Samstag, 1. September 2012

♀ Legend 01 - Fallender Himmel (Marie Lu) [Rezension]


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
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"Im Spiegel sehe ich aus wie immer. Doch im Inneren bin ich ein anderer Mensch."
(S.300)

Die ehemaligen westlichen Bundesstaaten der USA bilden die Republik, die sich mit den anderen, den "Kolonien" im Kampf befindet.
Innerhalb der Grenzen tobt ständig eine Seuche, die aufgrund routinemäßiger Seuchenkontrollen nach kürzester Zeit jedoch immer wieder eingedämmt werden kann. Die Angst davor schürt aber das Vertrauen des Volkes in den Elektor, das Staatsoberhaupt.
Mit 10 Jahren wird jedes Kind getestet. Das Ergebnis stellt die Weichen für die Zukunft. Je näher an den 1500 Punkten, desto besser sind die Ausbildungsmöglichkeiten und die späteren Karrieren.

Day lebt auf der Straße. Er ist der Staatsfeind Nummer 1. Seine Mutter hält ihn für tot. Er wacht aber aus sicherer Entfernung über seine Mutter und die beiden Geschwister. Als Day wieder einmal eine Routinekontrolle seiner Familie beobachtet, passiert es: Das Haus wird unter Quarantäne gestellt. Sein kleiner Bruder Eden ist infiziert. Doch anstelle des normalen X, das die Seuche ausweist, ist das X auf der Tür seiner Familie durchgestrichen - was noch niemals vorher so war.
Um seine Familie zu retten will Day Medikamente stehlen, wird dabei aber von einem Offizier gestellt. In letzter Sekunde kann er fliehen...

June ist das Wunderkind der Nation, die einzige die den großen Test mit 1500 Punkten abgeschlossen hat. Bereits mit 15 Jahren ist sie im Abschlussjahr der elitärsten Universität der Republik und strebt eine militärische Karriere an.

Entgegen den meisten Dystopien ist der Leser in "Legend" von Beginn an mit beiden "Seiten" konfrontiert. Er lernt das "tolle" Leben in der Gesellschaft und das karge am Rande von ihr kennen. Und doch ist von Beginn an sicher, dass diese beiden Leben verbunden werden - die Frage ist nur, wie und wann. "Berührungspunkte" sind von Beginn an vorhanden.

Denn beide Hauptprotagonisten sind auf ihre Art "berühmt": Day als meistgesuchter Verbrecher der Republik und June als einzige, die den Test mit Höchstpunktzahl abgeschlossen hat. Aber WIE ähnlich sie sich wirklich sind, erfährt der Leser erst später.

Day hat eine sagenhafte Verbrecherkarriere hinter sich. Er sorgt für sich, das Straßenmädchen Tess und seine Familie. Er versucht, neue Kämpfe und Soldatenopfer zu verhindern, indem er Geräte der Republik sabotiert. Er fügt aber niemals einem Menschen leid zu, wenn es sich verhindern lässt.
Day hängt sehr an seiner Mutter und den beiden Geschwistern, auch wenn ihn alle außer seinem großen Bruder John, durch den er den Kontakt hält, für tot halten. Denn Day ist beim großen Test durchgefallen und wurde in ein "Arbeitslager" gebracht, konnte aber fliehen. Die Sorge um seine Familie macht ihn fertig. Er hat sich immer geschworen, sich niemals auf der Straße verlieben. Aber dieses Mädchen macht es ihm unmöglich.

June ist das Wunderkind, von dem jeder gehört hat aber niemand genaueres weiß. Sie ist ein Genie und körperlich topfit. Doch so brilliant sie ist, so störrisch und eigensinnig ist sie und macht ihrem Bruder Metias das Leben schwer. Ihre Eltern sind vor Jahren bei einem Unfall gestorben.
Dann wird ihr der einzige Halt in ihrem Leben, die einzige Bezugsperson; der Mensch, der versprochen hat, immer da zu sein, weggenommen. 
Sie schwört Rache und ergreift kurz darauf die Chance, die sich ihr bietet. 
Bei einem Kampf trifft sie auf Day, der seine Identität nicht preisgibt. Sie lernt ihn näher und näher kennen und stellt immer wieder fest, wie sehr sie sich ähneln. 
June muss sich der Wahrheit stellen - eine schlimmer als die andere und sie erkennt die Wahrheit über Menschen, die sie ihr Leben lang zu kennen geglaubt hat - und sie beginnt zu zweifeln...

Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, nicht übermäßig detailliert, aber dennoch sind die Szenen und Schilderungen greifbar. Day und June erzählen abwechselnd kapitelweise aus der Ich-Perspektive und der Leser ist hin- und hergerissen zwischen dem "guten Mädchen" und dem "bösen Jungen", denn ihre Gedanken erläutern dem Leser ihre Taten und Handlungen und jeder ist für sich der Meinung, dass er im Recht ist.

Das Buch ist in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil beginnt interessant, aber noch unspektakulär, steigert sich aber mit jeder Seite. Der zweite Teil packt den Leser dann umso mehr! Ich kann nicht viel darüber sagen, um euch nicht die Spannung zu nehmen, aber ich habe gemeinsam mit June erschütternde Erkenntnisse gewonnen! Überraschende Wendungen und unverhersehbare Tatsachen jagten sich gegenseitig und machten "Legend - Fallender Himmel" zu einem absoluten Lesegenuss!

"Legend - Fallender Himmel" ist eine Geschichte voller Spannung, Leid, gebrochenem Vertrauen, Enttäuschungen und dem einen Menschen, der einem ähnlicher ist, als alle anderen... Das Buch hat mich gefesselt und ich komme nicht umhin, 5 Bücher zu vergeben.

Es ist ein Must-Read für Dystopie-Fans und alle anderen, die gute Unterhaltung und Überraschungen lieben und gerne mit ihren Protagonisten mitfiebern.

1. Legend - Fallender Himmel
2. engl. Titel: Prodigy
(Erscheinungsdatum voraussichtlich Januar 2013)
3. engl. Titel Champion
(Erscheinungsdatum voraussichtlich 2014)



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Kommentare:

  1. Das Buch steht auf meiner Wunschliste *jammer*

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  2. Leider fand ich das Buch nicht ganz so berauschend wie ihr...ich finde dieses Buch hatte mehr Potential. LG

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    1. Kathrine ich schlag mich auf deine Seite, mir hat irgendwie was gefehlt...

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    2. Gut :-) dann steh ich nicht alleine herum! LG

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  3. Ich hab das Buch gestern ausgelesen und sehe das ähnlich wie du ^^
    Aber etwas schlechter fand ich es doch...teilweise ging mir das alles einfach zu schnell Oo

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  4. Das hört sich echt richtig toll an!
    Also muss ich es auch noch lesen :)
    Lg Jan

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Steffi & Kay