Dienstag, 11. März 2014

♂ Hide Out (Andreas Eschbach) [Rezension]

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„Das war früher sein bester Schutz gewesen: dass es ihm gleichgültig gewesen war, was andere von ihm dachten.“
(S. 41)

„Als er schließlich ging, tat er es mit einem unguten Gefühl. Jetzt musste ihm etwas einfallen!
Aber im Gegensatz zu sonst hatte er nicht den Hauch einer Idee.“
(S.95)

„Teil der Kohärenz zu sein, ist, als wäre man tot – und trotzdem bei Bewusstsein. Man ist ein Geist, der vergessen hat, was er im Leben war.“
(S.173)
Das Camp ist ein sicherer Ort der Zuflucht mitten in einer weißen Zone, einem Funkloch. Hier hat die Kohärenz keinen Einfluss. Christophers Manipulation der Satellitenüberwachung scheint problemlos zu funktionieren und schützt sie vor einem Zugriff.
Doch die Sicherheit ist trügerisch. Wie lange können sie sich hier noch verstecken?

Christopher fühlt sich nicht gebraucht. Seit den letzten Ereignissen hat er den Eindruck, dass die anderen ihn meiden. Und dann verprellt er auch noch recht ungeschickt Serenity. Christopher ist nah der Verzweiflung.

Plötzlich kommt der Moment, mit dem niemand so schnell gerechnet hat. Christophers Fähigkeiten sind von einer Minute auf die andere überlebenswichtig. Doch dann steht er vor einem großen Problem, das unlösbar erscheint. Die Kohärenz wird zu einem übermächtigen Feind!                                 
Nachdem mir bereits „Black Out“, der erste Teil dieser Trilogie von Andreas Eschbach, sehr gut gefallen hatte, musste ich gleich den Folgeband „Hide Out“ bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellen. Und es war klar, dass ich das Buch nicht lange ungelesen im Regal stehen lassen würde. Nun konnte ich der Versuchung nicht mehr widerstehen und so griff ich zu „Hide Out“.

Schon nach wenigen Seiten befand ich mich wieder mitten in der Geschichte, war somit up-to-date. Mit Rückblicken verschwendete Andreas Eschbach keine Zeit. Insofern war ich froh, dass ich den ersten Band vor noch nicht allzu langer Zeit gelesen hatte. Ich selbst hatte keinerlei Probleme, mich an die Charaktere und die Handlung zu erinnern.

Das tagtägliche Einerlei im Camp und die aus seiner Sicht fehlende Beachtung der anderen Camp-Bewohner setzen Christopher schwer zu. Er ist und bleibt das, was er eigentlich schon immer war. Ein Einzelgänger. Zwischenmenschliche Interaktionen waren ihm bisher fremd. Emotionen kann er schlecht einschätzen. Und dann passiert dieser Zwischenfall mit Madonna Two Eagles, einer Freundin von Serenity. Die Reaktion war intuitiv und das einzig Richtige. Doch Christopher ist verwirrt.
Er fühlt, dass ihn etwas mit Serenity verbindet. Doch durch seine Unerfahrenheit im Umgang mit anderen Menschen fällt es ihm schwer, seine Gedanken anderen gegenüber auszudrücken. Im Gegenteil, mit seinen Handlungen vergrößert er sogar die Distanz. Aber Christopher reift in diesem zweiten Teil. Er wird erwachsener und sieht der Gefahr jederzeit ins Gesicht. Auch wenn er Zweifel hat. Auch wenn er Angst empfindet. Er gibt sich nicht geschlagen! Noch nicht.

Serenity war in „Hide Out“ zwar permanent präsent, ihre Handlungen hatten jedoch nur zeitweise Einfluss auf den Fortgang der Geschichte selbst. Sie ist ein intelligenter und selbstbewusster Charakter, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Die Präsenz ihrer Freundin Madonna Two Eagles stellte Serenity oftmals in den Schatten, ohne sie ganz aus den Augen zu verlieren. Dennoch wächst Serenity stetig mit ihren Aufgaben und ist ein wichtiges Bindeglied der Gemeinschaft.

Andreas Eschbach führt seinen Stil konsequent fort. Die Geschichte wird im personalen Stil in Vergangenheitsform erzählt. Als Hauptsicht erlebte ich die Perspektive von Christopher. Die Interaktionen der Charaktere in Form von Dialogen brachten mir die Gedanken der handelnden Personen nahe und ich wurde Teil der Geschichte.

Überhaupt schafft es der Autor überzeugend, die zwischen den Zeilen schwelende Gefahr durch die Kohärenz glaubhaft zu vermitteln und mich in den „Bedrohungsmodus“ zu versetzen. Die vermeintliche Übermacht der Kohärenz wächst von Seite zu Seite. Dem Drang nachzugeben, kann man kaum noch widerstehen.
Dabei ist es Andreas Eschbach gelungen, reale Entwicklungen und Geschehnisse mit seiner Geschichte zu verquicken. Wenn man nur daran denkt, dass in den Ideen ein Fünkchen Wahrheit stecken könnte, bekommt man eine Gänsehaut.

Kleinere Durststrecken zwischendurch konnten mich nicht abhalten, dieser genialen Idee zu folgen und weiterzulesen. Die permanent ansteigende Spannung ließ mich durch die Seiten fliegen und ich konnte dabei auch kleine Unebenheiten übersehen.

Die Geschichte endet zwar nicht mit einem gemeinen Cliffhanger. Aber ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht. Neugier wurde vom Autor eindeutig erzeugt. Der dritte Teil „Time Out“ wird auf jeden Fall sehr bald gelesen!
Die gewohnt gute Erzählweise des Autors wird in „Hide out“ überzeugend fortgeführt. Bedrohlich und beinahe verzweifelte Handlungsstränge verschafften mir in Verbindung mit aufkeimender Hoffnung einen schönen Lesegenuss, den ich an dieser Stelle mit sehr guten 4 Büchern belohne.

Für Fans real wirkender Gefahren, deren Auswirkungen nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, für bestehende Ordnungen jedoch einen fatalen Einfluss ausüben können. Allen, denen bereits der erste Teil gefallen hat, empfehle ich das Buch bedingungslos. 
1. Black Out (Rezension)
2. Hide Out
3. Black Out



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Kommentare:

  1. Ich höre dieses Buch gerade als Hörbuch, nachdem mich "Black Out" auch schon begeistern konnte. Auf jeden Fall bin ich auch sehr gespannt, wie es weitergeht. Und ich stimme dir absolut zu, ich hatte auch ein wenig Gänsehaut beim Lesen. Irgendwie scheint alles nicht so abwegig und so weit weg zu sein, was es ziemlich gruselig macht.

    LG Michaela

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  2. Hallo Michaela,

    bin jetzt fast mit dem dritten Teil durch. Ich muss sagen, dass es sich wirklich erschreckend realistisch anhört, was sich der Autor hier ausgedacht hat. Alles in allem hat er hier eine richtig tolle Reihe geschaffen!

    LG

    Kay

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    1. Hab das Hörbuch gestern abend beendet und fand es richtig super. Musste auch direkt mit dem dritten Teil anfangen. Ich stimme dir also absolut zu, die Reihe ist echt super!

      LG Michaela

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    2. Schön, dass ich noch jemanden von dieser genialen Idee infizieren konnte :-) Viel Spaß mit dem Trilogie-Abschluss!

      Ganz liebe Grüße

      Kay

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  3. Hey Kay,
    da du so begeistert bist, werde ich die Reihe auch lesen. Ich kann dir auch "Eine Billion Dollar" empfehlen, das Buch hab ich geliebt!

    lg. Tine =)

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  4. Hallo Tine,

    auf jeden Fall lese ich die Reihe ziemlich gern. Hoffe, dass es dir auch so gut gefällt wie mir :-)

    LG

    Kay

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Steffi & Kay