Donnerstag, 5. September 2013

♀ WaterSong 02 - Wiegenlied (Amanda Hocking) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
„Als sie feststellte, dass ihre Beine sich nicht verwandelten, bekam sie Panik. Das vertraute Flattern, das die Verwandlung ankündigte, blieb aus. Die Wellen zogen sie aufs Meer hinaus. Sie wollte schwimmen und gegen die Strömung ankämpfen, war aber viel zu schwach. Das Wasser ergriff von ihr Besitz und zog sie in die Tiefe. Wenn sie sich nicht bald verwandelte, würde sie ertrinken.“

(S. 83)

Mithilfe von Alex versucht Harper herauszufinden, was auf der Insel passiert sein könnte.
In der Bibliothek, in der Harper arbeitet, werden sie fündig. Die Mädchen müssen den Sagen und Mythen entsprungen sein. Sie sind Sirenen. Doch die Suche nach einem Gegenmittel ist genauso vergeblich wie die nach Gemma selbst.

Gemma lebt mit den anderen Mädchen in einem großen, abgeschotteten Anwesen am Meer. Sawyer, der junge Besitzer, wurde mit dem Gesang der Mädchen betört und gleicht einem Dienstboten, der insbesondere Penn alles recht machen will.
Gemma weigert sich, zu singen. Sie will nicht essen und verbietet sich jeden Spaß in Form von Schwimmen. Ihr Körper demonstriert immer heftiger, droht zu zerfallen.

Was der Anführerin Penn gar nicht gefällt. Sie macht Gemma auf die Konsequenzen aufmerksam, die ihr Tod haben würde. Nicht für die Mädchen, sondern für diejenigen, die Gemma beschützen wollte.
Ich liebe die kurzweiligen Bücher von Amanda Hocking, war gefesselt von der Interpretation der Sirenen in „Sternenlied“. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte hatte, musste ich zu der Fortsetzung greifen.

Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder mitten in der Geschichte. Ich trauerte mit Gemma, versuchte, mit den Geschehnissen zum Ende des ersten Bandes klarzukommen. Vor allem aber wollte ich ihr helfen, herauszufinden, um was es sich bei den geflügelten Wesen handelt. Für mich als Leser des ersten Bandes war dies natürlich bekannt, dennoch störte mich diese erneute Erkundungstour nicht.

Kurz darauf erfuhr ich endlich, wie es Gemma in der Zwischenzeit ergangen ist.

Der Erzählstil dieser Fortsetzung hat mir um einiges besser gefallen, als das in Band 1 der Fall war. Er fühlte sich strukturierter an, die Kapitel werden (bis auf wenige Ausnahmen) in wechselndem personalen Erzählstil aus Gemmas und Harpers Perspektive erzählt, was für weniger Verwirrung sorgte und gleichzeitig einen klaren Einblick in die beiden Handlungsstränge und den jeweiligen Charakter gab.

So fühlte ich mich Gemma und auch Harper wesentlich näher und hatte nicht mehr das Gefühl, sie würden um den Protagonisten-Rang konkurrieren.

Harper ist immer noch die Fürsorglichkeit in Person, ihr Beschützerinstinkt ungebrochen. Aber sie macht sich nicht nur Sorgen um Gemmas Verbleib. Als sie herausfindet, was genau ihre Schwester jetzt ist, zu was die anderen Sirenen fähig sind, keimt Hoffnungslosigkeit in ihr. War Gemma bereits ein Monster wie die anderen? Würde sie eines werden?
Neben der Suche nach Gemma werden immer wieder die Gefühle für Daniel erwähnt. Harper verbietet sich diese nach wie vor, hat geradezu Angst, etwas für ihn zu empfinden. Im Laufe des Buches erfuhren Daniel und ich auch, warum…

Die interessantere Perspektive war für mich natürlich die von Gemma. Nachdem sie zugestimmt hatte, den Sirenen zu folgen, ist sie nun gewillt, nicht zu einer richtigen Sirene zu werden. Sie isst nicht, schwimmt nicht und versucht, sich von den anderen fernzuhalten so gut es geht. In dem von den anderen verführten Sawyer findet sie sogar einen Gesprächspartner. Erst die Drohung von Penn veranlasst Harper zum Umdenken. Sie passt sich den anderen an, schwimmt mit ihnen und eine seltsame Gier erwacht in ihr. Wie lange kann sie sich diesem Gefühl entziehen?

Alex, Harpers bester Freund und Gemmas „richtiger“ Freund ist in „Wiegenlied“ beinahe auf jeder Seite präsent. Er hilft Harper nicht nur bei den Nachforschungen, sondern ist auch Gemmas Halt, die Veränderungen durchzustehen. Ihre Gedanken gelten stets denen, die ohne sie besser dran sind, ohne Gefahr. Doch wie wichtig die Beziehung der beiden wirklich ist, erfuhr ich erst später.

Auch die Nebencharaktere bekommen eine neue Tiefe. Insbesondere Thea wurde von der Autorin in ein anderes Licht gerückt und sie wurde mir sogar sympathisch – soweit das eine männerherzfressende Sirene sein kann.

Der Schreibstil von Frau Hocking ist nach wie vor derselbe: einfach, kurz und bündig. Viele Dialoge lüften den Text zusätzlich, dass er nicht mehr nur leicht, sondern beinahe schwerelos ist. Dies führte dazu, dass die Seiten nur so dahin flogen und ich bei jedem Blick auf die Seitenzahl schockiert feststellte, dass das Ende mit rasender Geschwindigkeit nahte. Auch macht die Autorin wieder deutlich, dass Sirenen grausame, blutrünstige Monster sind. Ich fand die Szenen nicht schlimm, aber wer ganz zart besaitet ist, sollte vielleicht aufpassen.

Nach anfänglichem „Geplänkel“ und größtenteils Wiederholungen von Dingen, die ich bereits wusste, konnte mich die Autorin im Fortlauf der Geschichte überzeugen. Ich wurde von unvorhergesehenen Wendungen überrascht und mit einem nie geahnten Ende zurückgelassen. Mehr will ich aber nicht verraten…
Mit „Wiegenlied“ konnte Amanda Hocking das Niveau der Watersong-Reihe durchaus steigern. Mit einer gelungeneren Erzählperspektive, neuen Ideen und charakterlicher Tiefe, gepaart mit überraschenden Wendungen, konnte sie mich überzeugen. 4 Bücher für die besonderen Sirenen.

Ein Must-Read für Fans des ersten Bandes. Aber auch für all diejenigen, die, wie ich, ein paar „Einstiegsprobleme“ in die Reihe hatten. Insbesondere, was die Sprache angeht.
1. Watersong – Sternenlied (Rezension)
2. Watersong – Wiegenlied
3. Originaltitel: Tidal
4. Originaltitel: Elegy



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Kommentare:

  1. Ui, das klingt ja schon mal gut. Mich hat Band 1 ja nicht so umgehauen, aber es scheint ja noch Hoffnung zu bestehen ;)

    Liebe Grüße, Lisa

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    1. Für mich war Band 1 auch erst zum Ende hin RICHTIG gut (leider war durch den Prolog ja doch recht viel vorhersehbar). Das war jetzt in Band 2 weg :-)

      Lg
      Steffi

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  2. Oh, du machst mich richtig neugierig auf das Buch. Ich habe Band 1 nur gelesen, weil meine Schwester sich das Buch gekauft hatte und fand es überraschenderweise ziemlich gut :) Und Band 2 hört sich ja noch besser an - zum Glück hat meine Schwester das Buch schon bestellt, da muss ich es mir gleich mal ausleihen...

    Liebe Grüße,
    Livi

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    1. Wenn dir Band 1 schon gefiel, dann Teil 2 sicher noch mehr!
      Schnell von deiner Schwester leihen und viel Spaß :-)

      Lg
      Steffi

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  3. Hm, ich kann mich nach ihrer Vampirserie einfach nicht dazu überwinden, noch mal etwas von Amanda Hocking zu kaufen, weil ich Band 1 damals so schrecklich fand. :-(
    Ich fürchte da hilft in diesem Fall auch deine gute Rezi nichts ;-)

    LG Desiree

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    1. Dann bin ich ja froh, dass ich meine erste Begegnung mit Amanda Hocking bei/mit den Tryll hatte... Über die Vampirmonde scheiden sich ja die Geister :-)

      Aber ich kenne das nur zu gut, wenn ein Buch/eine Serie einem dem Spaß verderben kann :-)

      lg
      Steffi

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  4. Ich will das auch noch unbedingt lesen! :D Im Gegensatz zu allen anderen, fand ich Band 1 nämlich gut ^^ Und diese wunderschööööönen Cover :D Wenn es noch besser und spannender wird und mehr Harper drin vorkommt (die mochte ich am meisten) dann kann ich das ja nur gut finden :)

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    1. Die Cover sind es schon wert, dass die Bücher einziehen müssen :-)
      Ich liebe das Funkeln <3

      Mehr Harper und interessantere Einblicke in Gemma - daher für dich sicher auch noch besser als Band 1 :-)

      lg
      Steffi

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  5. Irgendwie fand ich Band 1 viel besser :-/ Habe mir wohl viel zu viel davon erwartet

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    1. echt? Muss ich gleich mal nachschauen... :-)

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  6. Dieses Buch ist mein Weihnachtswunsch, weil der erste Teil wirklich gut war und die Rezensionen dafür so viel versprechen:)
    LG

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  7. Hallo ;)
    "Watersong 2" ist mein Weihnachtswunsch, weil ich, nach dem ersten Band, gerne erfahren würde, wie es mit Gemma weitergeht!

    Liebe Grüße,
    Olek

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  8. Hallo :)
    "Watersong 2" ist mein Weihnachtswunsch, weil ich, nach dem ersten Band, gerne erfahren würde, was mit Gemma passiert!

    Liebe Grüße,
    Olek

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  9. Gut das der zweite Band sich steigert :D Schöne Rezi!

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    1. Ja, Band 1 war etwas durchwachsen... Teil 2 war um einiges "runder" - wenn man sich über das Ende auch streiten kann :-)

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Steffi & Kay