Samstag, 8. Februar 2014

♂ Deep - Gefahr aus der Tiefe (Jens Schumacher) [Rezension]

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„Müde Menschen machten Fehler. Und Fehler durfte es nicht geben.“
(S.48)

„Sein Gehirn war vollständig damit ausgelastet, eine Tatsache zu verarbeiten, die sich mit dem gesunden Menschenverstand unmöglich erklären ließ.“
(S.75)

„Die uralten Bilder an der Decke verloren auch beim zweiten Mal nichts von ihrem Schrecken.“
(S.111)
Nachdem sich Donald Wilkins von den Strapazen und dem Schrecken der Südpolexpedition etwas erholt hat, erweckt eine Entdeckung im Tempel Borobudur auf Java seine volle Neugierde und er schließt sich einem Forscherteam an. 
               
Kurze Zeit darauf stößt auch Henry zu seinem Vater. Bei einem Ausflug in die Küstenstadt Cilacap trifft er auf Becca, die ihre Ferien bei ihrem Onkel verbringt. Beide werden ungewollte Zuhörer eines Gesprächs zwischen Einheimischen. Angeblich wurde 16 Meilen vor der Küste Javas ein gesunkenes U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt. Und etwas scheint damit nicht zu stimmen. Die Seeleute, die das Wrack gefunden hatten, berichten von Bewegungen hinter den Bullaugen. Henrys Neugier ist geweckt.

In der Zwischenzeit macht Donald eine Entdeckung. Die Zusammenhänge, die sich daraus erschließen, lassen ihn zu einem erschreckenden Ergebnis kommen. Es ist Zeit zu handeln. Doch genau diese Zeit wird knapp. Letztendlich könnte die gesamte Menschheit in großer Gefahr schweben! 
Schon der erste Teil „Frozen“ hatte mich begeistert und ich wollte weitere Geschichten von Jens Schumacher lesen. Natürlich musste deshalb auch der Folgeband „Deep“ bei mir einziehen. Nun war es für mich an der Zeit, zu diesem zweiten Teil zu greifen, um wieder einige Abenteuer an der Seite von Henry erleben zu können.

Bereits der Prolog erzeugt eine geheimnisvolle Atmosphäre, die mir Abenteuerlust und damit verbundene Gefahren eindrucksvoll vermittelte. Der Anfang für ein schönes Leseerlebnis war damit für mich bereitet.

Gleich zu Beginn kann ich sagen, dass sich niemand davon abschrecken lassen muss, weil es sich bei „Deep“ um einen zweiten Teil handelt. Den Vorgängerband muss man für das Verständnis dieser Geschichte nicht unbedingt gelesen haben. Kurze Rückblicke mit den wichtigsten Erklärungen der Zusammenhänge zwischen den beiden Teilen, machten es mir leicht, sämtliche Handlungen wieder vor meinem geistigen Auge präsent zu haben. Dennoch kann man aus meiner Sicht beide Teile wirklich gut unabhängig voneinander lesen.

Jens Schumacher ist es wiederum hervorragend gelungen, seine Geschichte langsam beginnend mit fortwährend ansteigender Spannung zu präsentieren. Für die Erzählung bevorzugt der Autor die Vergangenheitsform im personalen Stil. Viele Dialoge brachten mir die unterschiedlichen Sichtweisen der handelnden Personen nahe. Ich fühlte mich immer als Teil des Plots und konnte die Geschehnisse stets nachvollziehen. Die Kapitel enden zunehmend mit Cliffhangern, die Lesepausen nahezu unmöglich erschienen lassen. Und so war es dann auch kein Wunder, dass ich das Buch mit steigender Seitenzahl nur aus der Hand gelegt habe, wenn es gar nicht anders möglich war. Die Geschichte hatte mich zu sehr gefangen genommen! Der Druck von Milliarden Tonnen Meereswasser lastete gefühlt auf meinem Brustkorb und riss mich förmlich mit sich.

Auch in „Deep“ ist Henry wieder ein Protagonist, der sofort mit seinem sympathischen Wesen punkten konnte und sich immer zum Wohl der Gemeinschaft einbringt. Jugendlicher Leichtsinn und Draufgängertum gehören hier natürlich auch dazu. Dennoch handelt Henry selten unüberlegt. Er wirkt seit seinen Erlebnissen am Südpol nochmals gereifter und entwickelt sich auch hier deutlich weiter. Und dann stößt er langsam an die Grenzen des für ihn Möglichen.

Becca mochte ich gleich von der ersten Beschreibung an. Gemeinsam mit Henry lernte ich sie am Strand von Cilacap kennen und sie hat mich dabei sofort für sich gewonnen. Becca ist sehr aufgeschlossen, intelligent und ehrlich. Mit ihrem erfrischenden Wesen hat sie die Geschichte bereichert und oftmals auch aufgelockert. Doch auch sie schwebt in großer Gefahr!

Interessant fand ich in „Deep“ die gekonnten Verquickungen des Autors zwischen real stattfindenden Handlungen mit Ansätzen von Science-Fiction-Elementen. Die SciFi-Elemente drängen sich dabei ganz und gar nicht in den Vordergrund, verleihen der Geschichte dennoch dieses gewisse Etwas. Der Schreibstil des Autors ist leicht, nicht übertrieben und daher unheimlich gut zu lesen.

Natürlich könnte man die eine oder andere Kleinigkeit erwähnen, die vielleicht nicht ganz abgerundet erschien oder vielleicht doch über das Ziel hinausgeschossen erscheinen könnte. Mein Lesedrang und das damit verbundenen Vergnügen beim Inhalieren dieser Geschichte wurde hierdurch jedoch nicht abgebremst.

Für das Ende hat sich Jens Schumacher einen atemberaubenden Showdown ausgedacht, nach dessen Auflösung ich das Buch nun beruhigt und zufrieden zur Seite legen kann.
Mit „Deep – Gefahr aus der Tiefe“ konnte mich Jens Schumacher wieder in eine Welt voller Abenteuer entführen. Für die Erlebnisse tief unter dem Meeresspiegel vor der exotischen Kulisse Javas vergebe ich an dieser Stelle 5 Bücher.

Für alle Abenteurer, die sich vor unerforschten Gegenden nicht abschrecken lassen, Gefahren nicht ausschließen und Atemnot verkraften können.
1. Frozen – Tod im Eis (Rezension)
2. Deep – Gefahr aus der Tiefe
?




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Kommentare:

  1. Guten Morgen (:
    Wirklich eine schöne Rezension! Leider kenne ich den ersten Band noch nicht aber ich werde mich gleich mal danach umsehen ;)
    Viele liebe Grüße,
    Jasi

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  2. Hallo Jasi,

    ja, das solltest du unbedingt nachholen ;-) Dankeschön!

    LG

    Kay

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  3. Ich hab die Reihe noch nicht angefangen, aber nach deiner begeisterten Meinung muss ich das wohl nachholen ;)

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  4. Hallo Binzi,

    dem kann ich nicht widersprechen ;-)

    LG

    Kay

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  5. Das Buch steht schon lange auf meiner WL. Und auch "Frozen" interessiert mich sehr! Muss ich mir definitv bald mal zulegen :)
    LG Maike

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  6. Hallo Maike,

    beide Bücher haben mich total überrascht. Da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis mal richtig :-)

    LG

    Kay

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