Freitag, 29. März 2013

♂ Liberty 9 - Todeszone (Rainer M. Schröder) [Rezension]

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„Und obwohl es trotz des Mondscheins immer noch viel zu dunkel war, um wirklich erkennen zu können, was dort in der Flüssigkeit schwamm, glaubte er, mehrere Augäpfel ausmachen zu können.“
(S. 45)

„Damit hatten sie die Lawine losgetreten, und nichts, was in ihrer Macht stand, würde diese freigesetzte Gewalt jetzt noch aufhalten können.“
(S. 71)

„Es war, als hätte er einen Sieg errungen, der einmal einzigartig gewesen war, plötzlich aber nichts mehr galt.“
(S. 249)
 


Zurück in der Sicherheitszone bereiten sich Zeno, Nekia und Kendira auf die Befreiung von Liberty 9 vor. Carson und Dante knüpfen währenddessen Kontakte mit den Clans außerhalb der Zone, um sie für diese Befreiungsaktion zu gewinnen. Die Bones und der Wolf-Clan sind bereit, Ihnen zur Seite zu stehen. Tatsächlich scheint die Befreiung von Liberty 9 zu gelingen. Doch noch sind da ihre Freunde, die vor kurzem mit dem Lichtschiff zu ihrem angeblichen Dienst im Lichttempel von Hyperion abgeholt wurden. Dieser Dienst erweist sich im Nachhinein nun als Gang in den sicheren Tod. Das haben die Electoren mittlerweile herausgefunden. Wenn die Befreiungsaktion gelingt, müssen sie ihre Freunde aus dieser Hölle befreien! Aber sind ihre Verbündeten wirklich mit ihnen verbunden oder sehen sie nur den eigenen Vorteil…
Tatsächlich finden sich Kendira, Dante und Carson mit weiteren ihrer Freunde plötzlich in der Todeszone wieder. Was sie hier erleben müssen, übersteigt jegliche menschliche Vorstellungskraft. Werden sie am Ende das Leben ihrer Freunde retten können? Oder überhaupt selbst überleben…


Mit „Liberty 9 – Todeszone“ machte es mir der Autor leicht, wieder schnell in die Welt von Kendira, Dante und Carson einzutauchen. Ich war sofort wieder in die Handlungen integriert. Diese unkomplizierte Fortführung habe ich als uneingeschränkten Pluspunkt empfunden. Auch die vielen Fachbegriffe aus der Liberty 9–Welt waren Mangelware bzw. mir bereits bekannt.
Trotz des leichten Einstiegs verspürte ich jedoch anfangs einen faden Beigeschmack vorhersehbaren Handelns verknüpft mit banalen Erklärungen, die mich oftmals den Kopf schütteln ließen.

Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, hat der Autor seinen Schreibstil und seine Geschichte deutlich umgelenkt und ich konnte meinen Blick kaum noch von den Seiten heben! Im Nachhinein treibt mich dieser Wechsel fast zur Verzweiflung, weil ich nach einem – gelinde gesagt sehr vorhersehbaren und einfachem – Beginn, dermaßen von der Geschichte gefesselt war, dass eine Unterbrechung des Lesens glatt unerträglich gewesen wäre. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Plot überdurchschnittlich spannend vorangetrieben, dass mir kaum noch Zeit für eine Atempause blieb. Ruhelos fegte mein Blick über die Seiten und ich saugte die beschriebenen, schier nicht überwindbaren Gefahren in mich auf.

Die Charaktere selbst unterscheiden sich nicht großartig vom ersten Teil. Tiefere Einblicke in die Gedankenwelt werden uns durch den Autor nicht gewährt. Ich selbst empfand dies allerdings wenig störend, da mein Hauptaugenmerk hier eindeutig auf die spannende Handlung gelenkt war. Allerdings war alles enthalten, auf das es mir für eine gute Geschichte ankommt. Die Protagonisten vermittelten mir Gefühle wie Mut, Hoffnung, Selbstaufgabe bis hin zu Resignation sehr eindrucksvoll.  

Auch die Namen ihrer verbündeten Nightraider sind wirklich Programm! Ich durfte Bekanntschaft mit Gestalten wie Teether Joe, Scalper Scid und Eyes Only Pete schließen. Und glaubt mir, die Namen kommen nicht von sonst wo her.

Der Autor bringt die Geschichte durch einen Erzähler im personalen Erzählstil aus wechselnder Sicht der jeweiligen Protagonisten in Vergangenheitsform dem Leser näher. Unterstützt wird dies durch eine Vielzahl von Dialogen, die im Fortlauf deutlich an Tiefe zunehmen.

Durch einen geschickt integrierten zweiten Handlungsstrang gelingt es dem Autor, immer wieder zusätzliche Spannungsspitzen einzubauen. Damit rundet er die Handlung nochmals ab. Die Handlungsstränge steuern zielstrebig aufeinander zu und ließen mich im Endeffekt ein fulminantes Finale erleben.

Rainer M. Schröder hat mit dieser Reihe sicherlich nicht die Dystopie-Welt neu erfunden. Die Umsetzung jedoch gerade bei seinem vermutlich finalen zweiten Teil zeigt eine Reifung und Verbundenheit auch mit diesem Genre, so dass man sich auf weitere Werke des Autors definitiv freuen kann! Insgesamt schafft es Rainer M. Schröder, die Geschichte mit einem interessanten Ende ausklingen zu lassen und mich damit zufrieden zurückzulassen. Potential für eine weitere Fortsetzung wäre aus meiner Sicht durchaus vorhanden. Einen dritten Teil von „Liberty 9“ wird es nach heutigem Stand jedoch nicht geben.


Rainer M. Schröder hat es mir mit der Beurteilung seiner Fortsetzung „Liberty 9 – Todeszone“ nicht leicht gemacht. Würde ich das erste Drittel des Buches beurteilen müssen, wäre es glatter Durchschnitt. Aber alles, was danach folgt, hat mich durch mehrfache Szenenwechsel und Überraschungen förmlich umgehauen. Setze ich dies alles in Summe, komme ich im Endeffekt zu dem Ergebnis, dass diese Fortsetzung knappe 5 Bücher eindeutig verdient hat!

Könnt ihr Blut sehen? Liebt ihr spannende Unterhaltung? Schreckt ihr auch vor brutalen Szenen nicht zurück? Dann ist das Buch definitiv etwas für euch

1.     Sicherheitszone
2.     Todeszone




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Kommentare:

  1. Blut kann ich sehen, Spannung finde ich super und brutale Szenen find ich auch ganz gut. Hmm, ich denke, ich fang die Bücher jetzt dann auch mal an zu lesen. :)

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  2. Hallo Binzi,

    Dann wirst du spätestens mit diesem zweiten Teil gut unterhalten werden ;-)

    LG

    Kay

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  3. Klasse Rezension, besonders das mit dem "Blut" im Fazit ist eine tolle Warnung und würde mich jetzt total neugierig machen!! :)
    LG Jan

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  4. Danke, Jan :-) Deine Rezi lese ich heute auch noch! Habe mich bisher nicht getraut, weil ich selber noch am Buch dran war...

    LG

    Kay

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Steffi & Kay