Donnerstag, 18. April 2013

♀ Wie der Vater so der Tod (Tracy Bilen) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
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„Warum hat sie mich nicht sofort mitgenommen? Das ist die Frage, die ich mir immer wieder stelle und die mir keine Ruhe lässt. Von den Erklärungen, die mir dafür einfallen, ist eine absurder als die andere.“
(S. 141)


Morgen. Morgen ist es so weit: Ihre Mutter wird Sara abholen und gemeinsam fliehen sie vor Saras gewalttätigen Vater. Sara packt ihre Reisetasche und verstaut alles wie besprochen unter ihrem Bett.
Am nächsten Tag wartet sie in der Mittagspause am vereinbarten Treffpunkt. Doch ihre Mutter taucht nicht auf.
Zuhause findet sie nur ihren Vater vor, der sich – abgesehen von der geistigen Verwirrung, dass Saras verstorbener Bruder Matt nach wie vor unter ihnen lebt – völlig normal verhält.
Der Inhalt von Saras Reisetasche ist fein säuberlich wieder an Ort und Stelle aufgeräumt.

Laut ihrem Vater befindet sich Saras Mutter auf einer Geschäftsreise… Doch die Zweifel werden immer stärker… Mit jedem Tag, an dem Sara nichts von ihrer Mutter hört.


„Wie der Vater so der Tod“ ist für mich wieder einmal einer der seltener gestreuten Ausflüge in das Thriller-Genre. Das Buch hat mich definitiv beeindruckt und es war durchweg spannend.

Vom ersten Moment an spürte ich die bedrohliche Atmosphäre, in der Sara gemeinsam mit ihrer Mutter lebt. Stets auf der Hut, stets in Sorge, etwas nicht zur Zufriedenheit des Vaters zu machen und dafür die Strafe zu bekommen, bereitet sie sich auf die Flucht aus diesem Leben vor. Doch so weit sollte es nicht kommen. Ihre Mutter taucht nicht auf und für Sara bricht eine Welt zusammen… Ist ihrer Mutter etwas zugestoßen oder bereitet sie alles für ihrer beider zukünftiges Leben vor? Sara ist nun allein. Allein mit ihrem brutalen Vater, dem sie keine Gelegenheit bieten darf, vom Plan ihrer Mutter zu erfahren.

Saras Vater, ein Ex-Polizist, ist nach dem Umzug in die Kleinstadt total verändert. Er ist pingelig, abwesend, flippt wegen Kleinigkeiten aus. Sara hat gelernt, sich anzupassen, ruhig zu sein. Ihr Bruder Matt war das Gegenteil von ihr. Immer auf Konfrontation aus, eckte er bei seinem Vater ständig an.
Dies alles erfährt man nur in kursiv gedruckten Erinnerungen, die Sara stets vor Augen hat. Gemeinsam mit dem Bild des toten Matt. Selbstmord.

So will der Leser nicht nur erfahren, was mit der Mutter passiert ist: wurde sie vom Vater getötet? Ist sie wirklich auf Geschäftsreise? Bereitet sie Weiteres für die gemeinsame Flucht vor? Sondern ich wollte wissen, was mit Matt passiert ist, welche Gründe ihn dazu brachten, nur noch diesen einen Ausweg zu sehen…

Dem fügte die Autorin noch einen weiteren Handlungsstrang hinzu: Die Freundschaft und aufkeimende „Liebe“ zwischen Alex und Sara. Diese hat Frau Bilen gekonnt eingebunden, sodass sie nicht störend wirkt. Ebenso wie die immer wiederkehrenden Daily-Soap-Zeiten.

Insgesamt lebt dieses Buch von den Gedanken der Protagonistin, die in Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Stets schleichen sich dieselben Gedanken ein: Wo ist Mum? Ist Mum tot? Warum hat sie mich nicht abgeholt? Diese wechseln sich ab mit Saras Gedanken, dass ihr aktuelles Leben enden wird, sie niemanden der anderen wieder sehen wird, dass ihre Gefühle für Alex keine Chance bekommen würden.

Die teils sehr kurzen Sätze hetzten mich beinahe durch das Buch. Werden sie in anderen Büchern als spannungsaufbauendes Mittel benutzt, werden sie hier sehr oft eingesetzt und man hat ein sehr schwer zu beschreibendes Lesegefühl: gehetzt trifft es wohl wirklich am besten. Es blieb kaum Zeit zum Luft holen… Und trotzdem konnte die Autorin diese Grundspannung immer weiter steigern, mich zeitweise überraschen und am Ende beeindruckt und zufrieden zurücklassen.


Mit „Wie der Vater so der Tod“ hat Frau Bilen eine Geschichte erschaffen, die beeindruckt und gleichzeitig schockiert. Der besondere Aufbau macht neugierig, der gewöhnungsbedüftige „drängende“ Erzählstil gönnt dem Leser keine Erholung, steigert die Spannung aber stetig. Für dieses besondere Leseerlebnis gibt es von mir 4 Bücher.

Es ist ein Muss für Neulinge des Jugendthriller-Bereiches, die sich auf diese nervöse Atmosphäre einlassen können. Ihr werdet nicht genug davon bekommen können!
Für Fans „erwachsener“ Thriller könnte die Geschichte etwas zu unblutig sein, aber wer hier einen Blick über den Tellerrand wagt, kann vielleicht ebenso überrascht werden.




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Danke an 
für die Möglichkeit der Teilnahme an den
Buchflüsterern
und dieses Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Also das Cover spräche mich ja nicht so an aber der Inhalt, wie du ihn beschreibst, klingt nicht schlecht :-) Ich werd mal drüber nachdenken oder es mir ausleihen :-)

    LG Scatty

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    1. Ich finde das Cover an sich nicht schlecht... nur irgendwie weiß ich nicht so 100%ig, was es für eine Verbindung zum Buch hat...
      Aber mir kommt es sowieso auf den Inhalt an :-)
      Ganz viel Spaß damit, das ist in Nullkommanichts durch :-)

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  2. Der Inhalt des Buches hört sich wirklich richtig interessant und spannend an! Vielleicht werde ich es mir mal ausleihen :)

    Lg Rina

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  3. Ohhh, ich glaub ich will das Buch haben!!! Das hört sich richtig spannend an!!
    Tolle Rezension!! :)
    LG Jan

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    1. ich glaube, ich würde das ein oder andere Mal Nachrichten von dir bekommen :-D

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    2. Dann will ich es jetzt ganz unbedingt :O

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  4. "Das Buch hat mich definitiv beeindruckt und es war durchweg spannend."
    Das klingt ja schon mal super :)

    Sobald ich ein bisschen Geld gespart hab, werd ich wohl oder übel mal wieder Büchershoppen gehen müssen. ;)

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    1. Jaaaa! Lies es! Ist auch eins von denen, die "rufen" :-)
      Und so etwas anderes für Zwischendurch ist doch perfekt :-)

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    2. Okay, wenn ich nächstes Mal in der Stadt bin, nehm ich es mit :D

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Steffi & Kay