Dienstag, 27. November 2012

♀ Untot - Lauf solange du noch kannst (Kirsty McKay) [Rezension]



Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.

Das Mädchen liegt auf den Stufen und keucht. Es ist Alice Hicks. Sie hebt den Kopf und ihr rinnt schwarze Mascara über das hübsche Gesicht.
"Tot", kreischt sie. "Sie sind alle tot!"
(S. 15)

Bobby und ihre Klassenkameraden sind auf der Rückfahrt von einem Ski-Ausflug. An einer kleinen Raststätte hält der Bus, außer Bobby und Smitty gehen alle in das Café.
Plötzlich kommt ein Mädchen angerannt und brüllt, dass alle tot seien. Was Bobby und Smitty anfangs für einen Scherz halten, ist bitterer Ernst und ein Kampf ums Überleben beginnt... 
Denn die Toten erwachen und sind sehr hungrig.

Die Inhaltsangabe hört sich bekannt an? Was den Plot und das anfängliche Setting betrifft, hat Kirsty McKay das Rad definitiv nicht neu erfunden. "Ihre" Zombies orientieren sich stark an den gängigen "Charaktereigenschaften", sabbern, stöhnen, schleppen sich mehr als dass sie laufen...

Dennoch hat es die Autorin geschafft, mich dermaßen mit ihrer Geschichte zu fesseln, mich so sehr mitzureißen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Die Protagonisten sind nicht sehr vielschichtig oder tiefgründig, was in diesem Genre aber meiner Meinung nach auch nicht ganz so nötig ist.

Bobby ist eine typische Außenseiterin, neu an der Schule, Mobbing-Opfer. Ihr verstorbener Vater gibt ihr in Gedanken Tipps, sie orientiert sich stark daran, was ihr Vater ihr geraten oder selbst getan hätte. So handelt sie auch in den problematischsten Situationen logisch und kalkuliert. Ihr Mut schwingt manchmal in Leichtsinn und Selbstüberschätzung um. 
Durch die Erzählung aus ihrer Perspektive im Präsens hatte ich zu ihr von Beginn an einen guten "Draht".

Smitty ist ein Rebell, nicht ganz Außenseiter, aber auch nicht Mitglied der "angesagten" Cliquen. Wenn es drauf ankommt, zeigt er Stärke und Teamfähigkeit, versucht dennoch, sich seine coole Art und Lässigkeit zu bewahren. Ich habe ihn gemocht und war sogar von seiner späteren "Tiefe" überrascht.

Alice ist die Schulprinzessin, wunderhübsch und immer lächelnd. Zu Beginn lässt sie gemäß ihrer Gewohnheiten die anderen für sich arbeiten, hält sich eher im Hintergrund. Doch selbst die Schönheitskönigin findet zu Mut und Stärke und setzt sich für die anderen ein, anstatt sie nur herablassend zu behandeln.

Protagonist Nummer vier ist Pete, der "Albino-Boy", der nicht nur aufgrund seines Aussehens ein weiterer anderer Außenseiter ist. Er entpuppt sich aber als wahrer Schatz, wenn es um das Lösen von Problemen geht. Er war mir nicht wirklich sympathisch, aber dennoch unverzichtbar.

Das Zusammentreffen der Charaktere führt oft zu einem sehr humorvollen Schlagabtausch, denn nicht nur Alice besitzt eine sehr schlagfertige Art. Ebenso amüsant sind die vielen Vergleiche mit Filmen oder Büchern, die auf einfache Art immer ins Schwarze treffen.

Dass ich von einem Zombie-Buch keine große Lovestory erwarten kann, war mir klar. Dennoch gibt es Szenen, die Emotionen außer Angst, Übelkeit, Wut und dergleichen zulassen. Diese hat die Autorin aber sehr gut eingebaut, sodass sie niemals unpassend oder fehl am Platz wirkten.

Wie in jeder Zombiegeschichte will der Leser auch in "Untot" ergründen, wie es zu der "Zombifizierung" kommen konnte. Frau McKay legt ihren Protagonisten aber ein paar Steine in den Weg. Hinzu kommt, dass man in bester Thriller-Manier auf falsche Fährten gelockt wird, was durchaus zu Überraschungen führte. Die Idee im Hintergrund ist gut durchdacht und logisch aufgebaut.

Das Ende ist fürs Erste zufriedenstellend, der Cliffhanger ist aber so groß, dass ich am liebsten sofort zu Band 2 greifen würde.

Spannung ist beinahe von der ersten Seite vorhanden, schaukelt sich immer weiter hoch und gibt kaum Raum für Verschnaufpausen. Diese Tatsache ließ mich irgendwann über das größte Manko des Buches hinwegsehen: Dem - milde ausgedrückt - sehr jugendlichen Schreibstil. Ab und An stolperte ich noch über ein sehr umgangssprachliches "Jugendwort", aber vermutlich hat diese Sprache einen großen Anteil an der Authentizität des Buches. Abgesehen von den "Stolperfallen" ließ es sich sehr schnell und flüssig lesen.

"Blutig, witzig, schnell": Kaum ein Klappentext ist so dermaßen passend!
Nach kleinen Startschwierigkeiten, was den Schreibstil angeht, war ich gefesselt und konnte "Untot - Lauf solange du noch kannst" nicht mehr aus der Hand legen. Die Situationskomik ist unbeschreiblich und ich hatte absoluten Spaß beim Lesen, den ich gerne mit 4 Büchern vergelte.

Es ist eine definitive Empfehlung für Fans spannungsgeladener, actionreicher, blutiger Lektüre. Werft aber sicherheitshalber einen Blick in die Leseprobe, ob ihr euch mit der Sprache anfreunden könnt.

Absoluten Zombie-Fans würde ich nur bedingt zu dieser Lektüre raten, da es sich für euch vermutlich wie "Tausend Mal gelesen/gesehen" anfühlen könnte. Aber der Humor kann sicherlich auch euch überzeugen!


1. Untot - Lauf solange du noch kannst
2. englischer Titel: Unfed
3.?


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Kommentare:

  1. Klingt ein bisschen wie "Dark Inside". Aber das mochte ich ja sehr :)
    Kann man das vergleichen? (Ja ich weiß, in beiden Büchern gehts um Zombies^^)
    LG Jan

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  2. Pete gefiel mir am besten.

    LG May

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    1. von seinem Wissen oder seiner Art her? Der war mir irgendwie sehr suspekt :-D

      lg
      Steffi

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    2. Ich konnte auch nicht wor wirklich was mit ihm anfangen... Er war schon sehr speziell :D

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  3. Ich freue mich auch schon wahnsinnig auf den letzten Band. Wirst du ihn in Deutsch oder Englisch lesen?

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    1. Da ich auf englisch nur im ABSOLUTEN Notfall (will heißen im in Zeiten großen Mangels an guten Büchern auf dem Sub) zurückgreife, sieht es für die (hoffentlich bald erscheindende) deutsche Version gut aus :-)

      Sieht auch im Regal besser aus...

      Hast du schon weitergelesen?

      lg
      Steffi

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  4. Hmm..wie Dark Inside nur mit schwarzem Humor..Also deine Rezi gefällt mir richtig gut, nur weiß ich trotzdem nicht so recht ob es etwas für mich ist. In Dark Inside hat mir gerade die Ernsthaftigkeit gefallen, vllt bin ich deswegen noch unsicher :) Werds aber definitiv im Hinterkopf behalten :)

    Grüüüße^^

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    1. Wenn dir das ernste "wichtig" war, dann ist "Untot" wirklich nichts für dich :-(

      Man muss wirklich sagen, dass es schwärzeste und dunkelste Situationskomik ist, was eigentlich nicht lustig ist... Naja, vielleicht ein bisschen *lach*

      Nein, das war saukomisch, ich liebe sowas :-))))
      Das lockert die ganze bedrohliche Atmosphäre immer wieder auf.

      lg
      Steffi

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    2. Am Anfang hat mich der Humor etwas schockiert... Meine Moralvorstellung hat um Gnade gefleht! Aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Aber wenn du wirklich "ernste" Zombiebücher magst, würde ich wirklich die Finger davon lassen. Vielleicht wäre dann eher "Dark Love" was für dich?

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    3. Das subt auch noch bei uns...
      Aber ein 'anderes' Zombie-Erlebnis ist Untot definitiv :-)

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  5. Schöne Rezension! Mehr muss ich glaube ich nicht mehr sagen :D

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  6. Hey :)

    Wieder eine Tolle Rezension! :D
    & da ich Zombies sowieso sehr mag muss ich mir das glaub ich kaufen :]]]
    Mal schauen :D

    LG
    Toubi

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Steffi & Kay