Es kam mir deshalb wirklich sehr entgegen, dass ich nun gleich zum finalen Band dieser Reihe greifen konnte. Und so stürzte ich mich in die Seiten von „Time Out“.

Gehirne im Gleichtakt? Verständigung nur per Gedanken? Individualität existiert nicht mehr? Dies und mehr enthält die faszinierende Idee von Andreas Eschbach. Erschreckend real verknüpft der Autor seine Geschichte mit aktuellen Geschehnissen unserer heutigen Zeit. Hierzu ließ er mich abwechselnd durch die Augen von Christopher und Serenity in seine erschaffene Welt blicken. Der personale Schreibstil in Vergangenheitsform verbunden mit eingebauten Dialogen ließ mich die Handlung immer hautnah erleben. Nach wie vor bin ich von der Grundidee des Autors begeistert. Wer weiß, vielleicht wird diese Vision bereits morgen Realität?

Auch in „Time Out“ ist es Andreas Eschbach gelungen, mich ab der ersten Seite an die Geschichte zu binden. Die Bedrohung durch die Kohärenz ist deutlich spürbar. Mehr noch, die Bedrohung wird schier übermächtig. Und das Schlimme daran ist, dass man als Leser mehr oder weniger hilflos zusehen muss, wie sich die Übernahme immer weiter ausbreitet. Insofern hatte ich beim Lesen immer ein gewisses flaues Gefühl im Magen. Der Autor konnte also die Stimmung des Buches sehr gut an mich herantragen.
Im Mittelteil dieses Bandes ging es der Autor dann deutlich beruhigter an. Für mich war es schon fast zu beruhigt. Auch wenn der Bedrohungsgedanke permanent zu bemerken war, legte Herr Eschbach hier das Augenmerk eher auf zwischenmenschliche Interaktionen und stellte diese damit in Vordergrund.

Eines hat er damit auf jeden Fall erreicht. Christopher, Hacker mit wenig Bezug zu seinem sozialen Umfeld, wird hierdurch mehr als zuvor als Person wahrgenommen. Sein Reifeprozess, den er unzweifelhaft seit dem ersten Teil durchlaufen hat, findet damit seinen Höhepunkt. Allerdings wirkten die Charaktere insgesamt für mich hier ein wenig hilflos und unsicher. Nicht zuletzt lag es aber wahrscheinlich eher daran, dass sich Christopher auf einem ihm bislang unbekannten Terrain bewegte.

Doch dann nimmt die Geschichte unvermittelt wieder an Fahrt auf. Gemeinsam mit den Charakteren steuerte ich nun auf den finalen Showdown zu. Andreas Eschbach hat mich hier wahrlich nicht enttäuscht. Der Autor vermittelte mir eine vermeintliche Sicherheit und mein Atem begann schon, sich zu normalisieren. Aber da hatte ich meine Rechnung ohne Andreas Eschbach gemacht. Im Gegenteil, jetzt ging es erst richtig los!

Das Ende der Trilogie gestaltete Herr Eschbach genau so, wie man es sich wünscht und vorstellt. Einerseits schließt er seine Handlung gekonnt ab, andererseits ließ er mir weiteren Gedankenspielraum. Definitiv hat der Autor erreicht, dass man nach dem Lesen nachdenklich wird und die Handlungen im Kopf nochmals Revue passieren lässt, um diese mit Parallelen aus der realen Welt abzugleichen.
Mit „Time Out“ kann Andreas Eschbach das Niveau der Vorbände eindeutig halten. Realistische Szenarien, spannende Handlungen und Hintergrundinformationen verschafften mir einen sehr guten 4 Bücher Lesegenuss!

Für alle, die unüberwindbare Bedrohungen als Herausforderung verstehen, sich bei Rückschlägen nicht aufgeben und ihr Ziel immer im Auge behalten. Für Fans von „Black Out“ und „Hide Out“ ein eindeutiges Must-Read!
1. Black Out (Rezension)
2. Hide Out (Rezension)
3. Time Out



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Kommentare:

  1. Ach das freut mich, dass dich auch der letzte Band überzeugen konnte. Es gibt nichts schlimmeres als ein nicht zufriedenstellendes Ende am Schluss einer Reihe.

    Sehr schöne Rezension mein Lieber <3<3

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Liebe Grüße

Steffi & Kay