Samstag, 7. Juli 2012

♂ Crash - Ins falsche Leben (Martyn Bedford) [Rezension]


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen könnt ihr das Buch gleich hier.

Eines Morgens wacht Alex auf und alles um ihn herum hat sich verändert. Sein Bett ist ihm fremd. Sämtliche Möbel, die nicht einmal seine Möbel sind, stehen an anderen Plätzen. Auch das Zimmer, in dem er aufwacht, kennt er nicht. Alex kann sich nicht an letzte Nacht erinnern. Das einzige, was er noch weiß ist, dass er mit seinem besten Freund Davis Schach gespielt hatte und sich dann auf den Heimweg gemacht hat. 
Nach einem Blick in den Spiegel offenbart sich ihm die furchtbare Wahrheit. Er steckt im Körper eines anderen! Wie sich später herausstellt, gehört der Körper einem Jungen namens Philip Garamond, der von seinem Umfeld auch Flip genannt wird. 
Alex hinterlässt seiner Mutter an ihrer Arbeitsstelle eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Er hofft, dass sich schnell alles aufklärt. Ruhelos läuft er durch die Straßen. Allerdings wird er von Philips Geschichtslehrer - der in Alex ja Philip sieht -  erwischt und mit in die Schule genommen. Nun muss Alex auch noch einen Schultag in dem fremden Körper mit für ihn fremden Personen verbingen. Natürlich kann das nicht reibungslos verlaufen...
Nach der Schule hört Alex die Handymailbox ab. Erfreut stellt er fest, dass er eine Nachricht auf der Mailbox hat. Diese ist allerdings nicht wie erhofft von seiner Mutter, sondern von einer ihrer Arbeitskolleginnen. Und diese droht ihm, das nächste Mal die Polizei zu rufen, falls er sich noch so einen makabren Scherz erlauben sollte. Wo ist er hier um Himmels Willen hineingeraten? 
Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen seinem alten Leben als Alex und nun als Philip mehr als 200 km Entfernung liegen. Wie kann er seine Eltern überzeugen, dass er Alex in einem fremden Körper ist? 
Später findet Alex diese Internetseite, die von Rob betrieben wird. Kann Rob ihm wirklich helfen...?

Ich habe dieses Buch durch Zufall entdeckt und mich auch sehr auf das Lesen gefreut. Die Einführung in die Geschichte ist sehr gut gelungen und ich war anfangs aufgrund der guten Idee und der Beschreibungen begeistert. Die Verwirrung von Alex ist förmlich spürbar. Dies, gepaart mit einigen beschriebenen Situationen - z. B. wie fühlt man sich beim Duschen in/mit einem fremden Körper - haben mich doch oftmals schmunzeln lassen. Der Einstieg ist Herrn Bedford damit schonmal hervorragend gelungen.
Leider ging es mir in der Folge nicht das ganze Buch über so. Nachdem der Autor eine für mich noch nachvollziehbare Erklärung für Alex Zustand beschreibt, ist die Geschichte ab diesem Zeitpunkt zusehends abgeflacht. Richtige Highlights sind mir von da an auch nicht mehr in Erinnerung geblieben. 
Die Geschichte wird aus der dritten Person heraus erzählt. Der Schreibstil ist, vor allem zu Beginn der Handlung, flüssig und sehr gut zu lesen. Warum dieser Knick - letztendlich auch bei den humorvollen Darstellungen, die mich am Anfang des Buches gefesselt hatten - eingetreten ist, kann ich nicht genau sagen. Auch wenn der Schreibstil weiterhin als gut bezeichnet werden kann und natürlich auch noch die eine oder andere überraschende Wendung eingetreten ist, konnte ich von der Geschichte nicht mehr gebannt und gefesselt werden. 

Die Protagonisten sind alle gut und ausreichend dargestellt. Allerdings sind die meisten Charaktere hier auch nur nebensächlich, da sich die Geschichte vorrangig um den Hauptprotagonisten Alex dreht. Alex, ein introvertierter Teenager, befindet sich plötzlich im Körper von Philip und muss sich von jetzt auf gleich in dessen Leben zurechfinden. Und das natürlich ohne zu wissen, was da überhaupt mit ihm passiert war. Gerade war er noch ein Teenager, der Klarinette und Schach spielt, nun ist er in Philips Körper einer der beliebtesten Schüler, und darüber hinaus noch ein ausgezeichneter Kricketspieler. Natürlich stehen die Mädchen ebenfalls Schlange...
Mit der ganzen Situation ist Alex mehr als überfordert. Als er Cherry kennenlernt, fühlt er sich zu ihr hingezogen. Allerdings passt dieser Typ Mädchen nicht zu Pilips Leben. 

Auch wenn es sich nicht um die von mir erwartete Geschichte mit vielen unerwarteteten Wendungen und Überraschungen handelt, bekommt der Leser doch, zumindest anfangs, eine gute Portion Humor und Einblicke in die menschliche Psyche. Wer gut durchdachte Geschichten mit nicht überzogenen Spannungsbögen mag, ist hier genau richtig.

Der Autor hat mit "Crash" eine gute Idee gut umgesetzt. Mich konnte die Geschichte nicht vollends überzeugen. Ich vegebe an dieser Stelle 3/5 Bücher, da ich letzendlich jedoch mindestens von der Einführung und den Anfangssequenzen der Geschichte begeistert war.


  


Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.


Kommentare:

  1. Schade, hört sich wohl besser an, als es ist :/ Aber schöne Rezi, wie immer!!

    LG Plumi

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Liebe Grüße

Steffi & Kay