Montag, 15. Juli 2013

♂ Remember (Roland Jungbluth) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
„Annabel strich über den groben Leinenstoff, der ihren Körper bedeckte. Sie erinnerte sich nicht, die Sachen angezogen zu haben.“
(S. 11)

„Denn der Glaube, tot zu sein, war keine gute Voraussetzung, wenn es darum ging, am Leben zu bleiben.“
(S. 45)

„Es kam ihm vor, als hätte jemand den Sicherungsstift aus einer Handgranate gezogen, die jeden Moment vor seinen Augen explodieren würde.“
(S. 83)
Annabell erwacht im Krankenhaus. Sie kann sich nicht erinnern, wie sie hierhergekommen ist. Verletzt scheint sie offensichtlich nicht zu sein. Sie nimmt ihren Mut zusammen und erkundet ihre Umgebung. Sie irrt durch die Gänge des Krankenhauses, niemand scheint sie wirklich zu bemerken. Außerdem stimmte mit den Menschen hier etwas nicht. Annabel war in einer Irrenanstalt!

Im Aufenthaltsraum ihrer Station trifft Annabel auf drei Jungs. Und alle Drei gehen auf die gleiche Schule wie Annabel. Die Namen der Jungs erscheinen blitzartig in ihrem Kopf. Eric, Michael und George warnen sie, dass fremde Leute sich als ihre Eltern ausgeben werden. Annabel soll das Spiel mitspielen.
Kurz darauf trifft sie tatsächlich auf ihre angeblichen Eltern. Doch diese Menschen hat sie noch nie in ihrem Leben gesehen! Nach einem Tobsuchtsanfall wird Annabel ruhiggestellt.
Auf dem Weg zu ihrer Station gerät Annabel in Bedrängnis. Doch sie erhält unerwartete Hilfe.

Der Albtraum geht weiter. Alles erscheint sehr mysteriös. Und dann macht Annabel eine Entdeckung!

Die Jugendlichen wissen, dass sie hier raus müssen. Doch alles scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Ihre Welt wechselt zwischen Realität und Wahnsinn… Der Wettlauf um ihr richtiges Leben beginnt!
Eigentlich hatte ich „Remember“ gar nicht auf meiner Agenda. Durch einen Zufall hatte das Buch vor kurzem dennoch zu mir gefunden. Im Nachhinein verstehe ich nicht, dass das Buch nicht früher meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat! Ich bin sehr froh, das Buch gelesen zu haben. Denn ich hätte mir hier ansonsten eine richtig gute Geschichte entgehen lassen.

Roland Jungbluth hat es geschafft, mir seine Geschichte von der ersten Seite an glaubhaft näherzubringen. Immer wieder konnte er meine Neugier auf den weiteren Fortlauf der Geschichte wecken und geizte nicht mit Spannungsbögen, die dem Plot diese gewisse fesselnde Wirkung verliehen. Von Beginn an schwelte für mich eine Spannung zwischen den Seiten und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Erzählt wird der Plot in Vergangenheitsform aus jeweils wechselnden Sichten, wobei vorrangig Annabels Welt beleuchtet wird. Der Autor hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf und verzichtet auf detaillierte Ausschmückungen. Die Hauptgeschichte wird an einigen Stellen immer wieder von einem Interview unterbrochen, durch das man nach und nach weitere Details und Informationen erhält, die das Gesamtwerk alles in allem abrunden. 

Den Schreibstil des Autors selbst kann man als schlicht und gut zu lesen bezeichnen. Die enthaltene wörtliche Rede konnte mich gut an die Protagonisten binden und half mir, manche Entwicklungen und Gedankengänge besser zu verstehen.

Eine besondere Tiefe hat der Autor seinen Charakteren nicht gegeben; aber das ist in dieser Geschichte auch gar nicht notwendig. Die Protagonisten waren für mich definitiv vorstellbar und riefen mit ihren Handlungen diverse Reaktionen in mir hervor.

Annabel konnte mich gleich bei unserer ersten Begegnung für sich einnehmen. Ein rothaariger Teenager mit entsprechenden rebellischen Grundzügen und Denkweisen. Mit ihrer verborgenen Schönheit war sie eindeutig mein Lieblingscharakter in der Geschichte und ich fieberte allen Rätseln und Geheimnissen mit ihr entgegen. Auch wenn Annabell in der Geschichte so einige Rückschläge hinnehmen muss, wächst sie immer wieder über sich hinaus und hat mich beeindruckt. Von Michael, sehr gut aussehend und außerdem Kapitän der Rugby-Mannschaft an ihrer Schule, hält sie anfangs wenig. Zu arrogant und überheblich hat er in der Schule bisher auf sie gewirkt. Und nun trifft sie ausgerechnet an diesem Ort auf ihn!

Michael wartet immer wieder mit Überraschungen auf. Ist er tatsächlich so stark, dass ihm nichts etwas anhaben kann? Und natürlich muss er sich die innere Frage stellen, warum ihm Annabel in der Schule bisher nicht aufgefallen ist. Seine Gefühlswelt gerät trotz der Situation, in der sich die Jugendlichen befinden, bei dem Gedanken an Annabel durcheinander. Doch da gibt es auch noch dieses Geheimnis, über das er nicht reden kann…Wird er die Schwelle überschreiten können und sich letztendlich offenbaren?

Mit Eric bedient der Autor eindeutig das Klischee des dunkelhäutigen und immer zu einem guten Spruch aufgelegten und einfühlsamen Homosexuellen. Diesen Charakter fand ich für den Plot definitiv sehr wichtig und Eric ist mir mit seinem Optimismus ebenfalls ans Herz gewachsen. Auch wenn sich ernste Szenen und Humor mitunter ausschließen, konnte er so manche beklemmende Szene zumindest etwas auflockern und spornte damit die Anderen zum Weitermachen an. Doch dann passierte das Unglaubliche und ich musste kurz durchschnaufen.

In George findet man einen unauffälligen, introvertiert wirkenden Teenager, der allerdings auch Geheimnisvolles ausstrahlt. Was weiß George? Teilt er wirklich sein ganzes Wissen zu ihrer Situation mit Annabel, Michael und Eric? Zumindest kann ich versprechen, dass George für so manche Überraschung gut ist!

Natürlich muss man als Leser eines Thrillers, der in einer Nervenheilanstalt beginnt, davon ausgehen, dass mitunter realitätsferne Vorkommnisse beschrieben werden, die in der realen Welt sicherlich so nicht passieren. In „Remember“ konnte ich mich durch das gute Setting sehr gut darauf einlassen und so manche Szene mit einem Augenzwinkern passieren. Die Zahnräder griffen in diesem Werk einfach zu gut ineinander.
Herr Jungbluth schickte mich durch ein Wechselbad der Gefühle und verband geschickt Realität mit surrealen Wendungen und verknüpfte das Ganze mit Vergangenheit und Zukunft.


Nach einem letzten Showdown lässt der Autor „Remember“ beruhigend ausklingen und bringt hierbei noch eine angenehme Emotionalität an den Leser. Einerseits ernüchtert, andererseits mit den ersehnten Antworten versorgt, konnte ich das Buch nach vielen schönen Lesestunden nun zufrieden zuklappen.
„Remember“ konnte mich fesseln und gut unterhalten. Diese tolle Mischung aus Realität und Wahnsinn, die mir viele schöne Lesestunden bescherte, belohne ich deshalb mit 5 Büchern.

Für alle, die der Realität entfliehen können, den Boden unter den Füßen dadurch nicht verlieren und Handlungen einfach akzeptieren. 





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Kommentare:

  1. Dann brauche ich es selber ^---^
    Gut dass ich wieder etwas gefunden habe dass dir gefällt

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    1. Hallo Shou,

      so langsam werde ich zu deinem Testleser....Rechnung folgt ;-)

      LG

      Kay

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  2. Halli hallo

    Ich habe diese Geschichte damals auch verschlungen und finde, dass
    Buch hat mehr Aufmerksamkeit verdient!!

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Hallo Bea,

      das Buch hat definitiv viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Wer es nicht gelesen hat, verpasst definitiv etwas!

      LG

      Kay

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  3. Das Buch ist direkt mal auf meine Wunschliste gewandert. :-)

    LG Michaela

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    1. Hallo Michaela,

      Genau da MUSS es auch hin ;-)

      LG

      Kay

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  4. Das Buch stand bis vor kurzem auch noch auf meiner Wunschliste. Beim Aussortieren habe ich es dann irgendwie runtergeschmissen. Nach deiner Rezi wandert es gleich wieder drauf :) Hört sich toll an und wurde wie immer, toll beschrieben!

    LG
    Shanty

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    1. Hi Shanty,

      wie konnte das denn passieren? Lies es und du wirst begeistert sein ;-) und, danke!

      LG

      Kay

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  5. Das kommt sofort auf meine Wunschliste :) Komischerweise hab ich das Buch noch nie im Buchladen gesehen, deshalb kannte ich es jetzt auch noch gar nicht. Aber es klingt ja richtig toll *-*

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    1. Hallo Binzi,

      ja, ging mir auch so! Und dann habe ich das Buch von Shou bekommen! Natürlich dürfte es dann nicht lange im Regal stehen...und es hat sich für mich gelohnt :-)

      LG

      Kay

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  6. Ohh ohhh ohhhh das klingt ja richtig richtig richtig toll!
    Das Cover mag ich ja schon total. :D

    Das hast sooo toll beschrieben...auf der WL hab ich es schon, jetzt hätte ich es gern sofort. :D

    LG Becca <3

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  7. Hallo Becca,

    Lies es! Super gut umgesetzt...genau dein Fall :-)

    LG

    Kay

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  8. Hm.. es hatte mich vom Klappentext nicht so angesprochen, aber ich werde mal in der Buchhandlung drum rum schleichen.

    Liebste grüße ♥
    Tabea
    Im Kopf eines Bookaholic

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  9. Hi Tabea,

    dann dreh mal deine Kreise und schnapp dir das Buch ;-)

    LG

    Kay

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  10. Wow, das hört sich aber gut an, tolle Rezension!
    Mal sehen, vielleicht setze ich das Buch auch auf meine WL. :)

    LG!
    Lydia

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  11. Hallo Lydia,

    das solltest du auf jeden Fall machen. Das Buch ist richtig toll!

    LG

    Kay

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  12. Wow, die Rezension ist echt total gelungen! Ich habe das Buch selbst schon gelesen und war absolut begeistert davon ^-^ Ich kann es nur jedem wärmstens empfehlen.

    Alles Liebe,
    Daisy

    Mein bester Freund ist ein Buch

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    1. Hallo Daisy,

      dankeschön! Ja, ich fand das Buch auch total klasse! Es war so....anders...anders gut!

      LG

      Kay

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  13. Dann muss ich es wohl doch lesen! :D
    Ich hatte es schon sooooo oft in der Hand und konnte es bisher weglegen. Ich vermute, das wird beim nächsten Mal nicht klappen. ;-)

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  14. Hallo Tine,

    ich bin auch ewig um das Buch geschlichen. Doch dann habe ich das Buch geschenkt bekommen :-) bin auch froh drüber. So war die Entscheidung gefallen ;-)

    LG

    Kay

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  15. Dieses Buch ist mein Weihnachtswunsch, weil ich immer noch drumrum schleiche und es bisher noch nicht gelesen habe. Langsam muss das Schleichen doch mal ein Ende haben. :)

    Einen schönen ersten Advent euch :)

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Liebe Grüße

Steffi & Kay