Freitag, 14. Juni 2013

♀ Herzblut - Gegen alle Regeln (Melissa Darnell) [Rezension]



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„Am Anfang ist es ein Abenteuer, gegen den Strom zu schwimmen. Aber irgendwann ist man erschöpft. Der Fluss gewinnt immer.“
(S. 263)
Savannah weiß, dass der Tag der Anfang vom Ende werden würde. Sie fühlt sich müde, krank und schwach. Nicht einmal der „Wohlfühl-Tee“ ihrer Großmutter, den sie täglich zu sich nimmt, bringt Besserung.
Sie quält sich durch den Schultag und die täglichen Demütigungen der Clann-Kids, den Nachfahren der Gründer der Stadt, mit denen sie vor langer Zeit einmal befreundet, in den jungen Tristan sogar wirklich verliebt war.
Warum sich diese Freundschaft von einem zum anderen Tag aufgelöst hat erfährt sie erst, als ihre „Krankheit“ einen weit schlimmeren Verlauf annimmt:
Savannahs Vater ist ein Vampir und auch Inkubus, ihre Mutter ist eine Hexe wie alle Gründerfamilien. Das macht Savannah zum allerersten Dhampir außerhalb der Mythen und Legenden. Vampire sind gefährlich für Hexen, daher muss sich Savannah von den Clann-Kids fernhalten, ihr machtvolles Blut könnte ihren Durst wecken. Insbesondere das Blut der mächtigsten von ihnen, den Colemans, Tristans Blut.

Sie versucht sich, von Tristan fernzuhalten, aber ihre Gefühle lassen sich nicht kontrollieren. Wenigstens hat sie noch ihre Träume mit ihm, die sich realer anfühlen denn je…

Kann sie gegen ihre Liebe zu Tristan ankämpfen? Oder beschwört sie damit einen neuen Krieg zwischen Hexen und Vampiren herauf?
Der Klappentext klingt etwas nach „Romeo & Julia“ und genau so etwas hatte ich mir von „Herzblut“ auch erhofft.

Das Thema Hexen und Vampire, die gesamte Idee der Autorin konnte mich auch wirklich überzeugen. Die Charaktere waren gut vorstellbar, abgesehen von den zwei Hauptpersonen jedoch nicht weitergehend ausgestaltet.

Nach einem Prolog, der meine Neugierde weckte, fand ich mich im Alltag des vermeintlich normalen Mädchens Savannah wieder. Sie zwingt sich trotz elender Konstitution in die Schule und führt so den Leser in ihren Alltag ein: Das Mobbing der wichtigsten Menschen der Stadt Jacksonville: Den Kindern des Clanns, denen beinahe die ganze Stadt gehört, dessen Mitglieder in den wichtigsten Führungsetagen im ganzen Umkreis sitzen. Wer diesen Kids in die Quere kommt, hat bereits verloren. Einer davon ist Tristan, in den Savannah bis vor Jahren verliebt war… bis auch er sie von heute auf morgen fallenlassen hat. Savannah malt sich die übelsten Gedanken über Tristan aus, interpretiert in die einfachsten Dinge fiese Attacken… und ist doch noch immer hoffnungslos in ihn verliebt.
Erst als Savannah mit der ganzen Wahrheit konfrontiert wird, fügt sich das Puzzle ihres Lebens Stück für Stück zusammen. Doch muss sie die aufkeimende Hoffnung auf ihr Happy End im Keim ersticken, um sich und ihre Familie zu beschützen.

Auch Tristan wurde jeglicher Kontakt zu Savannah untersagt. Schließlich soll er zukünftiges Oberhaupt des Clanns werden. Was das eine mit dem anderen zu tun haben soll, kann sich Tristan nicht erklären. Rebellisch wie alle Jugendlichen sind, lehnt er sich gegen die Vorgaben auf. Für ihn hat der Kontakt zu Savannah, eine besondere Form von Kontakt, jedoch schlimme Folgen.
Insbesondere Tristans Perspektive, seine Sicht auf die Dinge, hat mir sehr gut gefallen. Der junge Rebell, der seine Liebe beschützen will, obwohl sie ihn verschmäht. Doch er gibt den Kampf nicht auf – selbst dann nicht, als er ihr dunkles Geheimnis erfährt.

Heimliche Heldin des Buches ist Savannahs Freundin Anne, die selbst den Kontakt mit dem „Abschaum Clann“ nicht scheut, um ihre Freundin zu beschützen.

Trotz der Tatsache, dass die beiden Protagonisten Savannah und Tristan abwechselnd in Ich-Perspektive im Präsens erzählen, bekam ich keinen direkten Draht zu ihren Emotionen. Ich las zwar darüber, konnte sie jedoch nicht fühlen. Das Buch erzählt von der tragischen Liebe zweier junger Menschen, denen es von ihren Familien verboten wurde, sich näher zu kommen. Die Geschichte könnte knistern und kribbeln… Leider kam dies nicht bei mir an.

Oftmals hätte ich am liebsten beide Charakteren zugerufen, sie sollen jetzt bitte ENDLICH miteinander reden, statt jeder für sich seinen Teil zu denken. Oder hätte ich auch die Autorin schütteln können, die so viele Missverständnisse und Gerüchte eingebracht hat, dass man damit mehrere Geschichten hätte füllen können.

Mein Lesefluss wurde trotz des sehr angenehmen und leichten Schreibstils von Frau Darnell zudem ausgebremst, wenn lange Episoden aus Savannahs Leben als Betreuerin der Tanzgruppe „Charmers“ eingefügt wurden. Die „Charmers“ spielen zwar eine wichtige Rolle in Savannahs Leben, nahmen aber der Geschichte einiges an Tempo, was vielleicht aber auch an dem eingeschränkten Draht zur Protagonistin lag. Für mich fühlte es sich an, als müsse ich stets wieder aufs Neue nach dem roten Faden des Fantasy-Love-Elements suchen und genau darüber wollte ich doch mehr erfahren!

Auch die zahlreichen Zeitsprünge, die die Autorin zur Überbrückung unwichtiger Passagen eingebaut hat, brachten die Geschichte ins Stocken. Ich bin eigentlich Fan von Weglassen unnötiger Teile, habe aber oftmals nicht verstanden, warum dieses oder jenes Erwähnung fand, wo so viel Interessanteres nur in einem Nebensatz dargelegt wurde.

So baute sich eine gewisse Spannung nur sehr zögerlich auf und besaß abgesehen von ein paar kurzen Szenen kaum größere Spitzen. Der Showdown und Höhepunkt der Geschichte wurde für mich auch zu schnell abgehandelt, ehe die Geschichte mit einem kleinen Ausblick auf die Zukunft endet.
Die Idee hinter „Herzblut – Gegen alle Regeln“ hat mir außerordentlich gut gefallen. Die tollen Fantasy-Elemente flossen jedoch nur sehr zögerlich in die Geschichte ein. Mir fehlte auch der Draht zu den Protagonisten, um ihnen die dramatische Liebesgeschichte abzunehmen. Der locker-leichte Schreibstil machte es mir jedoch leicht, einen großen Spaß an der magisch-vampirischen Verbindung von Savannah und Tristan zu haben, die ich mit guten 3 Büchern belohne.

Eine Empfehlung für Fans kurzweiliger Unterhaltung, denen die Allgegenwart des Fantasy-Anteils nicht zu wichtig ist und die schnell mit ihren Charakteren mitleiden können.
1. Herzblut - Gegen alle Regeln
2. Herzblut - Stärker als der Tod
3. Engl. Titel: Consume
(Erscheinungstermin: August 2013)



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Kommentare:

  1. Ich les das Buch auch gerade und kann dir bei denen Kritikpunkten nur zustimmen. Den roten Faden in der ganzen Geschichte such ich vergeblich und diese komischen Zeitsprünge, die dann manchmal auch doch keine sind, nerven extrem. Also wenn da nicht noch irgendwas tolles am Ende kommt, wird das mein zweites 2-Sterne-Buch auf dem Blog :-/

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    1. Ui, da bin ich ja gespannt!
      Dabei ist die Idee sooooooo gut, die 'alte Feindschaft' à la Romeo und Julia auf diese Wesen zu übertragen.. :'(

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    2. Ist leider bei den zwei Sternen geblieben :-/ Hab sogar beim Rezi-Schreiben über einen Stern nachgedacht, aber ich denke es gibt Bücher, die definitiv noch schlechter sind, da sind zwei schon angebracht. Schließlich war die Idee, wie du schon sagtest, echt gut.
      Also falls dich meine Meinung interessiert ;) http://casusangelus.blogspot.de/2013/07/herzblut-01-gegen-alle-regeln-von.html

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  2. Als Antwort auf Deinen Kommentar im Tintenhain

    Hallo Steffi, die Tanzveranstaltungen fand ich gar nicht so schlimm. Das Buch ließ sich so schnell lesen, dass ich da immer schnell drüber weg war. :-) Ich fand es eigentlich ganz interessant, was Sport und das ganze Drumherum für einen Stellenwert hat. So extrem kannte ich das noch nicht. Aber dieses “Mädchen für alles” sein fand ich ziemlich entwürdigend vor gleichaltrigen Kameradinnen.

    LG, Mona

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    1. Mist, dein Kommentar war in den Untiefen von Blogger verschollen :'(

      Aber wir haben ja auf deinem Blog auch schon fleißig diskutiert :-)

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Steffi & Kay