Mittwoch, 4. September 2013

♀ Untot 02 - Sie sind zurück und hungrig (Kirsty McKay) [Rezension]

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„Nur Amateure kreischen los und dazu zähle ich ja wohl nicht mehr. Denn wenn man Gewalt ausgesetzt ist, wenn man Tote sieht und eine Waffe trägt, dann stumpft man eigentlich doch ab, wird gefühllos. So wie meine Füße, die der Kälte und den fiesen scharfen Rändern von Stöcken und Steinen ausgesetzt sind.“
(S. 208)
Knapp sechs Wochen sind vergangen. Bobby kommt in einem Krankenhaus zu sich. Der Bericht einer Krankenschwester macht wenig Mut: Der Bus, in dem sich Bobby befand, hatte einen Unfall. Es haben nur vier Jugendliche überlebt. Auch ihre Mutter ist tot. Schottland ist komplett abgeriegelt, die „Infektion“ breitet sich überall aus.
Die Krankenschwester verspricht, dass das Militärkrankenhaus Schutz bietet. Was sich als klarer Irrtum herausstellt, als zahlreiche Zombies hungrig an die Tür klopfen.

Bobby flieht durch den Lüftungsschacht und stößt daraufhin auf bekannte Gesichter. Bobby, Alice, Pete und Russ, der vierte Überlebende, machen sich auf die Jagd nach Hinweisen und einem Weg nach draußen.

Was gar nicht so einfach ist, denn die Untoten sind nicht mehr die einzigen, die hinter ihnen her sind…
„Untot – Lauf solange du noch kannst“ konnte mich mit seiner rasanten, teilweise sehr galgenhumoristischen Art überzeugen.
Nach dem kleinen „Pausensnack“ war ich umso begieriger auf diese Fortsetzung.

Ich muss zugeben: Die Eingewöhnung an den doch sehr „besonderen“ Sprachstil der Autorin fiel mir dieses Mal wesentlich leichter, was vielleicht an den sofort einschlagenden Sprüchen von Bobby lag, die mich zum Lachen brachten.

Noch ehe ich mich versah, war ich wieder mit ihr auf der Flucht vor den Zombies und stieß dabei auf Alice. Schnell kommen die Mädchen einer Lüge der Krankenschwester auf die Spur und beginnen, Hinweise zu entschlüsseln, stets auf der Hut vor Eindringlingen jeder Art. Könnte Smitty ebenfalls überlebt haben?

Bobby war auch in diesem zweiten Teil ein Feuerwerk an trockenem Humor. Sie hat ein starkes Selbstbewusstsein entwickelt, schließlich gibt es auf dieser Welt keinen Platz mehr für Loser. Bobby erinnert sich im Laufe der Geschichte immer wieder an Episoden aus ihrer Vergangenheit, kleine Erlebnisse mit ihren Eltern. Vor allem die mit ihrer Mutter scheinen sie auf all das vorbereitet zu haben, haben aus ihr eine wahre Überlebenskünstlerin geschaffen.

Aber egal, wie sympathisch der „Neue“ in der Truppe, Russ, zu sein scheint: Bobby sehnt sich nach Smitty. Dieser ist stets im Geiste anwesend, gibt Bobby Ratschläge, motiviert sie mit fiesen Sprüchen, was ihre Sehnsucht steigert und ihre Hoffnung, ihn zu finden, niemals enden lässt.

Alice ist auch in „Sie sind zurück und hungrig“ die Oberzicke, die für böse Sprüche und fiese Kommentare zuständig ist. Doch auch sie hat mehr zu bieten… mehr noch, als ab und zu hilfreiche Ideen zu haben.

Pete, der Oberdenker, ist in seinem Element, als es darum geht, Botschaften zu entschlüsseln und Hinweisen zu folgen. Doch gilt sein Interesse wirklich noch der Rettung Smittys oder zeigt er zu viel Interesse an Xanthro?

Zum Schreibstil der Autorin gibt es nicht mehr viel zu sagen. Bobby, die in Ich-Perspektive im Präsens erzählt, „denkt“ frei nach Schnauze. Die anderen Charaktere stehen dem in ihren Dialogen in nichts nach. Alleinig die humorvolle Art und die von Sarkasmus triefenden Sprüche retten den seeeehr umgangssprachlichen Erzählstil. Dieser ist aber vielleicht auch für die Kurzweile der Geschichte verantwortlich, die ihrerseits für ein durchgehendes Spannungsniveau sorgt und so jegliche Unterbrechung des Lesens schwer macht.

Kirsty McKay hat ihre Idee konsequent weitergesponnen, das Virus hat sich nicht nur ausgebreitet und für die Abschottung Schottlands gesorgt, sondern auch verändert. Die Untoten sind anders und Osiris macht auch vor Neuland nicht halt.

In dieser ganzen blutigen, gehirnmassetriefenden, hautfetzenherabhängenden Flucht konnte Frau McKay durchaus einen klaren roten Faden einbauen, der an manchen Stellen zwar erst rückwirkend ersichtlich ist, aber alles logisch zusammenführt.
Neben Ekelelementen, in viel Humor verpackt, hat sie auch für ein paar Überraschungen gesorgt.

Band 2 endet nicht ganz so fies wie sein Vorgänger, ich bin aber dennoch gespannt auf das Finale.
Auch in „Untot – Sie sind zurück und hungrig“ ist mein größter Kritikpunkt der Sprachstil. Mit ihrem konsequenten Weiterspinnen der Handlung, vielen Zusammenstößen mit Zombies verschiedenster Natur, aber auch neuen Hintergrundinfos konnte mich Kirsty McKay überzeugen. 4 Bücher für Bobby und ihr Team.

Wer Gefallen an Bobbys Art gefunden hat, ihr Leben bereits in Band 1 allen sprachlichen Widrigkeiten zum Trotz mit Spannung verfolgt hat, wird auch um diese Fortsetzung nicht herumkommen. Untoter Lesespaß pur, leider wieder viel zu schnell vorbei.
1. Untot – Lauf solange du noch kannst (Rezension)
1.5 Untot – Pausensnack (Rezension)
2. Untot – Sie sind zurück und hungrig
3. ?



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Kommentare:

  1. Hallo und guten Morgen,

    ganz nette, mit unter recht gruselige/eklige Geschichte.

    Bin gespannt wann und wie es weitergeht.

    LG..Karin..

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    1. Und ich erst! :-)
      Aber egal wie gruselig/eklig es teilweise ist, durch die Sprüche und den Humor wird das alles abgemildert :-)

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  2. Guten Morgen :)

    Ich habe die Bücher noch nicht gelesen, aber man hört ja sehr viel Positives, also werde ich mir den ersten Band früher oder später zulegen. :)

    Schöne Rezension, wie immer!

    LG
    Binzi <3

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    1. Lies sicherheitshalber in die Leseprobe rein! Nicht dass du nachher von dem Stil überrumpelt bist - der ist schon sehr 'speziell' ;-)

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    2. Danke für den Tipp! Werde ich machen! :)

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  3. Hey :)

    Ich hab die Bücher noch nicht gelesen aber möchte ich unbedingt noch machen.
    Sehr gute Rezension :)

    Liebe Grüße, Jasi

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    1. Vielen Dank, liebe Jasi.
      Der Tipp geht natürlich auch an dich: Blick in die Leseprobe werfen, nicht dass du auch schreiend davonläufst, wenn du das Buch liest ;-)

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  4. Hallihallo ;-),

    da ist doch tatsächlich eine Zombie-Geschichte an mir vorbei gegangen. O.o
    Diese Reihe ist nicht so bekannt, oder?

    Aufgrund der Rezensionen werde ich da wohl einiges an neuem Lesestoff haben. Vielen Dank. :-D

    Liebe Grüße
    Tilly

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    1. Die Reihe ist sehr speziell, was den Schreibstil angeht... Der ist nicht jedermanns Sache.

      Band 1 wurde vor der Erscheinung aber richtig stark promotet (Zombie-Warn-Schilder überall, Apokalypse-Hinweise,...)
      Ich hatte Band 1 gewonnen, sonst wäre ich vielleicht nicht drauf gekommen... Bobbys Sarkasmus ist so genial, die muss man einfach lieben (sofern man über ihre Erzählweise hinwegsehen kann *g*)

      Lies am besten in die Leseprobe von Band 1 - entweder, du willst nicht mehr aufhören oder löschst sie ziemlich schnell, weil der Stil dir gar nicht zusagt :-)

      Wenn doch, dann ganz viel Spaß <3

      lg
      Steffi

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