Montag, 11. Februar 2013

♀ Auracle - Ein Mädchen, zwei Seelen, eine Liebe (Gina Rosati) [Rezension]



Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
"Rei ist das Yang zu meinem Yin - nicht das Gegenteil von mir, sondern wie eine ergänzende Kraft, die mich ausbalanciert. In diesem Moment will ich mich neben ihn legen, mich auf dem Bett ausstrecken und ihn wie eine Decke über mich ziehen. In diesem Moment gibt es keinen Ort, an dem ich lieber wäre."
(S. 316)



In Annas Leben herrscht gähnende Normalität - wäre da nicht die Sache mit den Astralprojektionen. Denn Anna kann ihren Geist - ihre Seele oder mentale Energie - aus dem Körper lösen und sich so an jeden erdenklichen Ort projizieren.
Allen Warnungen ihres besten Freundes Rei zum Trotz will Anna ein Treffen zwischen Reis Freund Seth und der Schulschönheit/Oberzicke Taylor beobachten. Ihre Astralprojektion verfolgt dabei einen tragischen Unfall und Taylors Tod. Sie ignoriert das "Rückholsignal" ihres Körpers, um noch kurz nach Taylors Leichnam und Seth zu sehen. Als sie kurz darauf zu ihrem Körper zurückkehrt, ist dieser verschwunden. Gekidnapped von Taylors Geist.
Anna kann nicht zurück. Allein Rei kann sie sehen. Die beiden versuchen gemeinsam, Taylor loszuwerden. Denn die spielt in Annas Körper mittlerweile eine für Seth sehr folgenschwere Rolle.



Vom ersten Moment, in dem ich "Auracle" genauer angeschaut habe, wollte ich es. Das wunderschöne Cover, der Innenklappentext. Wow! Je länger ich warten musste, desto höher stiegen meine Erwartungen. Leider. Denn zu hohen Erwartungen kann ein Buch nur sehr selten gerecht werden. Und "Auracle" war so ganz anders als erwartet. Allein aufgrund des Untertitels "Ein Mädchen. Zwei Seelen. Eine Liebe." erhoffte ich mir eine schöne, vielleicht auch dramatische Liebesgeschichte - doch die spielte nur bedingt eine Rolle...

Mit dem ersten Kapitel hatte mich Frau Rosati eigentlich in ihrem Bann. Die erste Astralprojektion klang aufregend. Anna, die die Geschichte in Ich-Perspektive/Präsens erzählt, machte mich mit ihrem Leben neugierig.
Doch dann beruhigte sich alles auf ein beinahe dramatisch normales Niveau und ich fand mich im absoluten Teenie-Alltag wieder, in dem so ziemlich jede Kleinigkeit penibel Erwähnung fand. So fiel ich in ein kleines Loch, aus dem ich erst wieder herausfand, als genau das passierte, was der Klappentext bereits hergibt. Doch dann änderten sich lediglich die Voraussetzungen und der Spannungsbogen flachte erneut ab.

Was vielleicht auch an den einfach gestrickten Charakteren lag:
Trotz der Ich-Perspektive blieb selbst die 16-jährige Protagonistin Anna recht blass. Mit 4 Jahren bemerkte sie, dass sie ihren Körper verlassen kann. Die einzige Person, die davon weiß, ist ihr Nachbar und bester Freund Rei, der ihr auch in ihrer schlimmsten Zeit (wenn ihr Alkoholiker-Vater handgreiflich wird) zur Seite steht. Rei war immer da.
Von einem auf den anderen Moment sieht Anna ihn mit anderen Augen. Doch das Schicksal hat andere Pläne und zu der aufkeimenden Liebe kommt die Eifersucht auf Taylor, die Annas Körper missbraucht.
In Anna stecken aber auch ungeahnte Talente, die sie gegen Ende dann doch etwas weniger unscheinbar machen.

Mein Lieblingscharakter war definitiv Rei, der gut aussehende, sympathische, gesund-leben-predigende Nachbar von Anna. Von klein auf versucht er sie zu beschützen und insbesondere vor den unbekannten Risiken der Astralprojektion zu warnen. Rei ist von seiner Mutter stets gefordert, sie hat Großes mit ihm vor. Kann er jemals ausbrechen und für das Einstehen, was er wirklich will?

Taylor ist als Charakter natürlich eine Sache für sich. Die stereotype Highschool-Diva, die auf egoistische Art ihren eigenen "Tod" verhindern und sich rächen will. Ihre spätere Entwicklung und ihren Hintergrund fand ich zu typisch, um wirklich Gefallen daran zu finden.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen, passt aufgrund seiner einfachen Art sehr gut zur jugendlichen Protagonistin.
"Auracle" besitzt ein häufiges Aufkommen wörtlicher Rede bzw. dem Pendant mit einer nicht sprachfähigen Erscheinung. Insbesondere im ersten Drittel wirkten viele der Dialoge und auch ganze Szenarien gestellt und waren in ihrer Gesamtheit oft nicht nachvollziehbar oder auch zu gewollt humorvoll. Teilweise bestanden sie aus Belanglosigkeiten, die die Geschichte nicht voranbrachten und lediglich das Gefühl eines Auffüllens transportierten. Der "berichtartige" Stil (um ein Uhr passsierte dies und das, um zwei Uhr gingen wir dann dorthin...) tat sein Übriges.

Frau Rosati hatte mich eigentlich bereits mit dem Klappentext von ihrer Idee überzeugt. Sie untermauerte ihre Theorie mit zahlreichen "wissenschaftlichen" Thesen und verknüpfte Reis asiatische Abstammung und den Glauben an das Chi als Energieform mit dieser. Trotz allem blieb bei mir ein minimales "falsches" Gefühl hängen. Etwas fehlte, um mich wirklich überzeugen zu können.

Das Ende dieses Einzelbandes war dann sehr zufriedenstellend, auch wenn noch die ein oder andere Frage offen bleibt.



Gina Rosati hat in "Auracle" eine tolle Geschichte rund um die Astralprojektion erschaffen. Zu unglaubwürdig wirkende Szenen und Dialoge und stellenweise nicht-authentische Charaktere sorgten dafür, dass die Umsetzung der fantastischen Idee meinen Erwartungen an das Buch nicht entsprechen konnte. Nach langem Hin und Her ist "Auracle" an der Vier vorbeigeschrammt und erhält daher sehr gute 3 Bücher von mir.

Es ist ein Must-Read für Fans von Astralprojektion, dem Glauben an Chi, Energie und co, die einem jugendlichen Sprachstil und dem ein oder anderen Verhör nicht abgeneigt sind.




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Kommentare:

  1. Okay also absolut nichts für mich ^^"
    Gut zu wissen ;)

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    1. Ich glaube für dich wäre es wirklich nichts. Allein schon wegen der Gegenwartsform :-D
      Und du würdest dich glaub über die 'Füllteile' aufregen :-D

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  2. Danke für die Rezension! Ich freu mich trotz allem auf das Buch und werd mir mal meine eigene Meinung drüber bilden :)

    LG
    Moni

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    1. Zu der 4 hat nur eine Winzigkeit gefehlt...
      Und Spaß gemacht hat es defintiv! Und den wünsche ich dir auch dabei!!!

      Liebe Grüße

      Steffi

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  3. Tolle Rezension! Ich denke, das Buch könnte was für mich sein - ich schreib es mal auf meine Wunschliste (wie immer, wenn du wieder so eine tolle Rezi schreibst xD).

    LG

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    1. :-) Danke.
      Freut mich, wenn ich dich überzeugen konnte <3

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  4. Schöne Rezension :)
    Ich habe es mal auf meine Wunschliste gesetzt, bin mir allerdings noch nicht so sicher, ob es wirklich was für mich ist.

    Lg Rina
    http://meine-buecherwelt.blogspot.de/

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    1. Gelohnt hat es sich definitiv. Man darf nur nicht "das Falsche" erwarten :-(

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  5. Schöne Rezension! =)
    Ich habe es auch mal auf meine Wunschliste gesetzt (auch wenn etwas weiter hinten). Mal sehen ob es etwas für mich ist =)

    LG Jenny
    http://jennybuecher.blogspot.de/

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  6. So wie du es beschreibst, ist das Buch wohl nichts für mich.
    Ich mag es nicht wenn das alles so aufgesetzt wirkt und dann gibt es noch so viel Belangloses, nein danke!
    Vielleicht leihe ich mir das Buch mal aus, wenn ich es irgendwo sehe, aber in meinem Regal muss das Buch nicht stehen.

    LG May

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    1. so erzwungene Szenen mag ich auch gar nicht - so schade um das tolle Thema!

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  7. Schöne Rezension, hat man wieder was dazu gelernt :D
    Ich hab es mal von meiner Wunschliste runter genommen, weil es irgendwie nicht so klingt, als würde es mir gefallen. Ich hasse diese typische Schulzicke, und vor allem diese gewollt lustigen und aufgesetzten Dialoge :D Da geb ich die 17 Euro lieber für was anderes aus ;)

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    1. ohne dieses seltsame Verhalten wäre das Buch einfach toll gewesen <3

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  8. Oh, das hört sich ja nicht so prickelnd an. ^^ Danke für die informative Rezension! :)

    LG!
    Lydia

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    1. Toll schon, halt leider nicht so perfekt umgesetzt wie erwartet :-(

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  9. Hm...das Buch hat mich damals im Programm schon nicht sooo angesprochen und wenn ich deine Rezi so lese, dann ist es auch nicht so mein "Thema" :-) Danke für die Rezi.

    LG Scatty

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    1. Warst du dann eher der "Dance of Shadows" oder "Das Haus am Abgrund"? :-)
      Bloomoon hat ja schon ne sehr interessante Auswahl :-D

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  10. Echt schade, dass es dann doch nur "Mittelmaß" ist! :(
    Ich bin jetzt echt zerissen, ob oder ob nicht :D

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    1. mehr als schade :-(
      es ist aber sogar ein klein wenig mehr als Mittelmaß, ein klitzekleines Bisschen :-D

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  11. Auracle fällt jetzt auf jeden Fall in meiner Wunschliste um ein Paar Plätze. Schade, dass es nur Mittelmaß ist! Ich hab dabei immer an Seelen gedacht was wirklich super war!

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    1. Das ist was gaaaanz anderes - nix "Außerirdische" :-)
      Mit den richtigen Erwartungen an das Buch, mit dem Wissen, was auf einen zu kommt, ist es sicherlich RICHTIG klasse!

      lg
      Steffi

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  12. Schöne Rezension =)
    Au weija... das Buch stand auch recht weit oben auf meiner Wunschliste ich hoffe das es mir vielleicht 1-2 Bücher besser gefällt :)

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    1. vielleicht ist es besser, wenn die Erwartung geringer ist :-(

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Steffi & Kay