Mittwoch, 18. Juli 2012

♀ Wolfsfieber 1 (Ruth Adelmann) [Rezension]


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
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"Dann fiel es mir am schwersten. Dann war es fast unmöglich, ihn nicht zu berühren. Doch in diesem Punkt hatte sich in unserer Freundschaft nichts geändert." 
(S.129)

Die Lokalreporterin Joe fährt bei strömendem Regen von einem Auftrag nach Hause, als sie mit etwas zusammenstößt. Kurz vor dem Aufprall sieht sie das Tier auf der Straße. Voller Panik steigt sie aus und findet einen nackten Mann blutend vor ihrem Auto. Es ist nicht irgendein Mann, sondern der neue Bibliothekar Istvan, den sie vor kurzem interviewt hat. Er bittet sie unter Schmerzen, keinen Arzt zu verständigen. Und so nimmt sie den Schwerverletzten mit nach Hause und versorgt ihn. Kurz darauf ist er verschwunden.
Es dauert nicht lange, bis Joe eins und eins zusammenzählt und Istvan zu einem Geständnis drängt. Istvan ist ein Werwolf und schon über 75 Jahre alt. Er hat sich außer Gleichgesinnten noch niemals zuvor einem Menschen offenbart.
Als im Dorf mehrere Schafe gerissen werden, werden Jäger mit der Tötung "der Wölfe" beauftragt. Es kommt zu einem Ereignis, das Joe völlig aus der Bahn wirft, ihr jedoch Klarheit über ihre Gefühle verschafft.
Und die größere Gefahr lauert in Istvans Vergangenheit...

Der Einstieg in "Wolfsfieber" verursachte mir Gänsehaut. Jedoch keinesfalls vor Spannung, sondern aus nur einem Grund: Frau Adelmann hat sich zu Beginn eines jeden noch so klischeehaftesten Klischees bedient, das man sich vorstellen kann.

So ist die Hauptprotagonistin Joe eigentlich eine logisch denkende, erfolgreiche, starke Frau. Aber in Istvans Gegenwart überströmten schon bei der ersten Begegnung die Hormone alles andere und bei dem Unfall setzt sogar das logische Denkvermögen aus. Anders ist nicht zu erklären, dass man einen Mann, der nachts mitten auf der Straße liegt, mit zu sich nach Hause nimmt.
Joe will nach der "Offenbarung" mehr als nur Istvans "Freundin" zu sein und hat viel damit zu tun, ihre Gefühle in seiner Gegenwart zu unterdrücken. Sie stirbt Tausend Tode, als sie von den Jägern hört und mit einem Mal wird ihr klar, dass sie Istvan liebt.

Istvan, der Jahrzehnte auf der Suche nach einem Begleiter, einem Zuhörer, einen Freund war. Und der wollte Joe für ihn sein.
Ich habe beim Lesen keinen wirklichen Bezug zu Istvan bekommen, auch wenn er viel von sich erzählt. Er blieb für mich nur schemenhaft greifbar, auch was seine wahren Gefühle betrifft. Der auf Joe zerstörerisch wirkende Selbsthass wächst im Laufe der Geschichte immer weiter und dominiert gegen Ende die Geschichte.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, sofern man nicht über ein paar Dinge stolpert. Z. B. wurde die Protagonistin ganz "verschreckt" und es gab einige Logikprobleme, die unter anderem die Frage aufwerfen, warum sich Istvan verwandeln muss, wenn es andere scheinbar nicht müssen...
Dann hat Alkohol scheinbar keine Wirkung auf Werwölfe, weshalb Joe die teuren Weine allein trinken muss. Alle Weintrinker werden jetzt aus einem Munde schreien, dass sie die edlen Tropfen des Geschmacks wegen und nicht der alkoholisierenden Wirkung trinken.

Wirklich gut getroffen ist hingegen die Beschreibung von Istvans Verwandlung, auch wenn Joe bei jedem unterdrückten Schrei das Herz bricht.

Die erste Hälfte des Buches ist definitiv das, was man erwartet, wenn man vom Cover auf den Inhalt schließt. Hält man diese groschenromanreife Strecke durch, wird man mit kleinen Überraschungen und Wendungen belohnt, die bereits auf den zweiten Teil hinführen.
Ich bin nicht der Fan grooooßer Gefühle und zuuuuuu überstarker Romantik, daher kann ich "Wolfsfieber" lediglich mit 3/5 Büchern bewerten.

Ich empfehle das Buch aber allen LeserInnen, die in eine romantische, alles überragende Liebesgeschichte eintauchen wollen.

1. Wolfsfieber 1
2. Wolfsfieber 2 - im Jahr des Wolfs




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Kommentare:

  1. Gott sei Dank kann ich mich fuer Woelfe allgemein nicht begeistern ;P
    Schlimmer noch als bei Feen XDDD
    Aber gut dass du deine Meinung dazu so klar darstellst *___*
    Und zu Timeless:
    Ich war ueberrascht, wie gut es doch war,
    imemrhin hatte ich mir nicht sehr viel erhofft und nachdem ich New York toll finde hat mich das total in den Bann gezogen und Lust auf mehr gemacht =)

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  2. Man kann sich dabei in New York verlieben =)
    Vielleicht war das ja die BIG LOVE STORY XDDD

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  3. Gut, dass das Buch nicht auf meine WuLi wandern muss. Schon das Cover und der Klappentext schreckt mich total ab :/

    LG Plumi

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  4. Du sprichst mir sowas von aus der Seele :D jetzt, da ich Deine Rezension lese, fällt mir auf, dass mir einiges entfallen ist, aber im Allgemeinen sind wir uns ziemlich einig :)

    Jedenfalls gefällt mir Deine Rezension, wie immer, sehr gut!

    LG

    Rica

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Steffi & Kay