Donnerstag, 11. Juli 2013

♂ Elysion (Thomas Elbel) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
„Als sich der Nebel lichtete, war das Gesicht ihres Vaters verschwunden, und das Mädchen wusste, dass es von nun an allein sein würde.“
(S. 14)

„Irgendein höheres Wesen hatte es offensichtlich so bestimmt, dass die Malachim das Mittel zu ihrem eigenen Niedergang in sich trugen.“
(S. 81)

„Menschen tendierten dazu, jeden Freiraum, der sich ihnen bot, auszunützen, ob nun zum Guten oder Schlechten, meist aber zum Schlechten.“
(S. 138)
Nach dem Bürgerkrieg ist die Welt in ein Chaos gefallen. In den Städten leben kaum noch Menschen. Die Natur holt sich ihr Territorium Zug um Zug zurück. Vorstädte werden überwuchert, die Wälder wachsen unaufhaltbar. In diesen Wäldern leben SIE, die Malachim. Niemand weiß, woher sie kommen. Sie scheinen unüberwindbar und unglaublich stark, wie Götter. Aber doch haben sie eine Schwäche. Mit elektrischem Strom kann man sie töten. Danach bleibt nur eine dunkle, sirupartige Masse von ihnen zurück, der Teer.  Teer wirkt auf Menschen wie eine Droge und verleiht zeitweise unglaubliche Kräfte. Schnell wird man davon abgängig.
Cooper hat entdeckt, wie man die Malachim tötet und Teer aus ihnen gewinnt. Zusammen mit Stacy und Brent arbeitet sie für McCann und besorgt ihm und seinen Männern Teer. Hierdurch ist es ihnen möglich, ein halbwegs angenehmes Leben zu führen. Gemeinsam mit Big Mama wohnen sie in einem alten Fabrikgebäude.
Doch die Jagd auf die Malachim ist lebensgefährlich. Bei einem missglückten Angriff auf einen Malach kommen sie nur knapp mit dem Leben davon.
McCann ist sauer auf das Trio, weil sie von der letzten Jagd keinen Teer mitgebracht haben. Er lässt seine Wut an Stacy aus und bestraft sie. Gemeinsam mit zwei seiner Männer erhalten sie einen von ihm einen neuen Auftrag.
Kurz darauf trifft Cooper auf diesen einen Malach. Es scheint eine Verbindung zu ihm zu bestehen. Cooper ist irritiert.

Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Und nun ist ihnen McCann auf den Fersen. Ihr Vorsprung ist nicht groß… 
Auf „Elysion“ bin ich vor kurzem nur durch Zufall beim Bücherstöbern gestoßen. Vom Klappentext neugierig geworden wusste ich, dass ich das Buch haben musste. Nachdem ich das Buch nun endlich im Regal hatte, konnte ich es natürlich nicht lange ungelesen lassen.

Eine kurze und grobe Erläuterung hat der Autor bereits vor seiner Geschichte eingebaut. So wusste ich frühzeitig, was mich in etwa erwarten wird und hatte erste Vorstellungen von Herrn Elbels Idee.

Kurz darauf wurde ich förmlich in die Geschichte hineingeworfen und musste an der Seite von Cooper und Co. einen Kampf gegen einen Malach bestehen. Solche Anfänge finde ich sehr gut, da ich so meist einen engeren Bezug zu den Charakteren erhalte.

Herr Elbel hat einerseits eine erschreckend schockierende, andererseits aber erstaunlich real wirkende Welt erschaffen, in die ich mich sofort hineindenken konnte.
Die Geschichte wird in dritter Person in Vergangenheitsform präsentiert. Von anfänglich etwas verwirrenden Perspektivwechseln mit komplexen Handlungssträngen abgesehen, habe ich letztendlich gut in den Plot hineingefunden und fieberte mit den Charakteren mit, musste zeitweise aber so manche Verschnaufpause einlegen, um meine Gedanken zu ordnen. Natürlich lasse ich mich nicht von solchen Kleinigkeiten aufhalten und wurde mit einer sehr guten Umsetzung der Idee des Autors belohnt. Ich bekam, wenn auch nicht alle, so doch sehr viele Antworten auf meine Fragen. Kleine Vorhersehbarkeiten glich Herr Elbel mit unerwarteten Wendungen immer wieder aus und so konnte er den Spannungsbogen meist auf hohem Niveau halten.

Die Protagonisten wurden mit Eigenschaften ausgestattet, die eine Unterscheidung leicht machen und bei mir die entsprechenden Sympathien bzw. Antipathien hervorgerufen haben.

Die Malachim sind grausam und tödlich, den Menschen in allem weit überlegen. Doch niemand weiß, woher sie kommen. Plötzlich waren die Malachim einfach da. Sie leben in den Wäldern und beherrschen diese. Seit ihrem Erscheinen explodiert das Wachstum der Pflanzen förmlich. Sind die Malachim tatsächlich auf die Erde herabgestiegene Götter?

Cooper ist stark und selbstbewusst, eine typische Führungspersönlichkeit. Als kleines Mädchen hat sie ihre Eltern bei einem Überfall verloren. Die Bilder des Überfalls hat sie nur noch schemenhaft im Kopf. Später wurde sie von Stacy und Big Mama gefunden und aufgenommen. Cooper habe ich als Protagonistin gleich gemocht. Doch immer, wenn ich mehr über ihre Gefühlswelt erfahren wollte, hat sie sich mir verschlossen und unsere Beziehung wurde distanzierter. Dennoch konnte sie mich für sich einnehmen und ich habe ihre Handlungen aufmerksam verfolgt.

Brent wohnt gemeinsam mit Cooper und Stacy sowie Big Mama in dem alten Fabrikgebäude. Er und Stacy sind ein Paar. Sein Aussehen ist phänomenal, ein richtiger Posterboy. Seine Meinung vertritt er offen, kann sich für die Ziele der Gruppe grundsätzlich aber auch unterordnen. Sein eigenes Wohl geht ihm jedoch über alles. Brent schaut immer danach, dass er aus den Geschehnissen entsprechenden Erfolg für sich erzielt. Denn sein Antrieb hat ihn bereits süchtig werden lassen: Teer. Im weiteren Verlauf der Geschichte konnte mich Brent ein ums andere Mal überraschen, im positiven wie auch im negativen Sinn.

Die Charaktere insgesamt gesehen sind sicherlich nicht tief, für die gelungene Umsetzung Herrn Elbels Idee jedoch ausreichend beschrieben und den Lesefluss nicht einschränkend.

Mit „Elysion“ konnte mich Herr Elbel fesseln und so wurden mir viele schöne Lesestunden beschert. Anfangs verwirrende Handlungsstränge mit ein Stück weit Vorhersehbarkeit, steuerten letztendlich konsequent aufeinander zu und ließen mich ein der Geschichte angemessenes Finale erleben. Im Endeffekt freue ich mich, dass ich dieses Buch nun lesen durfte und bin gespannt auf weitere Werke des Autors.  

Eine kleine Anmerkung muss ich zum Schluss einfach noch anführen. Auch wenn die Optik dieses Taschenbuches bereits in derzeitiger Aufmachung meine Neugierde geweckt hat, ist die Idee und die Umsetzung der Idee und die Geschichte selbst so gut, dass sie eine Ausgabe als Hardcover mehr als verdient hätte. Ich bin mir sicher, dass diesem Werk damit sicher noch mehr von der verdienten Aufmerksamkeit zukommen würde.
In „Elysion“ erzählt Herr Elbel eine Geschichte, die trotz der fantastischen Elemente durchaus real erscheint und mich mit Spannung, Action und unerwarteten Wendungen gut unterhalten hat. Mein Lesevergnügen für dieses Buch belohne ich deshalb mit sehr guten vier Büchern.

Für alle Fans spannender Zukunftsvisionen, die sich verschiedenen Handlungssträngen nicht verschließen, auf Erklärungen warten und sich auf gute Geschichten einfach einlassen können. 




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Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, dass das Buch mir gefallen würde, deshalb kommt es nicht auf meine Wunschliste. Deine Rezension gefällt mir aber sehr gut! :)

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    1. Hallo Binzi,

      danke :-) Und ja, man muss das Genre schon mögen. Aber ansonsten kann ich das Buch schon sehr empfehlen!

      LG

      Kay

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  2. Schöne Rezi und mit deinem Fazit kann ich auch leben, da ich das genauso gesehen habe.
    Mir hat das Buch ebenfalls sehr gut gefallen :)
    LG, Philip

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    1. Hallo Philip,

      danke! Da muss ich doch nachher gleichmal bei Dir schauen gehen :-)

      LG

      Kay

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  3. Ui das klingt ja mal wirklich interessant.....hmmm :D

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    1. Hallo Kersi,

      glaube fast, dass es für dich schon was wäre ;-)

      LG

      Kay

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  4. Mhmmmm das klingt irgendwie gut :D Aber irgendwie auch seltsam...Drogen, die quasi aus einer Leiche bestehen. oO

    Du hast es wie immer richtig toll beschrieben und neugierig bin ich jetzt natürlich auch. <3

    Cooper irritiert mich jetzt ein wenig als Mädchenname. :O Hätte ich jetzt eher vermännlicht. xD Big Mama ist auch irgendwie lustig...erinnert mich an Big Mamas House...hihi

    LG Becca

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    1. Hi Becci,

      stimmt, bei Big Mama musste ich auch immer wieder lächeln, allerdings hat gerade dieser Charakter im späteren Verlauf eine ziemliche Emotionen in die Geschichte eingebracht. Und auch über den Namen Cooper bin ich manchmal gestolpert...Dankeschön :-)

      LG

      Kay

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  5. WOAAA, ich finde das Buch kling richtig super! Jetzt hast du mich wirklich neugierig gemacht und ich stecke es gleich auf meine Wunschliste! :)
    Klasse Rezension^^
    LG Jan

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  6. Hallo Jan,

    danke! Und bei dir bin ich mir sogar sicher, dass dir das Buch gefallen könnte :-)

    LG

    Kay

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  7. Huhu Kay,
    ich kann dir nur zustimmen, tolle Rezi. Mir hat es auch echt gut gefallen und ich finde es gut, dass durch dich noch ein paar Leute auf das Buch aufmerksam werden. ;)
    LG
    Mandy

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  8. Hallo Mandy,

    danke für die Blumen ;-) es wäre schon toll, wenn ich ein paar Leute mehr auf das Buch aufmerksam machen könnte...Es lohnt sich nämlich wirklich!

    LG

    Kay

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  9. Oh, das klingt ja richtig gut und definitiv auch nach einem Buch was mir gefallen könnte. Ich habe den Rückentext vor 2 Wochen nur kurz verflogen, aber jetzt muss Elysion auf meine WuLi ;)

    Cooper klingt für mich auch nach einem Kerl und nicht nach einem Mädel ^^ und Big Mama erinnert mich sofort an Cap und Capper :)

    Super schöne und sehr aussagekräftige Rezi mein Lieber, danke dafür <3

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    1. Ich finde zwar auch, dass Cooper eher ein männlicher Name ist, aaaaaaaaber zu Cooper hat er irgendwie trotzdem gepasst. xD

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  10. Hallo Ally,

    ja, du bist eindeutig auch eine Kandidatin, die in das Beuteschema des Buches passt *ggg* und, dankeschön <3

    LG

    Kay

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  11. ...das stimmt, Mandy ;-) so richtig weiblich wirkt sie tatsächlich nicht...

    LG

    Kay

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  12. Ich bin ja auch durch reinen Zufall auf das Buch gestoßen und kann die nur zustimmen. Auch wenn das Ende nicht ganz so war, wie ich es mir gewünscht hätte, war es doch passend.

    Und Copper, ist eben Cooper der Name passt *lach*
    Sehr schöne Rezi

    LG Kassio

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    1. ...und definitiv verdient das Buch deutlich mehr Beachtung!

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  13. Ich freue mich sehr über die ganzen Interessemeldungen und hoffe, dass allen Neukäufern das Buch genauso gut gefällt, wie Kay. Danke auch noch mal an Kay. Du hast hier schon eine beeindruckende Reichweite.
    Liebe Grüße, Thomas

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  14. Hallo Thomas,

    ein gutes Buch verdient ja auch Beachtung! Und "Asylon" werde ich mir auf jeden Fall auch kaufen und lesen :-) Mach weiter so!

    LG

    Kay

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  15. Ich fand das Buch auch ganz toll! Kann ich nur jedem empfehlen, der auch mal was "anderes" lesen will :) Schöne Rezi!

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    1. Hallo Rica,

      vielen Dank! Ich finde auch, dass das Buch deutlich bekannter werden muss!

      LG

      Kay

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Liebe Grüße

Steffi & Kay