Donnerstag, 12. September 2013

♀ Silver Skye (Jocelyn Davies) [Rezension]

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„Die beiden waren so verschieden. Wie Licht und Dunkelheit. Frieden und Chaos. Wenn ich die Wahl hätte, wüsste ich nicht, wofür ich mich entscheiden sollte.“
(S. 218)
Auf der Überraschungsparty zu ihrem 17. Geburtstag trifft Skye das erste Mal auf Asher. Nach dem kurzen Gespräch mit ihm ist es wieder passiert: Skyes Augen leuchten wie flüssiges Quecksilber. Skye weiß weder, wodurch diese Veränderung von grau zu diesem übernatürlichen Etwas hervorgerufen wird, noch wie sie es wieder rückgängig machen kann. Sie weiß nur, dass es immer wieder passiert.

Doch darüber nachzudenken hat sie keine Zeit. Eine Schlägerei zwischen Asher und einem gewissen Devin bricht aus, wird jedoch durch ein für die Gegend untypisches Erdbeben beendet.

Skye ist verwirrt: Ihre Augen, das Erdbeben und dann noch die seltsamen schwerelosen Träume… und warum ist morgens stets das Fenster offen?

Die beiden Prügelknaben sind nun neu an Skyes Schule. Sofort fühlt sich Skye zwischen dem düsteren Asher und dem blonden Devin wie hin- und hergerissen, die Feindseligkeit der beiden gegenüber dem anderen „Cousin“ ist mehr als spürbar.

Die Ereignisse überschlagen sich, um Skye herum geschehen Dinge, die nicht mehr als „normal“ bezeichnet werden können. Welche Rolle spielt sie in diesem Spiel?

Für welchen Jungen wird sie sich entscheiden, wenn diese Entscheidung einfach alles verändern wird?
Nachdem ich Band 2 überraschend geschenkt bekommen habe, musste ich mir natürlich auch den ersten Teil besorgen. Durch den Klappentext bereits „vorgewarnt“, begann ich zu lesen…

Jocelyn Davies hält sich nicht lange mit Unwichtigkeiten und einleitenden Worten auf. Bereits auf den ersten Seiten lernte ich alle für den weiteren Verlauf wichtigen Charaktere kennen. Welch bessere Gelegenheit gibt es hierzu als ein lustiges Beisammensein auf einem Geburtstag? So konnte ich auch schnell die Beziehungen der Charaktere zueinander erkennen. Seien es die beste Freundin Cassie, die sich große Mühen um die Planung des Geburtstages von Skye macht, die sich ständig mit Dan kabbelt, der neben Ian auch zu der kleinen Clique gehört. Letzterer hat eindeutig ein Auge auf Skye geworfen, sie ist sich ihrer eigenen Gefühle aber nicht sehr sicher.

Draußen, vor dem Café, trafen Skye und ich dann auf Asher, den typisch dunkel-mystischen Jungen, zu dem man sich sofort hingezogen fühlen muss, wenig später dann – ineinander verkeilt – auf den blonden Devin. Als erstes Anzeichen für den Fantasy-Anteil knüpfte die Autorin Skyes quecksilberfarbene Augen ein. Und ich wollte unbedingt erfahren, was es damit genau auf sich hatte – denn auch Ian sind sie aufgefallen.

Zu Skye hatte ich von Anfang an einen guten Draht. Sie erzählt ihre Geschichte in Ich-Perspektive in Vergangenheitsform und brachte so kurze Erinnerungen mit ein. Erinnerungen an den Tod ihrer Eltern, an ihre „Tante“, bei der sie nun lebt und ihre teils seltsamen Träume. Skye ist die typische Jugendbuch-Protagonistin. Durchschnittlich beliebt, ein kleiner Freundeskreis, recht gut in der Schule und Männern aus irgendeinem Grund (in diesem Fall Ex-Freund) nicht ganz zugetan.
Das ändert sich natürlich, als Asher und Devin auf ihre Schule kommen und sie zu verfolgen scheinen, sie stets zu beobachten. Beide buhlen um ihre Aufmerksamkeit, warnen Skye vor dem jeweils anderen. Läuft hier eine miese Wette zwischen den beiden?

Skyes Beweggründe drangen trotz Ich-Perspektive nicht immer zu mir durch, insbesondere, wenn es um die Jungs geht. Ihr Leben wird zu einem Hin und Her zwischen den beiden „Cousins“ und ihrem Freund Ian, der ebenso mehr will als nur Freundschaft.

Bereits aus dem Klappentext konnte ich das Liebesdreieck schon herauslesen (okay, eigentlich ist es sogar ein bisschen ein Viereck?!), also dachte ich, ich sei vorgewarnt. Dass sich insbesondere die Entscheidung zwischen den beiden Jungs so sehr in die Länge ziehen würde, hätte ich nicht erwartet. Zum Glück konnte die Autorin dieses Hin und Her mit zahlreichen Charaktereigenschaften der beiden Jungs kombinieren, Skye fühlt sich zum rebellischen Asher hingezogen, weil sie auch öfter den Wunsch hat, auszubrechen. Devin beeindruckt sie hingegen durch seine in sich ruhende Art.

Asher und Devin sind die totalen Gegensätze und haben dennoch eine große bedeutungsvolle Verbindung, die ihr aber selbst herausfinden müsst. Beide Jungs waren schwer einzuschätzen und ich war ebenso hin- und hergerissen wie Skye. Nicht jedoch, weil ich eine solch lebensverändernde Entscheidung treffen müsste, sondern weil ich nicht sagen konnte, wer von beiden „der Gute“ ist und wer zur „dunklen Seite“ gehört.

Mein Favourite unter den beiden war eindeutig Asher: Typischer Bad-Boy, düster, charismatisch, interessant, geheimnisvoll und in seinen Taten absolut nicht einzuschätzen.

Devin ist das Gegenteil: Der klassische Traumprinz mit dem blonden Haar, der stets freundlich ist und niemals die Kontrolle zu verlieren scheint. Warum das genau so ist, war für mich DIE Wendung überhaupt des ganzen Buches.

Womit wir zur Idee von Jocelyn Davies kommen. Sie hat sich Gedanken gemacht, was freier Wille ist, Schicksal, Bestimmung… und dem Ganzen ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Aber gibt es tatsächlich nur Licht und Dunkel? Wer sind die Guten, wer die Bösen? Diese Fragen ließen mich über die Beziehungsgeschichte hinwegsehen und zogen mich in ihren Bann.

Daher war es gar nicht nötig, einen permanenten Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, denn das Interesse an der Entwicklung der Charaktere war groß genug, um das Buch kaum aus der Hand legen zu wollen. Der Schreibstil der Autorin tat sein Übriges: Flüssig, fokussierte, nicht übertriebene Beschreibungen und viel wörtliche Rede lassen die Seiten nur so dahinfliegen.

Der abschließende Showdown konnte mich dann auch noch einmal überraschen und ich bin sehr froh, dass ich Band 2 „Dark Skye“ bereits hier habe und weiterlesen kann.
„Silver Skye“ legt seinen Fokus auf die Charaktere und das Hin- und Hergerissen-Sein der Protagonistin Skye. Die Dreiecksgeschichte war durchaus interessant gestaltet, aber sehr dominant. Zum Ende hin gab es überraschende Wendungen, die mich sehr neugierig auf die Fortsetzung machten. Sehr gute 3 Bücher für Silver, Asher und Devin.

Wer eine Allergie gegen Dreiecksgeschichten hat, sollte sich lieber von „Silver Skye“ fernhalten. Wer aber eine interessante Grundidee und eben jene emotionale Unentschlossenheit zu schätzen weiß, der muss auf jeden Fall zugreifen.
1. Silver Skye
2. Dark Skye
3. Originaltitel: A Radiant Sky
(September 2013)



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Kommentare:

  1. Das Buch begegnet mir ständig in sämtlichen Buchhandlungen :D Sogar in solchen ganz kleinen Buchläden, wo es nur so 200 Bücher gibt oder so, ich glaube, das heißt, dass ich es kaufen sollte ;) Deine Rezension klang ja auch schon mal ganz gut, Dreiecksgeschichten stören mich nicht. :)

    LG
    Binzi <3

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    1. Dann dürfte es RICHTIG interessant sein... Der Folgeband ist sogar noch besser, weniger dreiecklastig und zum Ende hin voller Überraschungen!

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Steffi & Kay