Donnerstag, 9. Mai 2013

♀ Die Chroniken der Weltensucher 01 - Die Stadt der Regenfresser (Thomas Thiemeyer) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
„Humboldt warf einen Blick auf seine drei Mitstreiter. Eliza, seine treue Begleiterin, die ihm schon auf so vielen seiner Reisen zur Seite gestanden hatte, Charlotte, in deren Adern das abenteuerlustige Blut seiner Familie strömte, und natürlich Oskar, der Junge, der ihm viel ähnlicher war, als er selbst es ahnte. Jeder Einzelne von ihnen hatte es verdient, hier zu stehen.“
(S. 271)


Berlin 1893
Der Kleinkriminelle Oskar wittert große Beute und bestiehlt geschickt einen vornehmen Herrn. Dieser schnappt ihn aber wenig später trotz seines ausgeklügelten Fluchtplans.
Kurz darauf wacht Oskar gefesselt im Haus des reichen Herrn auf, der ihm ein Angebot macht: Oskar solle ihn auf seiner nächsten Expedition begleiten. Denn der reiche Herr stellt sich als Carl Friedrich von Humboldt vor, Sohn des berühmten Entdeckers Alexander von Humboldt. Und er hat eine Vision: Er will alle Orte der Welt erforschen und DAS Standardwerk der Zukunft darüber schreiben. Und er hat ein neues Ziel.
So entscheidet sich Oskar, sich gemeinsam mit dem Mann auf die Spuren der legendären Regenfresser zu machen.

Doch auch andernorts hat jemand ein Auge auf dasselbe Ziel geworfen: Max, seines Zeichens Redakteur beim „Global Explorer“ erhält den Auftrag, mehr über den Verbleib des in Peru stationierten Korrespondenten Harry Boswell herauszufinden, dessen Aufnahmen auf Metallplatten den Chef des Explorers sowie von Humboldt von dieser Reise nach Südamerika überzeugen konnten. Denn sie zeigen eine Stadt am Abgrund, zwischen deren Gebäude fliegende Maschinen ihre Bahnen ziehen.

Somit ist der Startschuss für ein Abenteuer und ein Wettrennen nie da gewesener Art gefallen… Sie alle tauchen ein in eine Welt voller Wissenschaft, Wunder, Magie und einer uralten Prophezeiung.


Bisher genoss ich Abenteuerromane lediglich als Verfilmung, aber auf die „Chroniken der Weltensucher“ war ich nicht nur aufgrund des vom Klappentext angekündigten Abenteuers neugierig. Seit dem „Verbotenen Eden“ bin ich begeistert von Herrn Thiemeyers Stil und seiner Art, seine Gedanken auf gekonnte Weise zu vermitteln.

Auch „Die Stadt der Regenfresser“ trägt diesen besonderen Stil: Eine einfach gehaltene, nicht ausufernde Sprache, die genau im für mich richtigen Maße ausgeschmückt ist. Die kurzen Kapitel fliegen nur so dahin und ehe ich mich versah, lag der erste der 3 Teile dieses Buches schon hinter mir.

Herr Thiemeyers Werk trägt einen klassischen Aufbau. In mehreren Handlungssträngen erfährt der Leser im personalen Stil genaueres über die Beweggründe der Hauptcharakterere. Diese haben mich allesamt angesprochen, hatten Tiefe und spielen durch ihre verschiedensten Hintergründe alle eine wichtige Rolle.

Gleich nach dem Prolog lernen wir den jungen Oskar kennen. Dass er ein Waisenkind ist und von einem auf den anderen Tag lebt merkt man ihm kaum an. Er ist intelligent und macht sich viele Gedanken. Als Fan der großen Entdecker und Leser von Abenteuergeschichten ist er schnell von der Expedition überzeugt. Erstmals spürt er Anerkennung, doch mit dieser kommen auch Zweifel, welche Rolle er bei der Sache tatsächlich spielen soll. Denn die zu Beginn so arrogante Charlotte behandelt ihn so wie alle anderen feinen Herrschaften von oben herab – und Oskar steht kurz vor dem Aufgeben. Aber auch Charlotte ändert sich und gemeinsam treten sie ihr größtes Abenteuer an. Und insbesondere Oskar wächst über sich hinaus.

Der Wissenschaftler von Humboldt spricht dagegen eher das „ältere“ Publikum an. Er erinnerte mich stark an den Vater von Indiana Jones – ich hatte unauslöschlich das Bild von Sean Connery im Kopf: intelligent, stets die Lösung so gut wie parat, rettet er alle aus den ausweglosesten Situationen.
Für mich war dieser Vergleich kein bisschen abwegig, lässt sich Thomas Thiemeyers Werk durchaus mit den Abenteuern von „Indy“ vergleichen. Eine längst vergangene Zeit, in der noch große Entdeckungen zu machen waren, in der viel Unbekanntes auf der Welt lag, weiße Flecken auf der Landkarte keine Seltenheit waren, ist die beste Voraussetzung für weltverändernde Expeditionen.
Basierend auf Mythen und Legenden erschuf der Autor eine fantastische Reise voller Herausforderungen, verflocht darin viele der heutzutage allseits bekannten wissenschaftlichen Beweise und andere Tatsachen und gab ihnen so einen neuen Hintergrund, der mich – insbesondere auf den letzten Seiten – sogar zum Schmunzeln brachte.

Doch so „wissenschaftlich“ sich dies alles jetzt anhört, darf man „die Magie“ und den fantastischen Anteil des Buches nicht außen vor lassen. Diese Magie tritt hauptsächlich in Form der Voodoo-Priesterin Eliza auf, der so treuen Begleiterin von Humboldts. Mit ihren Visionen, ihrer „Telepathie“ würzt sie die Geschichte nicht nur, sondern bereitet die Basis für weiteres „abergläubisches Wissen“, das den Abenteurern ein ums andere Mal eine große Hilfe ist.

Jeder der Charaktere, auch die Gegenspielerin Valkrys, wuchsen mir während des Buches ans Herz. Jeder von ihnen war überaus wichtig für die Mission, die sich beim Zusammentreffen der Handlungsstränge herauskristallisierte.
Das Ende ist für alle Altersklassen - und vermutlich für das Genre der Abenteuerromane – zufriedenstellend, ein kleiner Ausblick auf die Zukunft macht aber absolut neugierig auf mehr.


„Die Chroniken der Weltensucher“ ist nicht nur eine Reihe für abenteuerlustige Jungs. „Die Stadt der Regenfresser“ ist ein fantastischer Serienauftakt und befriedigt jeden Lesegeschmack. Abenteuer und Spannung, gepaart mit Mythen und Wissenschaften, gewürzt mit einem Hauch „unwissenschaftlicher“ Magie in einem Setting, das den Abenteurer in jedem Leserherz weckt. Dazu Charaktere für Jedermann. Dafür gibt es natürlich fünf Abenteuerbücher.

Ein Must-Read für Lesefans aller Art, die sich auf Abenteuer in einer alten Welt einlassen können und von einer Prise Wissenschaft und Beweise nicht abgeschreckt sind.

1.     Die Stadt der Regenfresser
2.     Der Palast des Poseidon
3.     Der gläserne Fluch
4.     Der Atem des Teufels
5. Das Gesetz des Chronos




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Kommentare:

  1. Eine wirklich gelungene Rezension! Das hat mir das Buch wieder ins Gedächtnis und auf meine Wunschliste gerufen. Danke!

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    1. Vielen Dank! <3
      Es lohnt sich! Ich freue mich auf die Folgebände :-)

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  2. Ich freue mich schon sooo sehr auf den 5. und wohl leider letzten Teil, der nächsten Monat erscheint. Die Reihe ist so toll!
    Ich glaube, ich hatte irgendwo gelesen, dass vorerst die anderen Bände nicht als TB erscheinen sollen. Aber ich weiß es nicht mehr genau. Das wäre natürlich blöd für all diejenige, die mit dem TB angefangen haben.
    LG, Anja

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    1. Das wäre ja fies... Ich habe das Taschenbuch - SIGNIERT! :-(

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    2. Aus der Facebook-Weihnachtsaktion vom Autor :-)
      Aber ich denke eh, dass ich dann zusätzlich auf Hardcover umsteige - es lohnt sich ja und sie sehen so hübsch aus!!!!

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  3. Klingt ja echt nach einem richtig tollen Buch, hätte ich jetzt gar nicht gedacht ;)

    Ich bin auf jeden Fall sehr auf deine weiteren Rezi´s zu dieser Reihe gespannt, vllt. ist das ja doch auch was für mich.

    Wie immer super schön geschrieben, du schaffst es jedesmal, mich neugierig zu machen <3

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    1. Ich hatte noch nie ein 'Abenteuerbuch' gelesen. Aber es hat sowas von Spaß gemacht! Daumen hoch! :-)

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  4. Wie schön, dass es dir so gut gefallen hat! :)
    Ich bin ja auch ein totaler Fan der Bücher von Thomas Thiemeyer!
    Es ist einfach ein bisschen außergewöhlich, was er schreibt und vor allem wie er es schreibt.

    Liebe grüße,
    Ramona

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    1. Du sagst es: das wie ist auf eine besondere Art fesselnd und die Seiten FLIEGEN nur so dahin :-)
      :-)

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  5. Ich bin wirklich am Überlegen, die Bücher auch zu lesen. Ich finde, sie klingen wirklich schön und heben sich auch irgendwie von den vielen Dystopien ab. :)
    Und durch deine Rezi bin ich jetzt noch mehr überzeugt. :)

    LG Anna :)

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    1. Ich hatte es (zu meiner Schande) ja auch ewig im Regal, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt... Aber es hat sich gelohnt!

      lg
      Steffi

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  6. Hey,

    ich finde deinen Blog Klasse =D
    Ich mache gerade ein Gewinnspiel, wenn du lust hast kannst du ja mal vorbei schauen:

    http://woertermatrose.blogspot.de/

    Alles Liebe

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  7. Hach, das Buch steht schon so lange auf meiner Wunschliste ... Ich glaube, ich hatte die Reihe früher mal bei Kossi in einem Video gesehen, aber irgendwie reizt mich im Buchladen jedes Mal ein anderes Buch mehr, sodass ich dieses hier liegen lasse. Vielleicht sollte ich nächstes Mal eventuell doch zugreifen... Wenn du so begeistert warst, wird es mir ja bestimmt auch befallen. :)

    Wie immer eine perfekt gelungene Rezi :) Aber das muss ich glaub ich nicht mehr dazusagen.

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    1. Danke <3 <3 <3

      Im Vergleich zu den Regenfressern hinken so einige hinterher... Ich habe ja das Lesen auch so lange geschoben und hab mich danach nur gefragt: Warum?!?

      :-)

      Lg
      Steffi

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  8. Mein Weihnachtswunsch "Die Chroniken der Weltensucher" von Thomas Thiemeyer sei, weil mit Humboldt, da bin ich dabei!

    LG
    Annegret

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Steffi & Kay