Sonntag, 4. November 2012

☺ Anton Pfeiffer und der Zauberkongress (Anne Carina Hashagen) [Rezension]


Vertrieb nur über Amazon.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.
Das E-book für 2,99€ findet ihr hier.

"Es gibt keine andere Wirklichkeit als die, die wir in uns tragen."
(S. 65)

"Das Weihnachtsfest handelt von Hoffnung, Freundschaft und von Liebe. Von erfüllten Wünschen. Es bedeutet den Beginn einer ganz neuen Welt. Und es lehrt uns, wer wir wirklich sind."
(S. 208)

Nur noch ein paar Tage bis Weihnachten. Der 12-jährige Anton startet seinen Montagmorgen wie immer. Doch auf dem Schulweg bekommt er Taubendreck ab, der seltsam schimmert. Von seinem Chemie-Lehrer Herr Clausewitz wird er als Träumer und Null beschimpft. Aber der Tag wird noch wesentlich aufregender. Anton trifft auf Oskar, der mit einem seltsamen Gegenstand in der Hand im leeren Schulhof auftaucht und sich wundert, dass Anton ihn sehen kann.
Kurzerhand erzählt Oskar ihm, dass er ein aufstrebender Zauberer ist und an einem Zauberkongress teilnimmt. Fasziniert folgt Anton dem Jungzauberer zur Eiche hinter dem Schulhof, die ein ganz und gar unglaubliches Innenleben hat. Völlig fasziniert von der magischen Welt erlebt Anton gemeinsam mit Oskar und der Zauber-Streberin Emma ein Abenteuer nach dem anderen und findet zu guter Letzt nicht nur neue Freunde...

Ich bin hin- und hergerissen, was "Anton Pfeiffer und der Zauberkongress" angeht. Aber nicht, ob ich es gut oder schlecht fand, sondern ob ich es für ein Kinder- oder doch eher Jugendbuch halten soll.

Der Erzählstil ist mir sofort aufgefallen: Ich sage bewusst ERZÄHL- und nicht Schreibstil. Durch die persönliche Ansprache des allwissenden Erzählers an den Leser wirkte es auf mich, als würde jemand mir die Geschichte erzählen. Eigentlich ein typisches Kriterium eines Kinderbuches. Auch sind die Orte und Dinge "kind"gerecht beschrieben, um auch jüngeren Lesern ein Bild des Ganzen vor Augen zu führen. Dagegen spricht aber die ein oder andere Wortwahl, die die Mehrheit der jungen Leser vermutlich nicht deuten oder interpretieren können. Auch sind die teils "philosophischen" Gespräche vielleicht doch eher dem Jugendbuch-Bereich zuzuordnen.

Doch dies nur als Einschätzung, ob es für euch oder eure Kids infrage kommen würde. Ich lese Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbücher und komme daher sehr gut damit klar.

Ich persönlich fand "Anton Pfeiffer" wirklich sehr gut gelungen. Frau Hashagen hat mit ihrer Interpretation einer magischen Welt abseits der Augen der Menschen natürlich nichts wirklich Neues geschaffen, ihre Idee ist jedoch so detailliert und amüsant umgesetzt, dass es jeden jungen Leser in seinen Bann ziehen wird. 

Das Buch ist von einem Spannungsauf- und -abbau gezeichnet, die den Leser fesseln und dann immer wieder beruhigt aufatmen lassen. Die Spannung wird den jungen Lesern entsprechend nie sehr lange künstlich oben gehalten.

Die Charaktere sind nicht sehr tiefgründig, aber für einen Jungleser-Roman ausreichend beschrieben. Sie sind wie die ganze Zauberwelt sehr liebevoll gestaltet.

Anton lebt allein mit seiner Mutter in Wuppertal. Seit sein Vater vor vielen Jahren gestorben ist, muss die Mutter viel arbeiten, ist oft traurig und lehnt Weihnachten seither komplett ab. Anton findet, dass sie die Situation zusammen gut meistern, es könnte aber sicherlich besser sein.
Anton ist recht selbstbewusst und sagt, was er denkt. Was ihm ein ums andere Mal Ärger mit den Lehrern einhandelt. Völlig fasziniert begibt er sich mit Oskar in die ihm unbekannte Welt der Zauberer und deutet erst später die Hinweise, die ihm sein Großvater immer gegeben hat. Über seinen größten Wunsch kann ich nur mutmaßen, aber das Ende lässt eigentlich nur einen Schluss zu...

Oskar mutiert innerhalb kürzester Zeit zu Antons bestem Freund. Er führt Anton in die Welt in der Eiche ein und erklärt ihm alles. Er stellt ihm auch Emma, seine Klassenkameradin aus der Zauberschule, vor. Letztendlich sind es Oskars Ideen, die immer wieder aus ausweglosen Situationen helfen.

Emma ist die super Streberin und ihre Erfindung, die sie dem Kongress präsentieren will, bedarf einer kleinen Nachbesserung. Gemeinsam treten die Drei das Abenteuer an und Emma führt die Jungen durch den verzauberten Wald, dem es an nichts Magischem und Unvorstellbaren fehlt und mit dem Problemlöser auch den entscheidenden Hinweis bringt, der Anton gefehlt hat.

Die Parallelen zu Harry Potter sind nicht zu übersehen, waren aber nicht störend. 
Zeitweise empfand ich die überdetaillierte Welt als etwas überladen, eine magische Besonderheit jagte die nächste, was jüngere Leser evtl. überfordern könnte.

"Anton Pfeiffer und der Zauberkongress" ist ein rasantes, Jungleser-taugliches Abenteuer, das in eine magische Welt neben der Unsrigen führt. Frau Hashagen hat ein spannendes, teils philosophisches Abenteuer geschaffen, das auf magische Weise den Sinn von Weihnachten näherbringt. Ich hatte außerordentlich Spaß mit Anton und vergebe daher ganz ganz knappe 5 Bücher.

Es ist eine absolute Empfehlung für Jungleser/Vorleser, die Magie gepaart mit dem kindlichen Charme eines "ganz normalen Jungen" nicht widerstehen können/wollen. Gerade zur Vorweihnachtszeit ein tolles Leseerlebnis!


 


Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.


Kommentare:

  1. Eine tolle Rezension, danke dafür :)
    Da kann ich mich ja schon auf das Buch freuen - uije, ich sehe schon die Weihnachtsstimmung aufkommen *g* Wäre mal wieder was Neues. Mir fehlt dieser kindliche Teil an Weihnachten, seit bei uns alle mehr oder weniger Erwachsen sind - oder in der Pubertät stecken.

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  2. Aah das Buch ist gerade auf dem Weg zu mir :D .. Bin schon sooo gespannt (:

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay