Samstag, 1. Dezember 2012

♀ Frostzauber (Tanja Heitmann HG.) [Rezension]



Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.


Unter dem Frosthauch (Tanja Heitmann)
Viele Mythen werden rund um den Spreewald erzählt.
Dorthin zieht es Mato in die Stille und Einsamkeit des Bauerhofes seiner Großelterm. Als der Frost den Wald und die Fließe in Eis verwandelt, missachtet er die Warnung seiner Großmutter über das geheimnisvolle Eismädchen und begibt sich auf Erkundungstour.
Hat die Kälte Matos' Verstand umnebelt und er sich die Gestalt unter dem Eis nur eingebildet?

Diese Geschichte über einen Neubeginn ist düster und etwas melancholisch, auch einen kleinen Tick unlogisch. Frau Heitmann wartet mit zahlreichen bildhaften Vergleichen auf und für mich blieb die Emotionalität etwas auf der Strecke. 3 Bücher.

Cirque Indigo (Lilach Mer)
Paris. Nachkriegszeit. Marja hat alles verloren: Freunde, Familie... Düstere Gedanken führen sie die Seine entlang und an einem Irrenhaus vorbei. Welch traurige Gestalten dort wohl hinter dem Fenster sitzen?
Kurz darauf hat Marja eine "Eingebung": Der Fluss kann sie befreien. Sie muss noch einen Schritt machen... Oder soll sie dem seltsamen blauen Licht in der entgegengesetzten Richtung folgen?

Lilach Mers Geschichte ist trotz der Kürze aussagekräftig und wirklich glaubhaft fantastisch. Der Schreibstil wartet mit vielen ausgestalteten Beschreibungen auf, die Stimmung ist sehr düster, sehr traurig und sogar beklemmend. 4 Bücher.

Die gefrorene Zeit (Mechthild Gläser)
Hannah kennt Tom seit ihrer Kindheit. Doch im Gegensatz zu ihr hat er sich nicht verändert. Nur die Beziehung zu ihr ist eine andere geworden: War er damals ihr Spielkamerad, ist er nun ihre erste große Liebe.
Doch gibt es ohne eine Vergangenheit mehr als die Gegenwart? Gar eine Zukunft?

Mechthild Gläsers Variante der Zeitreise ist sehr emotional, konnte mich aber nicht endgültig berühren. Der Schreibstil ist kurz und prägnant, Ausschmückungen sind nur in geringer Weise vorhanden. 4 Bücher.

Jenseits des Lichts (Gesa Schwarz)
Ihr verstorbener Vater hat Thordis vor dem Wald und seinen Schatten gewarnt. Diesem Wald, in dem das Haus steht, das für die Familie ein Ruheort hätte sein sollen.
Thordis zieht es immer wieder in den Wald hinein. Eines Tages sieht sie, wie ein Rabe einen Mann angreift und schwer verletzt. Sie hilft dem Mann und widersteht den Schatten. Und die Grenzen zu dieser so anderen Welt sind überschritten.

Für mich war diese Geschichte einen Ticken zu düster und vor allem zu verwirrend. Der Schreibstil der Autorin mit ihren zahlreichen bildhaften (dunklen!) Vergleichen sagte mir nicht zu. Hätte es sich nicht um eine Kurzgeschichte gehandelt, hätte ich dieses Buch abgebrochen. Dafür gibt es leider nur 2 Bücher.

Preußischblau (Antonia Michaelis)
In der Nacht zum 24. Dezember sieht er eine Sternschnuppe und gestattet sich einen Wunsch. Er möchte nur einmal geliebt werden, seine Welt teilen, die Einsamkeit zerstören.
Am Weihnachtstag hofft er beschwingt auf den Besuch, dekoriert, kocht, backt. Die Einsamkeit eingeschneit in seinem Haus scheint vergessen... Er wartet und wartet... und dann taucht sie auf...

Knapp 30 kleine Seiten und mir standen die Tränen in den Augen! Antonia Michaelis hat es geschafft, mit Verzicht auf jedes ausschmückende und daher unnötige Detail eine berührende Geschichte zu erschaffen, die an emotionaler Tiefe den "großen" in nichts nachsteht! Mein absoluter Favorit in dieser Anthologie!!! 5 Bücher - wenn möglich sogar mehr!

Das Lied des Eiswolfs (Jennifer Benkau)
Lesla wohnt im weißen Tal, in dem man die Gunst der Götter an dem Talent des Eis Wirkens ablesen kann. Leider ist Lesla die Einzige weit und breit, die nicht einmal einen Hauch dieser Fähigkeit hat.
Daher will sie auch dem Wanderer Fynn nicht näher kommen, um ihm von ihrer Schande erzählen zu müssen.
Dann taucht der Eiswolf auf, die höchste Kunst des Eis Wirkens.

Eine High-Fantasy-Geschichte, die mitreißt und durch die Vielschichtigkeit ihrer Charaktere überzeugen kann. Frau Benkaus unverschnörkelter, klarer und präziser Schreibstil konnte mich wieder einmal überzeugen. 4 Bücher.

"Frostzauber" hat mir wunderbar kurzweiligen Lesespaß bereitet. Die Kälte in den sechs Geschichten war so präsent, dass ich ganz in Winterstimmung gekommen bin.
Wer Kurzgeschichten mag, hat mit "Frostzauber" eine tolle Möglichkeit, den Stil der sechs Autorinnen kennenzulernen.

Der Durchschnitt der bewerteten Geschichten beträgt gerundet 4. Und diese 4 Bücher hat sich "Frostzauber" definitiv verdient!
Es ist eine absolute Empfehlung für alle, die sich für kurze Zeit in winterlichen Geschichten verlieren und große Emotionen erleben wollen.



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Kommentare:

  1. Schöne Rezension! :)
    Stimmt in drei Geschichten, sind wir gleicher Meinung. ^^

    LG
    Lydia

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  2. HOLY...Wackelpudding! :O Jetzt wo ich deine Rezension so sehe, merke ich, dass ich die Geschichte von Mechthild Gläser in meiner vergessen habe :O Oje...noch schlimmer, ich kann mich kaum an die erinnern...ich sollte mich mal eine Runde in die böse Rezensenten Ecke verkrümmeln xD

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  3. Ich freu mich schon das Buch zu lesen :3
    Ist noch auf meinem SuB :D
    Muss so schnell wie möglich jetzt da weg ö.ö

    lg

    Alisia

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Steffi & Kay