Freitag, 22. Juni 2012

♀ Das letzte Zeichen 1 (Gemma Malley) [Rezension]

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: cbt
ISBN-13: 978-3570308172
Preis: 8,99 €
Alter: 13-16
Teil einer Serie: 1 von 3
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"So ist das manchmal mit Träumen, wisst ihr - Sie werden leicht verzerrt, keiner träumt denselben Traum, und wenn Träume Wirklichkeit werden, dann sind sie nie das, was man erwartet hat, nie das, was man erhofft hat." (S. 226)


Evie ist böse. Denn sie hat diese Träume von jemandem, der sie wohlbehütet im Arm hält und beschützt. Aber derartige Gefühle sind nicht erlaubt, auch nicht solche Träume.
Evie muss gut sein. Gut sein bedeutet, mit dem System zu schwimmen, dass niemals das Temperament in einem durchgeht und dass man nie die Beherrschung verliert. Gefühle, ganz gleich welcher Art, sind unerwünscht. Die Bürger der Stadt sind produktiv, denn es verhindert, dass man zuviel nachdenkt.
Evie hat ein großes Geheimnis, dass vor dem System verborgen bleiben muss: Sie liebt Raffy, den Bruder ihres Verlobten Lucas, einem der richtig Guten in der Stadt. Lucas ist, wie es das System wünscht. Dann soll Raffy zu einem "K" heruntergestuft werden und Evie bekommt ungeahnte Hilfe...
Ich habe mir echt schwer getan, in diese Geschichte hineinzufinden. Und das aus gutem Grund. Von Anfang an wurde erklärt, dass den Menschen in der Stadt bei der Neutaufe die Amygdala entfernt werden würde, denn die Amygdala ist der Sitz des Bösen. Und sie kann wieder nachwachsen, wenn das Böse in einem Menschen wieder die Überhand gewinnt... Die Geschichte mit der OP erinnerte mich sehr stark an "Delirium", nur dass hier ein für mich völlig unwirklicher Ansatz herhalten musste... Doch zum Glück löste sich dieses "Missverständnis" später auf.

Die Stadt mit ihren 5000 Einwohnern wird von dem "Großen Anführer" geführt, der aber wegen seiner Gebrechen nur noch von "dem Bruder" vertreten wird. Interessant ist der Aspekt, dass die gewählte Erzählform der dritten Person auch einen Einblick auf das Leben des Oberen, des Bruders, zulässt und welche Beweggründe zu seinen Handlungen und dem Entstehen der Stadt führten.
Der Klappentext stimmt meiner Meinung nach nicht mit der Geschichte überein, denn Evie erhält nicht den Auftrag, Raffy herunterzustufen, sondern sie hört davon.

Die Hauptprotagonistin Evie versucht alles, um ihre Eltern stolz auf sie zu machen. Doch immer wieder versagt sie, denn sie fühlt sich dem Bösen nahe. Sie hatte eine nicht ganz einfache Kindheit hinter sich, denn der Gehorsam den Eltern gegenüber hat in der Stadt hohe Priorität. Der von ihren Eltern getroffenen Wahl für ihren Verlobten ist sie nicht sonderlich angetan, denn in Wahrheit hegt sie seit ihrer Kindheit Gefühle für Raphael, kurz Raffy. Trotz des Kontaktverbotes zwischen den Geschlechtern nach dem 8. Geburtstag treffen sich die beiden heimlich. Doch es keimen auch Gefühle für Lucas auf (und dieses Hin und Her hat mich etwas irritiert).

Raffy ist kein wahres Kind des Systems. Seine Augen sind nicht tot, sondern funkeln voller Gefühl, Fragen und Träumen. Sein Vater war bis zu seinem Verschwinden ein K, das Schlimmste, was die Stadt hervorbringen kann, doch Raffy hält seinem Vater die Treue und lässt sich nicht von den Versammlungen und von seinem A-Bruder beirren. Doch Raffy hat Lucas' wahres Gesicht niemals kennengelernt. Sein einziger Lichtblick ist Evie. Er liebt sie und will um alles in der Welt verhindern, dass sie Lucas heiratet. Und wenn dies bedeuten würde, gemeinsam mit ihr in die Welt der Bösen, jenseits der Stadtmauern, zu flüchten.
"Du bist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der mir etwas bedeutet. Du und ich, Evie. So wird es immer sein, du und ich." (S. 199)

Lucas ist der Stadt und dem Bruder gegenüber absolut loyal, ergeben und stellt keine Fragen. Er ist ein Musterbürger und deshalb als A klassifiziert. Er steht in engem Kontakt zu dem Bruder. Lucas hat damals seinen Vater verraten und nimmt selbst die Herunterstufung von Raffy ohne Gefühlsregung auf. Und ausgerechnet dieser Lucas steht eines Nachts vor Evies Fenster und verlangt Unglaubliches von ihr. Und Evie sieht ihn plötzlich mit anderen Augen.

Der Schreibstil ist klar und flüssig und schnell zu lesen. Das Buch birgt einiges an Spannung und ist teilweise nicht vorhersehbar. Inhaltlich hatte ich, wie gesagt, das Gefühl, dass einiges unlogisch war. Und diese Unlogik zog sich ungefähr durch die Hälfte des Buches.
Die zweite Hälfte und vor allem das Ende bergen viele Überraschungen und Wendungen, doch leider konnten selbst diese den "Nachgeschmack" der ersten Hälfte nicht ausmerzen. Das Buch ist toll zu lesen und findet einen befriedigenden Abschluss, der Lust auf mehr macht, aber ich stufe "Das letzte Zeichen" unter den Dystopien lediglich im oberen Durchschnitt ein und vergebe daher (sehr gute) 3/5 Büchern.

Es ist eine Empfehlung für diejenigen, die auch über die Entstehung eines solchen Systems erfahren wollen, die wissen wollen, wie aus Zukunftsträumen Albträume werden und die einer neuen Liebe eine Chance geben wollen.

"Das letzte Zeichen" ist Band 1 der Killable-Trilogy. Wann die Folgebände erscheinen steht auch auf englisch noch nicht fest.




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Kommentare:

  1. Kann ich echt verstehen! :) Ich hab mich auch öfters über Logikfehler gewundert, aber im Großen und Ganzen hat es mir doch gefallen. :)

    Schöne Rezension!

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  2. Nya, wills trotzdem unbedingt lesen, auch wenn das pinke Cover abschreckt xD Aber ich denke man gewöhnt sich dran :) geht ja mehr um die Story^^

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    1. Ich denke, dass mir die Fortsetzung wesentlich besser gefallen wird... Weil es zum Ende hin ja schon interessant geworden ist :-)

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  3. Ich glaube ich werde die Reihe nicht anfangen, da es so viele noch bessere Bücher auf dem Markt zu geben scheint. (: Trotzdem tolle Rezi und besonders die neuen Bilderüberschriften und das Bewrtungssystem sind cool <33

    LG Plumblossoms

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  4. Hm, das klingt ja noch nicht so begeistert, aber davon lasse ich mich nicht abhalten :-) Vor einem Jahr habe ich "The Declaration" (dt. Der Pakt) von Gemma Malley gelesen und war begeistert, daher komm ich um dieses Buch hier natürlich nicht rum. Schade nur, dass noch nichts über die Fortsetzung bekannt ist.
    LG

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Steffi & Kay