Mittwoch, 27. Juni 2012

♀ Schwarzer Mond über Soho (Ben Aaronovitch) [Rezension]


Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
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Peter Grant arbeitet in einer unterfinanzierten Zwei-Mann-Sondereinheit der Londoner Polizei. Er wird nebenbei von Nightingale in der Zauberlehre unterrichtet, als erster Lehrling seit 50 Jahren. Seine Partnerin Lesley wurde jüngst bei einem magischen Unfall schwer verletzt und ist nicht dienstfähig. Aufgrund der zu spürenden Vestigia wird Peter zu den Mordermittlungen des Jazz-Musikers Cyrus gerufen. Die Ermittlungen dauern noch an, als Grant auf ein zweites Mordopfer stößt, wieder ein Jazzer. Durch seine besondere Begabung wird Peter auch von anderen Einheiten hinzugerufen. Dort findet er weitere Hinweise auf andere Magier, die keinesfalls seiner Seite angehören können... Was verbindet seine Fälle?

Ich empfehle jedem, den ersten Band "Die Flüsse von London" zu lesen, bevor er sich in das zweite Abenteuer von Peter Grant stürzt.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir mehr als schwer. Ich wurde in zahlreiche überdetaillierte Ortsbeschreibungen und der Tatsache, dass es Vereine für die Zauberei gibt und noch mehr, hineingeworfen. Dann war da noch die Sache mit dem Toten und die vielen neuen Zaubervokabeln.
Die Handlung ist meiner Meinung nach mit verwirrenden, unnützen Hintergrundinformationen zugestopft, was meinen Lesefluss anfangs sehr störte.

Der Hauptprotagonist Peter Grant ist ein großartiger Charakter. Er ist todehrlich und kommentiert - zumindest in Gedanken - alles und jeden mit einem unbeschreiblich guten Humor gepaart mit Sarkasmus ohne Gleichen.
Als Magier steht er noch am Beginn seiner Karriere, was auch daran liegen mag, dass er seinen Ausbilder Nightingale nicht immer folgt und sich statt vernünftiges Latein zu lernen lieber anderen Dingen widmet.
Peter vermisst seine Partnerin Lesley, die er nur zu Beginn und zum Ende des Buches besucht, die ihm aber während des gesamten Falles zur Seite steht und ihn trotz ihres Unfalles, bei dem sie ihr Gesicht verloren hat, unterstützt. Alleine wegen ihr würde ich weiterlesen wollen...
Der mysteriöse Nightingale, Peters Ausbilder, altert seit ein paar Jahren rückwärts und keiner kann sich erklären, woran das liegt. Die über 100 Jahre sieht man ihm kaum an. Er ist sehr streng mit Peter, traut ihm aber letzten Endes einiges zu.

Der Schreibstil ist - wie bereits erwähnt - sehr gewöhnungsbedürftig, aber sehr locker und umgangsprachlich. Dass ein einziger Satz eine halbe Seite einnimmt, kommt ebenso häufig vor wie die überdetaillierten Ortsbeschreibungen, die mich teilweise überforderten. Ich wollte wissen, wie es weitergeht und nicht, welche Straße, welche Brücke und an welchen edwardianischen oder viktorianischen Gebäuden man passieren muss, geschweige denn deren ganze Geschichte. Für London-Fans ist dies aber wohl ein extra Punkt.
Ab dem zweiten Drittel hatte ich mein Lesetief überwunden und die Spannung stieg kontinuierlich, so dass ich über die Seiten flog.

Vielleicht liegt mein Empfinden auch daran, dass ich ansonsten keine Krimis lese und die gefühlte "Berichterstattung" zu diesem Genre gehört?
"Schwarzer Mond über Soho" war für mich aber trotz der tollen Idee und den interessanten Charakteren nur Durchschnitt. Ein extra Buch gibt es aber für den durchgängigen trockenen Humor und Peters Sarkasmus, die mich mehr als einmal zum Lachen gebracht haben.
Daher bewerte ich "Schwarzer Mond über Soho" mit 4/5 Büchern.

Das Buch  ist eine Empfehlung für alle Krimi und/oder CSI-Fans, die Übernatürlichem nicht abgeneigt sind und trockenen Humor zu schätzen wissen.
1. Die Flüsse von London
2. Schwarzer Mond über Soho 
(Erscheinungstermin 1. Juli 2012)
3. engl. Titel "Whispers under Ground" 
(Erscheinungstermin deutsch nicht bekannt)


  

 


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Kommentare:

  1. ich mag das neue "Design" der Rezenionen :)

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  2. Mal wieder einen TOP-Rezi!
    Aber ich glaube das Buch ist nix für mich :)
    Lg Jan

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  3. Ich mag alle Bücher die mit Feen zu tun haben :-)

    Das ist doch der "2. Teil" von Die Flüsse in London oder? Muss ich mir auch noch besorgen :-)

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    1. Ach klar...da steht es doch *Augen aufmach*^^

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  4. Ist auch nichts für mich das Buch :)
    Aber gefällt mir, dass du einen guten Lesegenuss hattest xD :D

    LG PLumi

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  5. Ich hab den ersten Teil gelesen und der zweite steht hier schon und wartet. Allerdings hab ich den zweiten in englisch. Da fallen die langen sätze irgendwie mehr auf ;o)
    Ich mochte Die Flüsse von London sehr!! War total begeistert von der Mischung aus Krimi, Fantasy und Humor. Dass es so viele ausführliche Beschreibungen gibt, ist mir damals nicht so aufgefallen. Vermutlich bin ich daran gewöhnt, weil das in Krimis öfters so ist, keine Ahnung. Für mich gehört es dazu, weil es in diese vielschichtige Welt eingeführt hat.
    Ich bin mal gespannt, wie mir Moon over Soho gefallen wird! Aber den dritten lese ich wieder auf deutsch. Das ist einfacher.

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    1. Den Humor und die trockene Art mochte ich definitiv am meisten :-)

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  6. Schon durchgelesen! ;) Ich habe noch nicht angefangen und wenn ich deine Rezi so lese weiß ich ehrlich gesagt nicht ob das Buch überhaupt was für mich ist. Naja mal sehen... :)
    Lg Steffi

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    1. Ja ich habe das Buch auch als Überraschungspost bekommen. :)

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Steffi & Kay