Samstag, 11. Mai 2013

♀ Zeitenzauber - Die goldene Brücke (Eva Völler) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
Anderthalb Jahre nach ihrer Akkreditierung als Zeitwächter sind Anna und Sebastiano immer noch ein Paar. Wichtige Klausuren sind geschafft und Anna sehnt sich nach ihrem Liebsten. Doch der Anruf, der kurz nach diesem Gedanken eingeht, ist ein Notruf: Sebastiano ist bei einem Sondereinsatz im alten Paris gestrandet und Anna muss ihm helfen.

Frisch im Jahre 1625 angekommen, wirft sie nicht nur der Gestank der damaligen Zeit aus der Bahn. Als sie Sebastiano endlich findet, werden Annas schlimmste Albträume wahr.

Bereit, um ihre Liebe zu kämpfen, macht sich Anna an ihre Aufgabe… und gerät in historische Intrigen und Machtkämpfe der besonderen Art. Sie kann keinem trauen.


Nachdem ich mich von „Der magischen Gondel“ sehr gut und vor allem humorvoll unterhalten fühlte, war die Fortsetzung der Geschichte für mich ein Muss.

Gleich zu Beginn befinden sie die Protagonistin Anna und ihr Freund Sebastiano im alten Venedig auf einer Mission. Der Rettung einer historisch immens wichtigen Person, die mir ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert und Sebastianos Eifersucht überquellen ließ.

Nach diesem schnellen Einstieg fuhr die Autorin das Tempo etwas herunter und ließ ihre Protagonistin Anna getrennt von Sebastiano auftreten. Daher geht ein Großteil der von mir in Band 1 geliebten humorvollen Dialoge und amüsanten Sticheleien, sowie auch die emotionalen Szenen, verloren.

Anna hat sich meiner Meinung nach eher ins Negative entwickelt: Sie erzählt die Geschichte weiterhin in Ich-Perspektive/Vergangenheit, doch die sarkastischen/lustigen Gedanken behielt sie für sich. Sie ist definitiv selbstbewusster als im ersten Band, doch dies trägt leider nicht dazu bei, sie mehr zu mögen. Das naiv-kindliche Denken war ebenfalls etwas, was ich vermisst habe.
Nach ihrer Akkreditierung zum Zeitwächter läuft mit ihrem Sebastiano alles nach Plan. Anna macht sich Gedanken um ihr Leben nach den Abi-Klausuren, am besten natürlich an Sebastianos Seite. Auch während des weiteren Verlaufs der Geschichte verzehrt sie sich in Gedanken nach ihrem Sebastiano, doch leider finden die wenigen emotionalen Szenen auf einer ganz anderen Ebene statt. Mehr will ich darüber aber nicht verraten.

Sebastiano hat sich in „der goldenen Brücke“ stark verändert. Dies gehört natürlich zum Plot und war von der Autorin ein guter Gedanke. Leider tritt Sebastiano dort sehr in den Hintergrund und die Szenen, in denen das Liebespaar aufeinandertrifft, gleichen einem Gefühlsauf- und –ab, das für mich nicht authentisch war, obwohl Frau Völler diese begründet hat.

José, der „Alte“ von Venedig, hat trotz der veränderten Kulisse seine Auftritte in „Zeitenzauber 2“. Doch so sehr ihn Anna drängt, Grundsatzfragen zu beantworten, so sehr sie sich darüber ärgert, dass sie selbst nach 18 Monaten immer noch nichts Genaueres über „ihren Job“ weiß, gibt sie stets auf und nimmt die Ahnungslosigkeit als gegeben. Ich hätte so gerne endlich mehr erfahren.

Das Setting des alten Paris hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat gut recherchiert und die Unterschiede sehr gut erläutert. Ihre sehr detaillierten Beschreibungen ließen die Stadt und ihre Bewohner in Gedanken wachsen, wobei mir diese dann irgendwann zu viel wurden und mich von der eigentlichen Handlung abdriften ließen. Gesamt gesehen ist die Atmosphäre des alten Venedigs weniger aufdringlich erschienen.
Selbstverständlich haben die Charaktere wieder ihre Aufgaben zu erfüllen, es gibt diverse fehlgeschlagene Übertritte und jeder Menge Detektivarbeit für den Leser. Denn nicht die offensichtlich „Bösen“ haben immer ihr Händchen im Spiel.

So konnte mich Frau Völler trotz allem an das Buch fesseln. Sie hat sich einen interessanten historischen Hintergrund ausgewählt und drückt dieser einen eigenen Stempel auf. Der Schreibstil ist einfach und flüssig, wie es bereits in Band 1 der Fall war. Zeitweise kam mir das Buch wie ein Reisebericht vor, aber das ist es ja eigentlich auch.

Die Mission findet einen Abschluss und das Buch zu einem zufriedenstellenden Ende. Trotzdem bin ich gespannt, in welche Kulisse uns das nächste Abenteuer der Zeitwächter führen wird.


„Zeitenzauber 2 – Die goldene Brücke“ kommt nicht ganz an seinen Vorgänger heran. Annas humorvolle Erzählweise ist größtenteils einer erwachseneren und älteren Version gewichen, der charmante Anteil von Band 1 ging dadurch verloren. Nichtsdestotrotz habe ich mich im alten Paris wohl gefühlt und konnte ein paar nette Lesestunden mit Anna und „Sebastién“ verbringen. Dafür gibt es gute 3 Bücher.

Ein Must-Read für Fans kurzweiliger Unterhaltung, die sich dem Charme des alten Paris nicht entziehen und einen historischen Ausflug in die Zeit der Musketiere unternehmen wollen und Intrigen und Machtgebärden nicht abgeneigt sind.


1. Die magische Gondel (Rezension)
2. Die goldene Brücke



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Kommentare:

  1. Och, wie schade..mir hat Teil 2 richtig gut gefallen. Vor allem Annas Entwicklung, sowie die Tatsache, dass die Liebesbeziehung trotz der Problematik nicht im Vordergrund stand :) Punktabzug gab es für einige Ähnlichkeiten zum Vorgängerband...na ja, wurscht. Hauptsache, Du gibst die Reihe nicht auf :D

    Lieben Gruß

    Rica

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    1. Besser als Band 1?
      Ich fand ja gerade den Humor und ihre süße, teils auf lustige Weise naive Art so niedlich... Auch besitzt Teil 2 nicht mehr die geheimnisvolle Atmosphäre...

      Aber der Unterhaltungswert bleibt trotz allem groß und ich freue mich auf das nächste Abenteuer :-)

      lg
      Steffi

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  2. Hm, schade, dass es dir nicht sooo gut gefallen hat.
    Ich hab noch keines der Bücher gelesen, wollte mir Teil 1 eventuell demnächst kaufen, aber ich denke, die Reihe ist durch deine Rezi gaaaanz weit nach unten auf meiner Wunschliste gerutscht. Na ja, auch gut, dann kann ich andere Bücher zuerst noch lesen. :)

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    1. Also die Bücher sind super für zwischendurch, keine Frage. Aber eine absolute Empfehlung halt auch nicht, es sei denn, du suchst was lockeres :-)

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  3. Dann werd ich sie mir wirklich erst mal nicht kaufen, für zwischendurch lese ich immer ganz gerne ChickLit Romane und davon hab ich genug. :) Gibt dann genug andere Bücher, die ich bestimmt lieber lese. <3

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    1. sollte es mal ausgehen, dann wäre die Reihe definitiv ein guter Tipp ;-)

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  4. Hallo Steffi, die Zeitenzauber-Trilogie fand ich okay, aber mehr leider auch nicht. Mir kam sie teils sehr bemüht vor. Was ich wirklich schade finde, denn Idee, Charakter und Handlungsorte sind genau nach meinem Geschmack. Vielleicht ist Völlers Schreibstil nichts für mich. LG Henrike #Clockwork

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    1. Ich ja vermutlich auch. Für mehr als Durchschnitt hat es nicht gereicht.
      Den ersten fand ich noch echt niedlich...

      Ganz liebe Grüße und dein Los ist geschrieben :-)

      Steffi

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  5. Hey!
    Mir erging es bei dem Band leider ähnlich. Mir fehlte auch der Witzige Teil des Buches, der im ersten Band immer entstand, wenn Anna und Sebastiano aufeinander trafen... Der leicht kindliche Teil von ihr hatte im ersten Buch noch etwas auflockerndes. Das hat mir hier auch gefehlt.. Der drite Teil wird aber vielleicht auch noch mal gelesen... Irgendwann
    Lg, em
    #Clockwork
    werkmeister1997@web.de

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    1. Genau das! Ich bin froh, dass es nicht nur mir so ging. Das Aufeinandertreffen war immer so süß gewesen... :-(

      Liebe Grüße

      Steffi

      Du bist im Lostopf :-)

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Steffi & Kay