Sonntag, 28. Oktober 2012

♂ Die Stadt der verschwundenen Kinder (Caragh O'Brien) [Rezension]


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"Also boten sie an, Kinder zu sich zu nehmen, die gerade mal ein Jahr alt waren, und sie entschädigten die Familien auch für sie. Zuerst war alles freiwillig..."
(S. 145)

"Es gibt ein paar Dinge, die wir nicht mehr infrage stellen können, sobald wir sie getan haben, denn sonst könnten wir nicht weiterleben. Und wir müssen weiterleben, jeden einzelnen Tag."
(S. 151)

Die Enklave erhält die ersten drei Kinder eines Monats. Jeder weiß darüber Bescheid, jeder akzeptiert es.
Gaia lebt in Wharfton, direkt vor den Mauern der Enklave. Von ihrer Mutter hat sie gelernt, was eine Hebamme zu tun hat. Nun ist es soweit. Ohne Hilfe schafft sie die erste Entbindung. Das Problem ist, dass das Kind vorgebracht, also bei der Enklave abgegeben werden muss. Gaia beginnt zu zweifeln, ob dieses traditionelle Vorgehen richtig sein kann...
Kurz darauf werden Gaias Eltern von Soldaten der Enklave verhaftet. Ohne erkennbaren Grund! Nun soll Gaia die neue Hebamme ihres Sektors werden. Wochenlang hört Gaia nichts über das Schicksal ihrer Eltern. 
Doch dann erfährt Gaia, dass ihre Eltern von der Enklave zum Tode verurteilt wurden. Sie muss unbedingt zu ihnen! Aber wie kann sie die Mauern und die Kontrollen überwinden?

Sie hat es geschafft, in die Enklave zu gelangen! Doch gleich darauf wird sie Zeugin eines grausamen Schauspiels. Sie muss mit ansehen, wie eine Schwangere gehängt werden soll! Gaia schreitet ein. Doch den Tod der Schwangeren kann sie nicht verhindern...Aber Gaia rettet das Leben des Ungeborenen! Doch dafür wird sie verhaftet und eingesperrt...Und das ist erst der Anfang...

"Die Stadt der verschwundenen Kinder" wartet mit einer wirklich hervorragenden Grundidee auf. Zwar sind die Umsetzung und die Handlung manchmal ein wenig uneben, dies hat meinen Lesefluß jedoch nicht merklich gestört. 
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut zu lesen. Ein bisschen mehr Detailtiefe hätte ich mir an einigen Stellen schon gewünscht; letztendlich wurde dafür meiner Fantasie ein großer Raum gelassen. 
Die Geschichte selbst ist spannend und man wird des öfteren von den beschriebenen Wendungen überrascht. Erzählt wird der Plot aus Gaias Sicht in der Vergangenheitsform.

Nicht wirklich überzeugt hat mich allerdings die Zuneigung der beiden Hauptprotagonisten zueinander. Gut, Gaia ist aufgrund ihrer Narbe im Gesicht entstellt und allein schon deshalb keine Schönheit. Erfahrung mit Jungs hat sie demzufolge auch nicht, außer dass diese sie bisher gehänselt haben. Und natürlich gönnt man ihr, dass sie ihren Traumprinzen trifft! Mir hat sich dann aber im Laufe der Geschichte die Frage gestellt, ob ich mich auch in jemanden verlieben würde, der an der Verhaftung meiner Eltern beteiligt war und deshalb auch an deren weiteren Schicksal mitschuldig ist. Dieser Part fühlte sich für mich deshalb ein wenig erzwungen an. Aber auch das ist ja wie immer reine Geschmackssache...

Die Protagonisten selbst werden vorstellbar und ausreichend beschrieben. Tiefere Eindrücke von ihrer Gefühlswelt werden uns auch hier selten gewährt.
Gaia selbst ist von Grund auf systemtreu, manchmal beginnt sie allerdings zu zweifeln. Im weiteren Verlauf zeigt sie enormen Mut und Ehrgeiz. Ihr Ziel verliert sie nie aus den Augen und arbeitet beständig darauf hin.

Leon ist von Anfang an ein undurchsichtiger Charakter, der mich allerdings oftmals überraschen konnte. Richtige Sympathie konnte ich allerdings nicht für ihn empfinden, weil ich irgendwie immer viel Abstand zu ihm hatte.

Meine kleinen Kritikpunkte haben dennoch einen schönen Lesegenuss nicht ausgeschlossen. Mein Eindruck ist eindeutig, dass das Buch aus dem Durchschnitt heraussticht. Ich habe beim Lesen auf jeden Fall auch viele Überraschungen erleben dürfen, die mir immer wieder Lust aufs Weiterlesen beschert haben.

Auch wenn mich "Die Stadt der verschwundenen Kinder" nicht absolut überzeugen konnte, muss ich hier allein aufgrund der erstklassigen Grundidee 4 Bücher vergeben. Ich bin mir sicher, dass sich der Folgeband steigern und mich umhauen wird! 
Für alle Fans spannender Dystopien, die unverhersehbare Wendungen lieben und Bücher mit einem Anteil eigener Fantasie genießen können...

1. Die Stadt der verschwundenen Kinder
2. Das Land der verlorenen Träume
3. englischer Titel: Promised




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Kommentare:

  1. Mal wieder eine schöne Rezension!
    Ich hoffe das dich der Folgeband auch begeistern wird :)
    Lg Jan

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    1. ...das hoffe ich auch! Will es auf jeden Fall lesen...

      LG

      Kay

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  2. Mir hat das Buch und der Folgeband super gefallen. Ich wünsche dir viel Spass beim 2. Band lesen. Sehr schöne Rezension
    Lg Natascha

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    1. ...Dankeschön :-) bin schon echt gespannt!

      LG

      Kay

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  3. Wow wie immer eine wunderbare Rezension. Alles so toll beschrieben.
    Mir gefällt der Name der Protagonistin irgendwie gar nicht. Ansonsten hört sich das Buch ja spannend an ;)

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  4. ...ja, stimmt...allein schon mit den Namen verbindet man teilweise, ob die Geschichte gefallen kann oder auch nicht...weiß, wie du es meinst :-) und, Dankeschön...:-)

    LG

    Kay

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  5. Ich fand dieses Buch besser als den zweiten Teil, aber ich habe Band eins auch geliebt und ich glaube, "Leuten wie euch" :P aka Lesern, denen Band eins nicht so gut gefiel, gefiel Band zwei besser xDD

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Steffi & Kay