Donnerstag, 7. November 2013

♂ Der Fluch von Hollow Pike (James Dawson) [Rezension]

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„Sie zog die Vorhänge zu und ging zurück zum Bett, rückwärts, ohne die Terrassentür auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Nur zur Sicherheit.“
(S. 56)

„Sie wusste, dass sie es sich nur einbildete, aber sie konnte nicht anders, als dem Wald zu lauschen. Es kam ihr so vor, als würde er nach ihr rufen, als würde er sie begehren.“
(S. 88)

„Es war eine Warnung. Von jemandem, der wusste, dass sie an einem Ort gewesen war, an dem sie niemals hätte sein dürfen.“
(S.231)
Lis wird an ihrer Schule gemobbt. Dazu kommt, dass sie schon seit Wochen diesen seltsamen Albtraum hat. Es ist immer der gleiche Traum. Nur ihre Details werden vielfältiger.

Durch einen Umzug zu ihrer großen Schwester Sarah nach Hollow Pike will sie all dem entfliehen. Und tatsächlich scheint es zu funktionieren! Sie wird in die Clique rund um das beliebteste Mädchen der Schule, Laura, aufgenommen. Und Danny, der Schwarm aus der Rugby-Mannschaft schlechthin, wird auf sie aufmerksam. Doch was haben ihre seltsamen Beobachtungen zu bedeuten? Was hat es mit den Vögeln auf sich, die immer wieder ihren Weg kreuzen? Die Ereignisse beginnen, sich zu überschlagen. Plötzlich ist Lis in einer Situation, in die sie nie geraten wollte…
„Der Fluch von Hollow Pike“ war eigentlich gar nicht auf meiner Liste. Dann kamen die ersten positiven Bewertungen befreundeter Blogger. Lange konnte ich das Buch also nicht unbeachtet lassen. Und wie durch Zufall lag es dann plötzlich vor mir. Natürlich habe ich sofort mit dem Lesen angefangen.

Nach den ersten Seiten war ich mit der Protagonistin Lis bereits bekannt. Sie erzählte mir sofort von ihren seit Wochen andauernden Albträumen, oder besser, diesem einen Albtraum. Es war immer dieselbe Abfolge. Das Gefühl von Hilflosigkeit überwog bei ihr. Bis sie aufwacht. Natürlich ist danach nicht mehr wirklich an weiteren Schlaf zu denken. Kommt der Traum von den ständigen Sticheleien ihrer ehemals besten Freundin? Eines ist sicher. Es muss ein Ende haben!

Schon auf dem Weg zu ihrer Schwester Sarah, bei der sie zukünftig wohnen wird, geschieht etwas Ungewöhnliches. Die Elster, die mitten auf der Straße sitzt, scheint sie nicht vorbeilassen zu wollen. Doch Lis denkt sich noch nichts dabei.

Lis selbst fühlt sich absolut aufgewertet, als sie nach kurzer Zeit direkt in den Kreis des beliebtesten Mädchens der Schule aufgenommen wird. Dort wird sie vom Opfer zum Täter. Und etwas in ihrem Inneren sagt ihr, dass sie nicht sie selbst bleibt, wenn es so weitergeht. Tatsächlich schafft eine unbeabsichtigte Handlung einen Abstand zu ihren neuen Freundinnen. Doch zieht sie hieraus wirklich einen Vorteil? Nun steht sie wieder am Anfang, bekommt jedoch Hilfe aus einer unerwarteten Richtung. Jetzt ist sie Teil von Kittys Clique. Und sie fühlt sich wohl dabei.
                                                                                     
Plötzlich geschehen unvorhergesehene Dinge, die Lis nicht beeinflussen kann. Und dann gibt es die erste Tote. Lis gerät in immer größere Gefahr und wächst letztendlich über sich hinaus. Aber reicht es wirklich, um dieser geheimnisvollen Macht zu entkommen? Lis zweifelt an sich selbst. Innerlich wird sie förmlich zerrissen. Wird Lis es schaffen?

Danny war nicht immer der Junge, für den ihn nun viele halten. Geplagt von Selbstzweifeln hat er sich seinem Schicksal ergeben, um so zu erscheinen, wie ihn sein Vater letztendlich sehen will. Doch noch immer ist er nicht gut genug. Anerkennung hat er nie erfahren und so kann man ihn als absolut introvertiert beschreiben. Und dann trifft er auf Lis. Für Lis ist er bereit, seine Schwächen zu zeigen, jedoch Stärke zu bieten. Nicht immer geht er damit in die richtige Richtung. Und nicht immer zu seinem Vorteil…

James Dawson erzählt die Geschichte flüssig und präsentiert diese in Vergangenheitsform mit auktorialen Ansätzen aus Sicht von Lis. Der Autor versteht es, Spannung aufzubauen. Diese Spannung zu halten ist zwar mitunter nicht durchgehend gelungen, so dass ich oftmals schnell eine Verschnaufpause einlegen konnte.

Vielleicht war meine Erwartung auch eine andere… Hatte ich mich darauf gefreut, gruselige Erzählstränge zu erfahren, bei denen mir die Gänsehaut die Arme hoch und runter erscheint, wurden diese oftmals von den klassischen High-School-Geschehnissen in den Hintergrund gedrängt. Kaum klebte ich an den Seiten aufgrund der sich entwickelnden Spannung, fand ich mich plötzlich in den wechselnden, und aufgrund der beherrschenden Hormone nicht immer nachvollziehbaren Emotionen pubertierender Teenager wieder. Klischee folgte auf Klischee, nichts wurde ausgelassen. Die neue Schülerin an der Schule trifft auf Mädchenschwarm, dieser verliebt sich in sie, zweifelt jedoch an sich selbst usw… Auch die verregnete Umgebung der Schule kam mir sehr vertraut vor. Ein geschilderter Vergleich in den Seiten selbst gab mir Aufschluss darüber, dass dies sogar gewollt war.

Das Ende der Geschichte ist durchaus abgerundet und hat mich für einiges entschädigt. Nach einem Show-Down, der nochmals alles aus der Geschichte herausgeholt hat, konnte mich James Dawson doch noch auf seine Seite ziehen. Im Endeffekt denke ich, dass das Buch auf jeden Fall seine Fans finden wird.
„Der Fluch von Hollow Pike“ war insgesamt ein angenehmes Lesevergnügen, das mit vielen Klischees behaftet daherkommt und die Zielgruppe vereinnahmen kann. Meine Lesestunden mit Lis und Danny belohne ich an dieser Stelle mit sehr guten 3 Büchern.

Für alle Fans guter Unterhaltung, die keinen permanenten Spannungslevel benötigen, um eine Geschichte genießen zu können und abgerundete Abschlüsse lieben.




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Kommentare:

  1. High-School-Geschehnissen und Klischees? Du machst mir ja grad Mut! :(
    War bei mir auch ein totaler Spontankauf! :D Ich hoffe es gefällt mir besser^^
    LG Jan

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    1. Ich hatte die Klischees auch als Kritikpunkt, aber ich fands weniger schlimm :P Abgesehen von dem Football-Typen xD Das andere klärt sich am Ende ^^

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    2. ...der Autor hat da aber auch wirklich keins ausgelassen ;-)

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  2. Hi Jan,

    da bin ich mal gespannt, was du zu der Geschichte sagst ;-)

    LG

    Kay

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  3. Hm, ich hatte in der Hochschule einen Kommentar gepostet, scheinbar wurde der nicht übernommen >.<
    Also .. schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat :( Aber 3 Bücher sind ja trotzdem noch gut. Ich wusste bei dem Buch nicht, in welche Richtung es geht - vermutlich konnte ich dann unbefangen in die Geschichte abtauchen.
    Ich fand diese ganzen Schatten ja irgendwie schaurig :P Und ja, die Klischees sind ziemlich klischeemäßig :D

    LG, Heffa

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  4. Hallo Heffa,

    eben, drei Sterne sind definitiv nicht schlecht! Bis auf die Kritikpunkte hat es mir auch richtig gut gefallen :-) Kann man also schon empfehlen!

    LG

    Kay

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  5. Schade, dass es so viele Klischees gibt :/ Aber jetzt weiß ich ja, auf was ich mich einstellen muss. Ich hoffe, es wird mir trotzdem gefallen.
    LG Celine

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  6. Hallo Celine,

    versuch es einfach mal mit der Geschichte. Vielleicht stören dich die Klischees ja auch gar nicht ;-)

    LG

    Kay

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Steffi & Kay