Samstag, 29. Dezember 2012

♂ Frozen - Tod im Eis (Jens Schumacher) [Rezension]



Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.

"Nun wusste er zwar, dass die Antarktis so groß war wie Australien und Europa zusammen,dass sie mehr Sonnenschein abbekam als Kalifornien, kälter als ein Eisfach sein konnte und unbelebter war wie die Sahara, aber er hatte keine Ahnung, wieso man nicht im April zum Südpol fliegen sollte."
(S. 21/22)

"Etwas anderes wissen wir dagegen noch immer nicht: worum genau es sich handelt. Denn Burtons verwirrendes Fazit lautet, dass die Kreatur, die wir ausgegraben haben, der modernen Wissenschaft gänzlich unbekannt ist!"
(S. 107)

"Diese Stadt war nicht von Menschen geschaffen, und sie war erst recht nicht für Menschen gemacht."
(S. 264)

Eine Gruppe norwegischer Wissenschaftler ist bei Bohrungen im ewigen Eis der Antarktis auf uralte Markierungen im Gestein getroffen. Von dieser Nachricht förmlich angezogen, hat Henrys Vater, ein Wissenschaftler, sofort eine Expedition auf die Beine gestellt. Nun gibt es bereits seit drei Wochen kein Lebenszeichen mehr von ihm. 
Henry macht sich zusammen mit Professor Albrecht, Dr. Eileen Cavanaugh und Dr. Duncan Lamont auf den Weg in die Antarktis, um seinen Vater zu suchen.
Dr. Golitzin empfängt sie in der Antarktis-Station McMurdo. Er berichtet ihnen, dass die Crew von Henrys Vater als im Eis verschollen gilt. Eine Rettungsaktion wird gestartet. Problematisch daran ist, dass gerade der antarktische Winter beginnt...
Die Rettungscrew, der auch Henry angehört, folgt der Route von Henrys Vater; zumindest bis zu dem Punkt, an dem das Funksignal verloren ging. 
Die Natur scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Die Antarktis stellt den Rettern sämtliche Widrigkeiten entgegen, die sie zu bieten hat. Die Aktion scheint keine Aussicht auf Erfolg zu haben. Doch dann stoßen sie auf ein Materialzelt der scheinbar verunglückten Expedition. Hier finden sie auch den defekten Laptop von Dr. Donald Wilkins, Henrys Vater. Henry gelingt es, zumindest das elektronische Expeditionstagebuch seines Vaters wiederherzustellen. Die Dinge, die sie daraus erfahren, sind unheimlich, verwirrend und verstörend. Doch ihre Reise geht weiter...

Auf "Frozen" bin ich eher durch Zufall im Internet gestoßen. Der Klappentext hat mir auf Anhieb gefallen. Zum Glück hat das Buch recht schnell zu mir gefunden, so dass ich es gleich lesen konnte.

"Frozen" hat mir eine Unterhaltung der besonderen Art geboten. Auch wenn ich schon viel aus dem Klappentext herauslesen konnte, wurde ich vom Autor dennoch mehrmals durch unerwartete Wendungen in seiner Geschichte überrascht. Auf eines muss ich auch gleich am Anfang hinweisen: Ich habe bisher selten ein Buch gelesen, bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich so positiv in Richtung Leistung gezeigt hat! Hier bekommt man eindeutig sehr, sehr viel Story zu einem tollen Preis.

Die Geschichte fängt relativ harmlos an. Auch wenn sich Henrys Vater seit drei Wochen nicht gemeldet hat, macht Henry sich noch keine Sorgen. Das war schon öfter so passiert. Henry war dieses Verhalten seines Vaters gewohnt. Seit dem Tod seiner Mutter war Henry die meiste des Zeit Jahres sowieso auf sich gestellt. Dafür war die Zeit, die er mit seinem Vater auf Expeditionen verbringen konnte, umso intensiver. Henry liebt seinen Vater. Aber er ist auch sehr selbständig und autonom, regelt sein Leben größtenteils allein. Der Hauptprotagonist ist auf jeden Fall ein Charakter, den ich von Beginn an mochte. Henry ist eine starke Persönlichkeit, selbstbewusst und intelligent. Auch in schwierigen Situationen gibt er nicht auf und sucht nach Lösungen.

Die weiteren Charaktere in der Geschichte sind ebenfalls sehr vorstellbar beschrieben mit allen ihren Ecken und Kanten. Ich habe jeden Einzelnen in diesem Plot lieben und hassen gelernt. 
Da wäre zum Beispiel Dr. Golitzin, der russische Wissenschaftler von der Forschungsstation McMurdo, der die Rettungscrew begleitet. Wirklich ein Russe, wie er im Buche steht! Und das ist auf jeden Fall positiv gemeint. Man muss ihn einfach mögen! Dr. Cavernaugh, Eileen, die eigentlich meist nur am Rande auftaucht, aber dann mit ihren Ideen die Situationen retten kann, habe ich ebenfalls sofort ins Herz geschlossen. Von einigen Protagonisten wurde ich dann im Laufe der Geschichte überrascht, positiv wie negativ. Das war zum Teil so nicht vorhersehbar! 

Insgesamt schwebte während des Lesens der Geschichte immer eine Grundspannung mit, die mich das Buch nicht aus den Händen legen ließ. Der Autor, der seine Geschichte in Dritter Person in Vergangenheitsform, aber mit viel wörtlicher Rede erzählt, hat es nicht versäumt, dem Ganzen auch noch einen "lehrreichen" Rahmen zu verpassen. So weiß ich jetzt nach dem Lesen des Buches u. a. auch die wissenschaftlichen Erklärungen für Unterkühlungen bei Menschen und für die Entstehung des Südlichts ("Aurora australis"). Außerdem ist es Herrn Schumacher gelungen, dass mir beim Lesen der Geschichte ständig kalt war. Ich glaube, das ist eindeutig das beste Indiz für eine authentische Geschichte, die sich auch tatsächlich so abspielen kann!

Zum Ende hin hat es der Autor sehr gut verstanden, einen großartigen Showdown beruhigt ausklingen zu lassen. Potential für einen Folgeband wäre definitiv vorhanden. Aber das bleibt wohl vorerst nur Spekulation...

"Frozen" hat eine Geschichte zu bieten, die mitreißt und mitfiebern lässt. Die gelungene Umsetzung mit dem grundlegenden Spannungspegel lässt mir gar keine andere Wahl, als 5 Bücher zu vergeben!

Für alle Fans gut durchdachter Storys mit einem gewissen Science-Fiction-Anteil, die gern überrascht werden und Spannung lieben...





Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.


Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)
    Macht ja irgendwie echt neugierig^^
    Spannung liebe ich ja schließlich auch ;)

    Und euer Header ist genial *-*

    LG PLumi

    AntwortenLöschen
  2. Ich kann mich Plumblossoms nur anschließen. Die Rezi macht wirklich neugierig :)Das Buch hört sich echt gut an.

    Lg Rina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...es lohnt sich auch wirklich. Und...dankeschön...:-)

      LG

      Kay

      Löschen
  3. Ich hab jetzt gar nicht die ganze Rezi sondern nur das Fazit und die Bewertung angeschaut und da ich eh schon eine Weile um das Buch rumschleiche, macht es diese Rezi nicht besser :P Ich denke das wandert mal auf meinen Wunschzettel! Schade, dass Weihnachten schon vorbei ist *g*
    Liebe Grüße Caro

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...oh ja, lies es! Da kannst du nichts falsch machen...;-)

      LG

      Kay

      Löschen
    2. Hihi, alles klar ;) Ich verlass mich drauf ;)

      Löschen
    3. ...sonst hast du etwas gut bei mir...*ggg*

      LG

      Kay

      Löschen
  4. Deine Rezension macht wirklich total neugierig!!!
    Wandert auf meine Liste :)
    LG Jan

    AntwortenLöschen
  5. Bücher zu lesen gut, aber noch besser zu reisen. Wer kümmert sich Antarktis zu besuchen https://poseidonexpeditions.com/de/. Ich war einmal dort, Eindrücke dieser Reise Masse. Ich rate allen, zumindest einmal in ihrem Leben dorthin zu gehen. Viel Glück.

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay